Pm's logik

Also der reibungsfreie Idealfall kam in all meinen Vorlesungen
nur in den ersten 90min vor.

Was hast Du studiert? In meiner Vorlesung zur Klassischen
Mechanik war die Reibung nur ein absolutes Randthema.

auch wenn du, was die PMs betrifft recht hast, denn ein PM wird ohne reibung betrachtet, muss ich gestehen, dass sich anhand der frage des fragestellers jedem ingenieur der magen umdreht, wenn eine kette oder ein riemen, lager und räder für eine maschine verwendet werden, diese maschine aber als PM definiert werden soll, bei der die reibung alleine so groß sein wird, dass die trägheit nur eine völlig untergeordnete rolle spielen kann und somit, selbst, wenn es rein klassisch-mechanisch ein PM sein müsste, aus rein tribologischen gründen kein reales PM entstehen könnte.

Ich glaube… du hast
nicht die ganze problematik dieser „denksportaufgabe“
verstanden lol

ich habe das gefühl, das war auch dein ziel oder du bist wirklich neu hier. es sind meistens fragen wie deine, die threads gefüllt mit beleidigungen, missverständnissen und kümmelspaltereien entstehen lassen.

wie gesagt, du scheinst neu hier zu sein. am besten, du präzisierst deine frage beim nächsten mal, erklärst genau, was du meinst und willst. offene fragen erfordern eine sofortige antwort, sonst entstehen diskussionen ohne sinn und ende. dann kannst du sicher auch mehr und bessere informationen bekommen.

mfg:smile:
rené

Was hast Du studiert? In meiner Vorlesung zur Klassischen
Mechanik war die Reibung nur ein absolutes Randthema. Es geht
hier ja überhaupt nicht um die technische Realsisierbarkeit
einer Idee, sondern um die Frage, ob es theoretisch möglich
ist oder nicht. Diese Frage lässt sich durch rein praktische
Einwände nicht beantworten.

Doch genau diese Frage muss Naturwissenschaft beantworten! Und wenn sich bei Dir irgendwelche Professoren halt immer nur um die realen Grenzfälle gekümmert haben, dann tut es mir leid.

Natürlich sage ich nicht, dass [die klassische Mechanik] nicht gilt!
Ich sage -
und bitte das zur Kentniss zu nehmen - dass dieses
Instrumentarium unzureichend zur Beschreibung der hier
auftretenden Phänomene ist.

Nun, da bin ich anderer Meinung…

Dann erkläre mir bitteschön einmal warum in der Fachliteratur solcherlei Fragestellungen nie über die klassische Mechanik sondern immer über das Instrumentarium der Thermodynamik, also der Denke in Energien und deren gegenseitige Umkehrbarkeit, behandelt werden.

Ich habe die Atwoodsche Fallmaschine beschrieben. Die
potenzielle Energie ist konstant. Die Anordnung befindet sich
in einem indifferenten Gleichgewicht. Sie hat einen
Freiheitsgrad. Was in diesem Beispiel die Entropie zu suchen
hat, ist mir ziemlich schleierhaft.

Mir ist schleierhaft wie man ständig die Energieerhaltung über den 2. HS stellen kann. Beides sind Erfahrungssätze, beide können nicht theoretisch bewiesen werden und gegen beide ist noch niemals seit ihrer „Entdeckung“ verstossen worden - was mir grosses Vertrauen in beide Sätze schenkt.
Bei Deiner Atwoodschen Maschine wird natürlich wieder die Reibung vernachlässigt. Wenn die Atwodsche Maschine ohne Reibung, unendlich langsam und perfekt adiabat im einen 100% Vakuum stehen würde, dann wäre die Frage nach der Entropie vielleicht wert gestellt zu werden.

Was Du da sagst, funktioniert nur im absoluten Vakuum (welches
nicht existiert) und bei reibungsfreier Umlenkung (welche
nicht existiert).

Wie gesagt: Das rein praktische Argument, dass man die
Reibung nie völlig ausschalten kann, ist kein
prinzipielles Argument. Und die theoretische Lösung
sollte doch einen höheren Stellenwert haben, als die rein
praktische. (Galileo Galilei beschrieb die Wurfbahnen von
Körpern auch „besser“, obwohl Aristoteles mit seiner falschen
Vorstellung näher an der Realität lag).

Die Argumentation über ersten oder zweiten HS ist vollkommen gleichwertig, da es sich bei beiden um Erfahrungssätz handelt die theoretisch nicht belegt sind. Also fliesst automatisch in alle Argumentationen gegen ein PM die Erfahrung ein.
Das wäre auch nichts anderes als mit der klassischen Mechanik zu kommen, denn Aktio = Reaktion ist auch wieder 1. HS und damit Erfahrung.
Ich finde die Argumentation über den 2 HS halt einfach deutlich eleganter und von schlichter Schönheit - sie liegt mir als Thermodynamiker einfach mehr.

Der Erfinder sagt: „Der erste Hauptsatz der Thermodynamik
stimmt nicht.“ Dagegen ist das Argument: „Doch!“ ziemlich
schwach - findest Du nicht?

Du setzt voraus, dass ein Erfinder ein solches Ding gebaut hat. Damit wirft er ALLE Argumentation über den Haufen! Wenn Du ihm jetzt mit der Mechanik kommst, dann bringst Du doch die Energieerhaltung auch wieder durch die Hintertüre mit rein.

So langsam gefällst Du mir besser. Genau diese Argumentation
habe ich schon an anderer Stelle geschrieben. Noch eleganter
fände ich jedoch eine Formulierung, die ganz ohne den Begriff
„Energie“ auskommt. Deswegen habe ich den Begriff des
Gleichgewichts eingebracht.

Puuh, was Du so elegant findest…
Jetzt erkläre mir nochmal warum die Argumentationen über Energien und Gleichgewichten nicht konsistent sein kann in Deinen Augen.

Ein Gas erwärmt sich spontan von 300 K auf 400 K, ohne
Einflüsse von außen. Dieser Vorgang verletzt offensichtlich
den 1. Hauptsatz. Warum aber den 2. Hauptsatz? Wo verschwindet
hier Entropie?

Du hast die Tragweite des 2. HS nicht durchschaut, wenn Du mir diese Bemerkung erlaubst. Der 2. HS legt natürlich nicht nur die Richtung von Vorgängen fest, sondern auch ALLE Gleichgewichtszustände die man sich in der Physik denken kann. Befindet sich ein System im Gleichgewicht dann gilt dS = 0 UND (!!!) S = Maximal.
Die Zustandsgrösse Entropie ist also bei einem Gas im Gleichgewicht (d(alle Zustandsgrössen)/dt = 0), sagen wir in einem abgeschlossenen System, bereits im denkbaren Maximum. Eine spontane Erwärmung wäre gleichbedeutend mit einer Entropieerhöhung (wie Du Dir leicht überlegen kannst wenn Du über einen reversiblen Ersatzprozess die selbe Zustandsänderung über reversible Wärmezufuhr realisieren würdest). Eine Maximierung der Entropie die sich bereits in ihrem Maximum befindet ist AUSGESCHLOSSEN. Ergo: Der 2. Hauptsatz würde verletzt werden. Q.E.D.
Der 1. HS natürlich auch :smile:

Immerhin scheint sich so langsam Dein Tonfall zu bessern. Ich
bin an und für sich nicht bösartig. Ich mag es nur nicht, wenn
derjenige, den ich zurecht auf einen Fehler hingewiesen habe,
mich als dummen Jungen hinstellt.

Ich habe immer noch keinen Fehler in meiner Argumentation erkennen können. Für mich ist vollkommen klar warum dieses Ding nicht funktionieren kann - für Dich ja wohl auch. Keiner von uns beiden lässt die Argumentation des anderen gelten. Und darauf sollten wir es beruhen lassen - denn wir werden niemals einen Nenner finden.

Zur Diskussion steht eine Maschine, die für sich den Anspruch
erhebt, durch eine stetige Kraft angetrieben zu werden, die
während des gesamten Zyklus echt größer als Null ist. Dein
Argument - dass sich die Reibung niemals völlig eliminieren
lässt - ist zwar von einem praktischen Standpunkt aus richtig,
erklärt aber nicht, warum es keine solche Maschine geben kann.

Doch. Aus meiner Sicht tut es das, denn von der Schwere der Argumentation her ist 1. HS, 2. HS und Kreisintegral F = 0 absolut identisch. Ausserdem setllst Du eine Maschine zur Diskussion die es nicht geben kann!
Gehen wir von einer rein mechanischen Maschine aus, dann wirkt auf jedes Atom (um jetzt bei der klasischen Mechanik zu bleiben) die Kraft F = m * g egal ob es sich um Wasser oder Metall oder welches Bauteil auch immer handelt. Und jetzt? Für eine zyklische Bewegung bewegen sich diese Atome einmal von irgendeinem oberen zu einem unteren Totpunkt (Hier wird Enegie frei!!!) und einmal in umgekehrte Richtung. Hierzu muss eine Kraft angreifen die der Gewichtskraft der Summe aller Atome mindestens entgegengesetzt ist. Also Kreisintegral F = 0 ist Ultratrivial. Und Du meinst damit liesse sich der ins Feld geführte Erfinder beeindrucken?

Na denn
Tom

Hallo!

Dann erkläre mir bitteschön einmal warum in der Fachliteratur
solcherlei Fragestellungen nie über die klassische Mechanik
sondern immer über das Instrumentarium der Thermodynamik, also
der Denke in Energien und deren gegenseitige Umkehrbarkeit,
behandelt werden.

Ich denke mal, dass das in Büchern zur Thermodynamik so ist. In Büchern der Klassischen Mechanik wird man andere Lösungswege finden…

Mir ist schleierhaft wie man ständig die Energieerhaltung über
den 2. HS stellen kann. Beides sind Erfahrungssätze, beide
können nicht theoretisch bewiesen werden und gegen beide ist
noch niemals seit ihrer „Entdeckung“ verstossen worden - was
mir grosses Vertrauen in beide Sätze schenkt.

Ich stelle nicht die Energieerhaltung über den 2. Hauptsatz (obwohl es dafür durchaus gute Gründe gäbe - aber das ist ein anderes Thema…). Ich sagte stattdessen, dass man die Argumentation, die über die Kräfte läuft, auch durch eine Kräftebilanz aushebeln muss.

Bei Deiner Atwoodschen Maschine wird natürlich wieder die
Reibung vernachlässigt. Wenn die Atwodsche Maschine ohne
Reibung, unendlich langsam und perfekt adiabat im einen 100%
Vakuum stehen würde, dann wäre die Frage nach der Entropie
vielleicht wert gestellt zu werden.

Die Entropie dieses Systems ist konstant. Sie liefert keinerlei Information über das Verhalten des Systems.

Die Argumentation über ersten oder zweiten HS ist vollkommen
gleichwertig, da es sich bei beiden um Erfahrungssätz handelt
die theoretisch nicht belegt sind. Also fliesst automatisch in
alle Argumentationen gegen ein PM die Erfahrung ein.
Das wäre auch nichts anderes als mit der klassischen Mechanik
zu kommen, denn Aktio = Reaktion ist auch wieder 1. HS und
damit Erfahrung.

Der Energiesatz der Mechanik ist sehr wohl bewiesen, er folgt zwingend aus der Grundgleichung der Mechanik.

Der Erfinder sagt: „Der erste Hauptsatz der Thermodynamik
stimmt nicht.“ Dagegen ist das Argument: „Doch!“ ziemlich
schwach - findest Du nicht?

Du setzt voraus, dass ein Erfinder ein solches Ding gebaut
hat. Damit wirft er ALLE Argumentation über den Haufen! Wenn
Du ihm jetzt mit der Mechanik kommst, dann bringst Du doch die
Energieerhaltung auch wieder durch die Hintertüre mit rein.

Das stimmt! Aber nur dadurch, dass ich ihm nachweisen kann, dass er in seinen mechanischen Überlegungen einen Denkfehler gemacht hat, kann ich auch zeigen, dass durch seine Maschine Grundpfeiler der Thermodynamik auch nicht außer Kraft gesetzt werden.

Jetzt erkläre mir nochmal warum die Argumentationen über
Energien und Gleichgewichten nicht konsistent sein kann in
Deinen Augen.

Ich glaube, Du willst mich nicht verstehen: Der Energiesatz stimmt natürlich, und er ist in der klassischen Mechanik wohl verankert. Eine Maschine die nach den Gesetzen der klassichen Mechanik funktioniert, kann den Energiesatz nicht verletzen. Das ist alles klar. Mir geht es darum, aufzuzeigen, wo der Erfinder einen Denkfehler gemacht hat. Dir geht es nur darum festzuhalten, dass er ihn gemacht hat.

Du hast die Tragweite des 2. HS nicht durchschaut, wenn Du mir
diese Bemerkung erlaubst. Der 2. HS legt natürlich nicht nur
die Richtung von Vorgängen fest, sondern auch ALLE
Gleichgewichtszustände die man sich in der Physik denken kann.
Befindet sich ein System im Gleichgewicht dann gilt dS = 0 UND
(!!!) S = Maximal.

Ich lasse das mal so stehen. Das ist natürlich auch eine Begründung, warum sich das Gas nicht spontan erwärmen kann. Allerdings glaube ich, dass in Deiner Argumentation implizit schon der 1. HS drinsteckt. Aber geschenkt, der Punkt geht vorläufig an Dich.

Ich habe immer noch keinen Fehler in meiner Argumentation
erkennen können.

Die Fehler, die Du bisher gemacht hast, findest Du nicht mehr, weil Du sie stillschweigend unter den Teppich gekehrt hast.

Du hast unter anderem folgendes gesagt:

  • Die Maschine sei unmöglich, weil Reibungskräfte jede Maschine - auch wenn sie eine insgesamt positive Antriebskraft hat - zum Stehen bringen. (Das ist falsch - gäbe es eine Maschine, deren Antriebskraft insgesamt positiv wäre, dann könnte man durch Minimierung der Reibungsverluste in jedem Fall ein PM 1. Art bauen).
  • Die vorgeschlagene Maschine ist ein Perpetuum Mobile 2. Art. (Das ist falsch - in Wirklichkeit ist sie ein Perpetuum Mobile 1. Art oder im Grenzfall ein Perpetuum Mobile 3. Art.)
  • Jedes Perpetuum Mobile 2. Art ist der ideale Grenzfall eines Perpetuum Mobiles erster Art. (Nachfragen meinerseits haben keine Antwort ergeben, wie das gemeint sei).
  • Das Instrumentarium der klassichen Mechanik ist nicht geeignet, zu entscheiden, ob es sich um ein Perpetuum Mobile handelt oder nicht. (Das ist falsch - Wenn nämlich die klassische Mechanik das PM zulassen würde, dann gäbe es entweder tatsächlich ein PM, oder die klassische Mechanik wäre falsch. Folglich muss die KM sehr wohl in der Lage sein, die Frage zu entscheiden.
  • Ein Auto wird durch die Handbremse auch dann abgebremst, wenn man auf dem Gaspedal steht. (Das ist falsch. Ein Auto wird abgebremst, wenn alle bremsenden Kräfte inklusive Handbremse, Luftwiderstand, Rollreibung, usw. kleiner sind als die Motorkraft. Sonst beschleunigt das Auto).

Welches dieser fünf Argumente kannst Du denn noch aufrecht erhalten?

In Wirklichkeit ist es doch so: Du hast eine thermodynamische Lösung für ein mechanisches Problem angegeben und willst nun nicht einsehen, dass Du von vorneherein auf das falsche Pferd gesetzt hast.

Gruß, Michael