PMI Unterschiede

Hallo liebes Forum,

wir diskutieren hier gerade eine sehr interessante Sache und vielleicht hat ja auch hier jemand eine andere Meinung oder interessante Anmerkungen.
Und ich denke, dass sich hier durchaus eine Diskussion entwickeln kann.

Es geht um Post-Merger-Integration von bestehenden Beteiligungen.
Sie befinden sich seit längerem im Konzern sind aber noch nicht integriert und gehören zum Teil nicht 100 % zur Gesellschaft jedoch, stellenweise sogar nur zu unter 50 %. Aber eine langfristige Übernahme ist geplant.

1.Macht es Sinn solche Unternehmen zu integrieren?

Die Intergration ist sehr kultur und führungskräftelastig.
Sollte es bezüglich der Vorgehensweise und der Beteiligungsverhältnisse Unterschiede bei der Integration geben?

Was sind eure Gedanken oder Erfahrungen dazu?

Grüße
P.

2.Gibt es Unterschiede zwischen einer solchen Integration und

Hallöchen,

1.Macht es Sinn solche Unternehmen zu integrieren?
Die Intergration ist sehr kultur und führungskräftelastig.
Sollte es bezüglich der Vorgehensweise und der
Beteiligungsverhältnisse Unterschiede bei der Integration
geben?
Was sind eure Gedanken oder Erfahrungen dazu?

die entscheidende Frage ist, ob das Unternehmen bzw. die Belegschaft die (teilweise) Übernahme begrüßt oder nicht. Falls nicht (und auf diesen häufigeren Fall beschränke ich mich zunächst), gibt es nur zwei Möglichkeiten: Beteiligungswert sofort auf einen Erinnerungswert abschreiben oder Integration mit harter Hand vorantreiben und zwar unter Inkaufnahme der Abwanderung von Kunden und/oder wichtigen Mitarbeitern/Leistungsträgern.

Erfahrung: „Eigenes“ Unternehmen und etliche Übernahmen durch bzw. von Kunden.

2.Gibt es Unterschiede zwischen einer solchen Integration und

Da fehlt irgendwie etwas.

Gruß,
Christian

Hallöchen,

1.Macht es Sinn solche Unternehmen zu integrieren?
Die Intergration ist sehr kultur und führungskräftelastig.
Sollte es bezüglich der Vorgehensweise und der
Beteiligungsverhältnisse Unterschiede bei der Integration
geben?
Was sind eure Gedanken oder Erfahrungen dazu?

die entscheidende Frage ist, ob das Unternehmen bzw. die
Belegschaft die (teilweise) Übernahme begrüßt oder nicht.
Falls nicht (und auf diesen häufigeren Fall beschränke ich
mich zunächst), gibt es nur zwei Möglichkeiten:
Beteiligungswert sofort auf einen Erinnerungswert abschreiben
oder Integration mit harter Hand vorantreiben und zwar unter
Inkaufnahme der Abwanderung von Kunden und/oder wichtigen
Mitarbeitern/Leistungsträgern.

Die Übernahme ist natürlich nicht erwünscht gewesen. Es sind aber auch keine Übernahmen sondern eher beteiligungen, die ganz langsam integriert werden.
also rebranding, boardbeteiligungen, alles ganz langsam schritt für schritt!

Über die Struktur gibt es nicht mehr viele diskussionen, eher noch über die gemeinsame Kultur…
Wir streiten gerade über „fight the dragon“ gegen „gemeinsame Kultur“.

Erfahrung: „Eigenes“ Unternehmen und etliche Übernahmen durch
bzw. von Kunden.

2.Gibt es Unterschiede zwischen einer solchen Integration und

Da fehlt irgendwie etwas.

arbeiten und schreiben parallel geht nicht… das ist quasi ein Wurmfortsatz.

Aber danke für deine Antwort.

Aber denkst du jetzt, dass das Beteiligungsverhältnis einen Einfluss auf die PMI-Strategy haben sollte?

Die Übernahme ist natürlich nicht erwünscht gewesen. Es sind
aber auch keine Übernahmen sondern eher beteiligungen, die
ganz langsam integriert werden.

also rebranding,

Das ist ja auch so eine Seuche. Irgendwer entscheidet, daß es ganz doll wichtig ist, daß alle Konzerngesellschaften irgendwie gleich heißen. Den Kunden ist es scheißegal, denn die kennen im Zweifel das alte Unternehmen schon seit Jahrzehnten, und die Mitarbeiter nervt es. Einzige Möglichkeit: Komplettes Personal austauschen, bis auf die Duckmäuser und Rückgratlosen.

Bei uns wird der alte Firmenname von ca. 70% der Mitarbeiter bei 90% der Außenauftritte mehrere Jahre nach der Umbenennung weiterhin verwendet. Die Kunden ignorieren den neuen Namen ebenfalls konsequent und die anderen Banken packen es auch nicht (in der Korrespondenz oder Verträgen). Mal ganz davon abgesehen, daß offensichtlich niemand in der Lage ist, Bindestriche und Großschreibung richtig zu setzen bzw. anzuwenden.

boardbeteiligungen,

Auch hier: Entweder alle austauschen oder damit leben, daß im Hintergrund gegen den Fremdkörper gearbeitet wird.

alles ganz langsam
schritt für schritt!

Die Erfahrung besagt, daß letztlich 90% der Übernahmen und Fusionen scheitern, wenn sich der Erwerber in die Aktivitäten des Zielobjektes einmischt - völlig unabhängig davon, ob das schlagartig oder Schritt für Schritt erfolgt. Das soll aber nicht heißen, daß ich LBOs durch Finanzinvestoren für wesentlich vernünftiger halte.

Über die Struktur gibt es nicht mehr viele diskussionen, eher
noch über die gemeinsame Kultur…
Wir streiten gerade über „fight the dragon“ gegen „gemeinsame
Kultur“.

Gemeinsame Kultur wird kaum möglich sein. Wir reden hier immer noch von Menschen. Auf der einen Seite sitzt der, der nun Informationen fordert, neue Produkte will und wirtschaftlichen Erfolg und auf der anderen Seite sitzt jemand, der Informationen liefern, Produktverzögerungen erklären und schlechte Ergebnisse präsentieren muß. Das paßt nicht zusammen und führt zwangsläufig zu Konflikten.

Die harte Tour führt - wie erwähnt - dazu, daß Kunden und Mitarbeiter die Gesellschaft verlassen werden. Pest oder Cholera.

2.Gibt es Unterschiede zwischen einer solchen Integration und

Da fehlt irgendwie etwas.

arbeiten und schreiben parallel geht nicht… das ist quasi ein
Wurmfortsatz.

:wink:

Aber danke für deine Antwort.

Aber denkst du jetzt, dass das Beteiligungsverhältnis einen
Einfluss auf die PMI-Strategy haben sollte?

Ich bin nicht der Ansicht, daß die nackte %-Zahl des Beteiligungsverhältnisses eine wesentliche Rolle bei der Integration einer Gesellschaft spielt. Damit es nicht den bisher skizzierten Szenarien kommt, braucht es vielmehr sehr viel Fingerspitzengefühl, Glück und Ausdauer - egal ob man nun den Laden komplett umkrempelt oder versucht die zwei Unternehmen zusammenzuführen.

Gruß,
Christian

nun ja, in vielen Fällen werden ja nur die Kunden gekauft und da ist das schon wesentlich unproblematischer.

Und wenn sogar nur die Kunden gekauft werden von einem ausländischen Investor, der die Firma zur Kundenbetreuung aufrechterhält und seeeehr viel neues Knowhow mitbringt, dann sieht die sache schon wieder anders aus.

Über die Struktur gibt es nicht mehr viele diskussionen, eher
noch über die gemeinsame Kultur…
Wir streiten gerade über „fight the dragon“ gegen „gemeinsame
Kultur“.

Gemeinsame Kultur wird kaum möglich sein. Wir reden hier immer
noch von Menschen. Auf der einen Seite sitzt der, der nun
Informationen fordert, neue Produkte will und wirtschaftlichen
Erfolg und auf der anderen Seite sitzt jemand, der
Informationen liefern, Produktverzögerungen erklären und
schlechte Ergebnisse präsentieren muß. Das paßt nicht zusammen
und führt zwangsläufig zu Konflikten.

Die erklärenden und die fordernden Positionen sind mittlerweile beide vom Käufer besetzt.
Uns geht es um die Basis

.

Aber denkst du jetzt, dass das Beteiligungsverhältnis einen
Einfluss auf die PMI-Strategy haben sollte?

Ich bin nicht der Ansicht, daß die nackte %-Zahl des
Beteiligungsverhältnisses eine wesentliche Rolle bei der
Integration einer Gesellschaft spielt. Damit es nicht den
bisher skizzierten Szenarien kommt, braucht es vielmehr sehr
viel Fingerspitzengefühl, Glück und Ausdauer - egal ob man nun
den Laden komplett umkrempelt oder versucht die zwei
Unternehmen zusammenzuführen.

Heute ging die Diskussion weiter.

Neue These:

Je stärker die Integration ist, desto stärker muss die Mitarbeiterorientierung sein und je schwächer, desto größer muss die Führungskräfteorientierung sein.

Stammt von mir…*stolz*
Würdest du das mittragen?

Gruß,

Patrick

Hallo,

Je stärker die Integration ist, desto stärker muss die
Mitarbeiterorientierung sein und je schwächer, desto größer
muss die Führungskräfteorientierung sein.
Stammt von mir…*stolz*
Würdest du das mittragen?

ja, das hört sich ganz gut an. Aber ich bleibe dabei: Eine Übernahme funktioniert gegen den Willen der Belegschaft funfktioniert in der Regel nicht.

Gruß,
Christian