warum ist denn eigentlich PMMA empfindlich gegenüber Essigsäure?
Essigsäure ist ja flüchtig. Reicht da die gasförmige Essigsäure aus um es zu schädigen? Mich würde das als laien mal interessieren.
Im Aussenbereich wiedersteht es ja so ziemlich allem. Wenn ich überlege, dass ich ein minestens 30 Jahre altes PMMA „Glas“ im Garten habe und das noch voll intakt ist. Deshalb wundert micht die „instabilität“ gegenüber Essigsäure. Im sauren Regen sind ja weitaus härtere Säuren enthalten…
warum ist denn eigentlich PMMA empfindlich gegenüber
Essigsäure?
Essigsäure ist ja flüchtig. Reicht da die gasförmige
Essigsäure aus um es zu schädigen? Mich würde das als laien
mal interessieren.
Könnte durchaus sein - ist aber auch eine Frage der Konzentration.
Zumindest sehe ich die Gefahr, daß das PMMA milchig wird.
Im Aussenbereich wiedersteht es ja so ziemlich allem. Wenn ich
überlege, dass ich ein minestens 30 Jahre altes PMMA „Glas“ im
Garten habe und das noch voll intakt ist. Deshalb wundert
micht die „instabilität“ gegenüber Essigsäure. Im sauren Regen
sind ja weitaus härtere Säuren enthalten…
Jepp. Aber ebenb weitaus WENIGER.
Wenn ich entscheiden müßte, ob ich Regenwasser trinke oder Essigsäure, dann zögere ich nicht lange…
Aha, danke. Und wie kann man sich denn ungefähr den Schädigungsmechanismus vorstellen? Ist das eine Art „lösungsvorgang“ ?Oder wird da die Polymerkette geschädigt? Bei POM tritt ja meines Wissens eine komplette depolymerisation durch säuren ein…
warum ist denn eigentlich PMMA empfindlich gegenüber
Essigsäure?
Essigsäure wirkt in diesem Fall weniger als Säure, denn als Lösemittel.
Es gibt auch eine Reihe weiterer Lösemittel (z.B. Aceton) die für PMMA ‚tödlich‘ sind.
d.h. dass die Säure den Kunststoff nicht „angreift“ sondern viel mehr wie ein Lösemittel wirkt.
Gilt das eigentlich für alle Kunststoffe? Oder gibt es auch Kunststoffe, die durch Säuren richtig depolymerisiert werden? (Nehmen wir mal Essigsäure oder von mir aus auch Ameisensäure also vergleichs weise schwache säuren. Bei oxidierenden und starken Säuren ist klar dass da mehr passiert Der Zusatz „oxidierend“ sagt ja schon einiges aus )
OK dass Säuren die Hydrolyse (bei Hydrolyseempfindlichen Kunststoffen) verstärken ist klar. Aber werden denn Kunststoffe die beispielsweise keiner Hydrolyse unterliegen durch Säuren irreversibel geschädigt?
Denn das „lösen“ verändert ja den Kunststoff chemisch nicht, oder? Meines Wissens bewirken Lösemittel ja eigentlich nur eine physikalische veränderung (milchig werden, weich werden, lösen eben^^) die den Kunststoff aber nicht chemisch verändert.
Vielleicht könnt ihr mir das mal ein bisschen erklären.
d.h. dass die Säure den Kunststoff nicht „angreift“ sondern
viel mehr wie ein Lösemittel wirkt.
so in etwa.
Gilt das eigentlich für alle Kunststoffe? Oder gibt es auch
Kunststoffe, die durch Säuren richtig depolymerisiert werden?
Nimm bestimmte Polyester wie z.B. die Polylactide. Die sind speziell so konzipiert, daß sie nach einiger Zeit hydrolysiert werden (Stichwort Bioabbaubarkeit). Da ist dann auf dem Komposthaufen selbst Wasser ausreichend, um das Zeug abzubauen. Ein anderes Beispiel wäre (lösliche) Stärke, die auch ohne Einwirkung von Mikroorganismen rein Chemisch mit Wasser und erst recht mit Essig- oder Ameisensäure hydrolysiert.
Aber werden denn
Kunststoffe die beispielsweise keiner Hydrolyse unterliegen
durch Säuren irreversibel geschädigt?
Was verstehst Du unter ‚geschädigt‘?
Wenn eine sog. polymeranaloge Reaktion dazuzählt (= eine Reaktiion, die die Kette unangetastet läßt, aber z.B. an einer Seitenkette eine Reaktion macht) dann gbt es so was.
Denn das „lösen“ verändert ja den Kunststoff chemisch nicht,
oder?
Meistens nicht.
Meines Wissens bewirken Lösemittel ja eigentlich nur
eine physikalische veränderung (milchig werden, weich werden,
lösen eben^^) die den Kunststoff aber nicht chemisch
verändert.
also unter geschädigt verstehe ich beispielsweise die oxidation eines Kunststoffes. Diese ist ja eine irreversible Schädigung. Die Hydrolyse ist zwar auch eine Schädigung, allerdings läuft die m.W. auch ohne Säuren langsam ab. Also Säure beschleunigt hier nur. Aber was micht interessiert ist, ob denn eine Säure die Polymerkette irreversibel schädigen kann (z.B. Oxidation). Hier speziell die Säuren wie Ameisensäure oder Essigsäure denn die Schwefelsäure zählt ja speziell zu den oxidierenden Säuren. Die Hydrolyse ist ja meistens reversibel. (Sofern die entstandenen Produkte nicht flüchtig werden und verschwinden und Zeit haben zurückzureagieren) Also wenn man das Gleichgewicht verschiebt, kann man Hydrolyse wieder rückgängig machen. (Entfernen von Wasser und zugabe der durch Hydrolyse verschwundenen Produkte) Bei einer Oxidation geht das Spiel ja m.W. nicht. Einen Lösevorgang kann ich auch beenden, wenn das Lösemittel verschwindet. Zwar hat der Kunststoff dann nicht mehr die gleiche Form^^, aber er ist ja chemisch noch ok.
Also ist es so, dass die nicht oxidierenden Säuren (beispielsweise Ameisen, Essig, Buttersäure, usw…) den Kunststoff auch nicht irreversubel schädigen können. Wenn man jetzt mal von der Hydrolyse absieht