Die Übernahme ist natürlich nicht erwünscht gewesen. Es sind
aber auch keine Übernahmen sondern eher beteiligungen, die
ganz langsam integriert werden.
also rebranding,
Das ist ja auch so eine Seuche. Irgendwer entscheidet, daß es ganz doll wichtig ist, daß alle Konzerngesellschaften irgendwie gleich heißen. Den Kunden ist es scheißegal, denn die kennen im Zweifel das alte Unternehmen schon seit Jahrzehnten, und die Mitarbeiter nervt es. Einzige Möglichkeit: Komplettes Personal austauschen, bis auf die Duckmäuser und Rückgratlosen.
Bei uns wird der alte Firmenname von ca. 70% der Mitarbeiter bei 90% der Außenauftritte mehrere Jahre nach der Umbenennung weiterhin verwendet. Die Kunden ignorieren den neuen Namen ebenfalls konsequent und die anderen Banken packen es auch nicht (in der Korrespondenz oder Verträgen). Mal ganz davon abgesehen, daß offensichtlich niemand in der Lage ist, Bindestriche und Großschreibung richtig zu setzen bzw. anzuwenden.
boardbeteiligungen,
Auch hier: Entweder alle austauschen oder damit leben, daß im Hintergrund gegen den Fremdkörper gearbeitet wird.
alles ganz langsam
schritt für schritt!
Die Erfahrung besagt, daß letztlich 90% der Übernahmen und Fusionen scheitern, wenn sich der Erwerber in die Aktivitäten des Zielobjektes einmischt - völlig unabhängig davon, ob das schlagartig oder Schritt für Schritt erfolgt. Das soll aber nicht heißen, daß ich LBOs durch Finanzinvestoren für wesentlich vernünftiger halte.
Über die Struktur gibt es nicht mehr viele diskussionen, eher
noch über die gemeinsame Kultur…
Wir streiten gerade über „fight the dragon“ gegen „gemeinsame
Kultur“.
Gemeinsame Kultur wird kaum möglich sein. Wir reden hier immer noch von Menschen. Auf der einen Seite sitzt der, der nun Informationen fordert, neue Produkte will und wirtschaftlichen Erfolg und auf der anderen Seite sitzt jemand, der Informationen liefern, Produktverzögerungen erklären und schlechte Ergebnisse präsentieren muß. Das paßt nicht zusammen und führt zwangsläufig zu Konflikten.
Die harte Tour führt - wie erwähnt - dazu, daß Kunden und Mitarbeiter die Gesellschaft verlassen werden. Pest oder Cholera.
2.Gibt es Unterschiede zwischen einer solchen Integration und
Da fehlt irgendwie etwas.
arbeiten und schreiben parallel geht nicht… das ist quasi ein
Wurmfortsatz.

Aber danke für deine Antwort.
Aber denkst du jetzt, dass das Beteiligungsverhältnis einen
Einfluss auf die PMI-Strategy haben sollte?
Ich bin nicht der Ansicht, daß die nackte %-Zahl des Beteiligungsverhältnisses eine wesentliche Rolle bei der Integration einer Gesellschaft spielt. Damit es nicht den bisher skizzierten Szenarien kommt, braucht es vielmehr sehr viel Fingerspitzengefühl, Glück und Ausdauer - egal ob man nun den Laden komplett umkrempelt oder versucht die zwei Unternehmen zusammenzuführen.
Gruß,
Christian