hallo Christian,
bisher habe ich ja auf Deine Meinung immer viel gegeben. Aber
das Posting verstehe ich nicht ganz.
Seit wann kann denn ein Computer eine sinnvolle Absicherung
berechnen? Das Programmm arbeitet auch nur mit gewissen
Eckwerten.
Das kann er nur, wenn man nicht nur seinen Istzustand eingibt, sondern auch seine Wünsche. Aus einen Istzustnd kann kein Idealzustand geschaffen werden. Die Ziele des einzelnen müssen mit berücksichtigt werden.
Einige Makler haben das Programm wieder
abgeschafft, da sie es als wenig sinnvoll erachten.
Ich habe mit einigen Kollegen darüber gesprochen: einhelliger Tenor: ein gutes nützlichen Programm. Da es aber mit immens Arbeit verbunden ist und zu wenig vom Kunden in Anspruch genommen wird, haben sie es abgeschafft. Ganz klar: wenn ich in der Zeit, die ich beim Kunden sitze und Daten aufnehme bei 2 andren sein und dort Aufträge schreiben könnte, warum soll ich dann auch noch Geld dafür ausgeben. Der Kunde weiß es ja nicht zu schätzen. Außerdem passiert oft das, was Kollegen nicht so gerne sehen (ich natürlich auch nicht): es wird eine Gesellschaft aufgelistet, mit der er keinen Vertrag hat. Wie soll er jetzt seinem Kunden sagen, dass das nicht die richtige für ihn ist?
Ein Beispiel aus meiner Arbeit: ich bin, wie Du weißt Spezialist für private Krankenversicherungen. Dazu verwende ich teilweise mehrere Vergleichsprogramme. Und die sind nicht billig. Wenn ich nun bei Tagungen auf dieses Thema komme, winken die meisten ab: sie können das ohne Vergleichsprogramm. Also, ich bin seit 1978 in dem Geschäft. Ich traue es mir nicht zu alle Tarife von allen Versicherungen im Kopf zu haben (ca. 16.000!!). Also verwende ich solche Programme als Hilfe. Auch dafür, nicht eines Tages vor dem Kadi zu stehen und gesagt zu bekommen: „warum haben Sie Ihrem Kunden nicht den Tarif xy angeboten, der wäre doch für seine Bedürfnisse rentabler?“
Eine
persönliche Beratung ist eben nicht zu ersetzen.
Die gehört grundsätzlich dazu. Nur sieht die Beratung anders aus, wenn so eine Berechnung gemacht wurde.
Ich denke, daß hier eine Honorarberatung eher angebracht ist.
Da hat man dann die gewünschte Unabhängigkeit.
Könnte sein. Doch warum soll ich von meinem Kunden Geld verlangen, wenn ich ihm das ersparen kann, weil es Provision gibt? Warum soll die Gesellschaft sich diese ersparen? Denn der Kunde erhält sie ja nicht. Die behält die Versicherung.
Außerdem ist auch der Honorarberater (staatl. vereidigter Versicherungsberater) ein Mensch und bringt seine Überzeugungen und Meinungen mit ein.
Zu den DVAG Policen habe ich folgende Erfahrung. Meist
vergleichsweise teuer und vielleicht auch unsinnig.
Klar: das ist wie wenn Du zu Opel gehst und fragst, ob Ford das bessere Auto ist (etwas überspitzt gesagt). Die haben teilweise Auschließlichkeitverträge mit diversen Versicherungen. Der Vertreter darf gar nicht anderes anbieten, auch wenn er sich denkt: „den Schrott würde ich nicht abschließen“.
Grüße
Raimund