Plural bei Abkürzungen in Kapitälchen

Hallo!

In meiner „Thesis“ (sowas wie 'ne Diplomarbeit) setze ich alle Abkürzungen in Kapitälchen (small caps).

Meine Frage hierzu: wie würdet ihr den Plural setzen? Im folgenden stellt euch bitte alle Großbuchstaben als Kapitälchen vor, geht ja in HTML glaub ich nicht wirklich…

PLCs
PLCS
PLC
PLC’s

Letzteres ist grammatikalisch ziemlich inkorrekt (meine Arbeit ist auf Englisch, sollte ich vielleicht dazu sagen). Das Plural „s“ in Kapitälchen sieht aber genauso komisch aus wie das Plural „s“ in normaler Schrift. (Es sind übrigens echte Kapitälchen, sind in der Schriftart mit drin.)

Wie macht man das „richtig“ (sprich: professionell und gut ausschauend, aber trotzdem möglichst grammatikalisch korrekt)?

Ciao,

Dennis =o)

hi dennis,

Meine Frage hierzu: wie würdet ihr den Plural setzen? Im
folgenden stellt euch bitte alle Großbuchstaben als
Kapitälchen vor, geht ja in HTML glaub ich nicht wirklich…
PLCs
PLCS
PLC
PLC’s

das s zu apostrophieren ist grammatikalisch völlig falsch, ebenso das s einfach
wegzulassen (aber das hast du ja schon selbst geschrieben). also bleiben nurmehr
die zwei ersten varianten.

wenn du unbedingt kapitälchen verwenden willst, dann kann ich dir nur zur
variante „PLCS“ (hier: versalien gleich kapitälchen) raten. die sieht am
homogensten aus.

wenn du auf kapitälchen verzichten könntest, dann setze die korrekte variante
PLCs (jetzt hier echte versalien) und mach die versalien einen viertel bis halben
punkt kleiner als die grundschrift und sperre sie leicht(!) an. dann knallen sie
nicht so aus dem satzbild hervor.
bei dem kleinermachen leidet nur leider die strichstärke, weshalb ich
normalerweise nur einen viertel punkt nehme. sind die versalien aber sowieso sehr
stark gegenüber den gemeinen, kannst du ruhig auch den halben punkt nehmen. dann
passen sie von der strichstärke wahrscheinlich auch ganz gut zu den gemeinen.

und zum thema „professionalität“ in diesem bereich: frag vier andere experten und
du bekommst fünf andere meinungen…

gruß
tobias

danke, aber… :o)
Hi Tobi!

wenn du auf kapitälchen verzichten könntest, dann setze die
korrekte variante
PLCs (jetzt hier echte versalien) und mach die versalien einen
viertel bis halben
punkt kleiner als die grundschrift und sperre sie leicht(!)
an. dann knallen sie

Ich hab’ in Australien ein bisschen Zeit gehabt und bei Regenwetter ab und an mich in Buchhandlungen rumgetrieben. Da hab’ ich dann auch ein Buch von Adobe Press „The Complete Manual of Typography“ von Jim Felici gelesen. Da stand drin, dass Abkürzungen in Kapitälchen zu setzen sind. Mir gefiel die Idee auch, das machte für mich Sinn, dass die aus dem Text nicht so hervorspringen sollen.

Jetzt hab’ ich in der Schriftart die ich verwende schon echte Kapitälchen, dann will ich die natürlich auch verwenden. Wenn das doch so empfohlen wird. Also bis jetzt folge ich Deine Idee, das „s“ auch wie ein normales Kapitälchen zu setzen. Ich warte am besten mal ab, bis mein Prof sich ne Version durchliest und drüber stolpert, warum „die Abkürzungen denn so klein sind“…

Und sonst… werd’ ich das wohl so machen müssen wie Du vorgeschlagen hast, einfach die Versalien „kleiner machen“… wobei mir das gleich wieder unprofessionell vorkommt (nur so vom Gefühl her). Naja, schaun wird mal. Vielen Dank für Deine Antwort, auf jeden Fall!

Ciao, viele Grüße,

Dennis =o)

hallo dennis,

keine kapitälchen, sondern versalien zu setzen, ist nicht unprofessionell. es
gibt manchmal buchstabenkombinationen, die ich nicht guten gewissens einfach zu
kapitälchen machen kann. ein beispiel: in dem letzten geschäftsbericht, den ich
gestalten und setzen musste, kam sehr häufig die abkürzung „GmbH & Co KGaA“ vor.
und das sieht einfach zu verwirrend aus, wenn „KGaA“ komplett in kapitälchen
gesetzt wird. und wenn ich kapitälchen nicht durchgängig benutzen kann (die
wichtigeste regel lautet nämlich: „gleiches mit gleichem behandeln“), dann
verzichte ich komplett darauf und setze versalien. und damit die nicht so
hervorklotzen, mache ich sie ein wenig kleiner.
wenn ich eine schrift habe, die eher barocke buchstabenformen hat, sieht das
sogar ganz gut aus, denn die barocke bauform hat meist sehr kräftige versalien
gegenüber den gemeinen. wenn ich diese einen viertel bzw. halben punkt kleiner
setze gleicht sich die strichstärke den gemeinen an.

du musst nicht allem stoisch folgen, was in den manuals steht, sondern immer
abwägen, ob es für den derzeitigen einsatz sinn macht oder nicht. und wenn es
keinen sinn macht, musst du von der regel abweichen.

gruß
tobias