Policenkredit zur Schuldentilgung sinnvoll ?

Morgen !

Diesmal gehts um meine Freundin. Die steckt zur Zeit in finanziellen Problemen. Sie hat ca. 1200 Euro Schulden auf ihrem Girokonto bei der Volks/Reiffeisenbank. Da das über dem Überziehungslimit liegt zahlt soweit ich weiß irgendwas um 16-17% Zinsen, was ja schonmal der Hammer ist. Sie hat keine Rücklagen und ihr monatliches Gehalt ist sehr gering.

Das einzige wo sie ran kann, ist eine Renterversicherung der Hamburg Mannheimer Namens Golden Future (Classic glaube ich). Monatlich zahlt sie 50 Euro in diese Police.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten Geld aus dieser Police zu ziehen:

  1. Rückkaufen ! -> gibt ca. 1300 Euro und sie ist ihre Schulden auf einen Schlag los. Allerdings ist sie dann auch ihre Renterversicherung los…

  2. Policenkredit aufnehmen. So könnte sie ca. 1200 Euro bekommen und die Versicherung läuft weiter. Allerdings zahlt sie dann 56 Euro monatlich. 50 Euro Beitrag + 6 Euro Zinsen für den Kredit monatlich.
    Natürlich muß der Kreditbetrag auch wieder zurückgezahlt werden.

Die HamburgMannheimer möchte natürlich das die Versicherung bestehen bleibt und rät zum Policenkredit. Aber ist das wirklich sinnvoll ? Sie zahlt dann laut HM-Berater 6% Zinsen auf den Kredit, da kann sie eigentlich gleich nen Kleinkredit bei ner Direktbank aufnehmen, der ist auch nicht teurer, oder ?

Außerdem: Laut HM-Berater liegt die Verzinsung der Rentenversicherung gerade bei ca. 4,5%. Sogesehen macht sie dann ja - solange sie Zinsen für den Kredit zahlt - 1,5 % Minus ! Also Geldvernichtung…

Andererseits: Die Versicherung ist 2001 abgeschlossen, also angeblich komplett STEUERFREI. Sollte man sowas kündigen ???

Ihr seht: wir (meine Freundin und ich) brauchen dringend eure Hilfe in dieser Sache.

Viele Grüße !
impact79

Morgen !

Sie hat ca. 1200 Euro Schulden auf
ihrem Girokonto bei der Volks/Reiffeisenbank. Da das über dem
Überziehungslimit liegt zahlt soweit ich weiß irgendwas um
16-17% Zinsen, was ja schonmal der Hammer ist.

Alter Schwede, DAS ist hefitg. Bei nächster Gelegenheit Bank wechseln!

Das einzige wo sie ran kann, ist eine Renterversicherung der
Hamburg Mannheimer Namens Golden Future (Classic glaube ich).
Monatlich zahlt sie 50 Euro in diese Police.

Bei nächster Gelegenheit bitte einen vernünftigen Berater kommen lassen. So „golden“ ist die Zukunft dieser Police nämlich nicht. Aber das ist hier der falsche Zeitpunkt…

Es gibt nun zwei Möglichkeiten Geld aus dieser Police zu
ziehen:

  1. Rückkaufen !
  2. Policenkredit aufnehmen. So könnte sie ca. 1200 Euro
    bekommen und die Versicherung läuft weiter. Allerdings zahlt
    sie dann 56 Euro monatlich. 50 Euro Beitrag + 6 Euro Zinsen
    für den Kredit monatlich.
    Die HamburgMannheimer […] rät zum Policenkredit. Aber ist das
    wirklich sinnvoll ? Sie zahlt dann laut HM-Berater 6% Zinsen
    auf den Kredit, da kann sie eigentlich gleich nen Kleinkredit
    bei ner Direktbank aufnehmen, der ist auch nicht teurer, oder
    ?

Rechnen wir mal nach: Sie bekommt 1200€, zahlt dafür 12 x 6€ Zinsen = 72 Euro. Das kommt dann hin mit 6%. Aber eine schlechte Versicherung auch noch beleihen macht meiner Meinung nach keinen sinn.

Außerdem: Laut HM-Berater liegt die Verzinsung der
Rentenversicherung gerade bei ca. 4,5%.

Vorsicht!!! 4,5% gibt es nur auf den SPARANTEIL! Vom Monatsbeitrag weerden erst noch Kosten abgezogen. Effektiv dürfte die Verzinsung deutliche niedriger liegen!

Sogesehen macht sie
dann ja - solange sie Zinsen für den Kredit zahlt - 1,5 %
Minus ! Also Geldvernichtung…

Vorschlag: Rpckkauf der Versicherung, Rückzahlung auf einen Schlag --> 16-17% Zinsgewinn!
Dann einen vernünftigen Berater mit einer renditestarken Anlage suchen und neu beginnen. Ist nur meine Meinung! Bitte berechnet vorher, wieviel „Verlust“ ihr macht, also eingezahlte Beiträge minus Rückkaufwert.

Andererseits: Die Versicherung ist 2001 abgeschlossen, also
angeblich komplett STEUERFREI. Sollte man sowas kündigen ???

Weit gefehlt! Nur wenn von dem Kapitalwahlrecht gebrauch gemacht wird (so es denn eins gibt bei der HM). Rentenzahlungen aus Rentenversicherungen waren schon immer und sind auch heute noch STEUERPFLICHTIG!!!

Ihr seht: wir (meine Freundin und ich) brauchen dringend eure
Hilfe in dieser Sache.

Viele Grüße !
impact79

Frank

Hallo,

Überziehungslimit liegt zahlt soweit ich weiß irgendwas um
16-17% Zinsen, was ja schonmal der Hammer ist.

Alter Schwede, DAS ist hefitg. Bei nächster Gelegenheit Bank
wechseln!

das ist ein völlig normaler Zinssatz für genehmigte Überziehungen außerhalb des eingeräumten Verfügungsrahmens.

Gruß,
Christian

  1. Rückkaufen ! -> gibt ca. 1300 Euro und sie ist ihre
    Schulden auf einen Schlag los. Allerdings ist sie dann auch
    ihre Renterversicherung los…

Hallo Impact,

bitte bei dieser Variante bedenken, dass dann die Abschlusskosten voll reinschlagen und deine Freundin wahrscheinlich weniger rausbekommt, als sie eingezahlt hat.

Wenn Ihr jetzt kündigt und dann was neues abschließt (das Problem der Alterversorgung ist Dir ja bewußt, wie wir wissen :wink:)kommen wahrscheinlich wieder Abschlußkosten (= Provision für den Vermittler) auf Deine Freundin zu.
Das wäre zu prüfen.
Eventuell könnte sie auch die Rentenversicherung für eine Weile beitragsfrei stellen, vom gesparten Betrag die Schulden tilgen und dann die Versicherung weiterbesparen.

Gruß Schorsch

Hallo und schonmal Danke an alle für eure Hilfe !

bitte bei dieser Variante bedenken, dass dann die Abschlusskosten voll ::reinschlagen und deine Freundin wahrscheinlich weniger rausbekommt, als ::sie eingezahlt hat.

Eventuell könnte sie auch die Rentenversicherung für eine Weile ::beitragsfrei stellen, vom gesparten Betrag die Schulden tilgen und dann ::die Versicherung weiterbesparen.

Stimmt, sie bekommt wohl um einiges weniger heraus als sie eingezahlt hat. Dennoch sehe ich keinen anderen Ausweg, da sie ja sonst nichts gespart hat.

So wie ich das jetzt sehe, bringt das Policendarlehen überhaupt keinen Vorteil. Sie zahlt dort 6%. Dann kann sie auch gleich bspw. zur DKB, da kostet der Privatkredit 1200 Euro 36 Monate Laufzeit 6,17 %. Der Vorteil wäre dann, das die Rentenversicherung unangetastet bleibt.

Allerdings frag ich mich immernoch, ob sie nicht ihre komplette Altersvorsorge umbauen sollte. Sie ist erst 23. Wäre da nicht eine Riesterrente evtl. sogar (oder gerade!) auf Fondsbasis besser ?

Andererseits: Die Versicherung ist 2001 abgeschlossen, also
angeblich komplett STEUERFREI. Sollte man sowas kündigen ???

Weit gefehlt! Nur wenn von dem Kapitalwahlrecht gebrauch gemacht ::wird (so es denn eins gibt bei der HM). Rentenzahlungen aus ::Rentenversicherungen waren schon immer und sind auch heute noch ::STEUERPFLICHTIG!!!

Das ist ein wichtiger Punkt. Könntet ihr da ein bisschen genauer drauf eingehen ? Hab ich das richtig verstanden: Kapitalauszahlungen zum Rentenbeginn sind steuerfrei (auch bei Riester ?), monatlich ausgezahlte Renten sind mit dem Ertragsanteil zu versteuern ? Falls der Gesetzgeber mal entscheidet Renten anders zu versteuern, sind dann auch alte Verträge betroffen ? Dann hätte man ja gar keine Planungssicherheit…

Noch eine kleine Rechnung. Aus dieser Vertrag hat meine Freundin zum Rentenbeginn eine monatliche Rente von ca. 150 Euro zu erwarten. Mit angenommenen 3% Inflation bleibt dann noch eine Kaufkraft von (150*0,97^42) = 41 Euro !!! Das kanns doch nicht sein, oder ?

Gruß
Impact

Hallo und schonmal Danke an alle für eure Hilfe !

Weit gefehlt! Nur wenn von dem Kapitalwahlrecht gebrauch gemacht
wird (so es denn eins gibt bei der HM). Rentenzahlungen aus
Rentenversicherungen waren schon immer und sind auch heute noch
STEUERPFLICHTIG!!!

Das ist ein wichtiger Punkt. Könntet ihr da ein bisschen
genauer drauf eingehen ? Hab ich das richtig verstanden:
Kapitalauszahlungen zum Rentenbeginn sind steuerfrei (auch bei
Riester ?), monatlich ausgezahlte Renten sind mit dem
Ertragsanteil zu versteuern ?

Gruß
Impact

Hallo impact!
Entschuldige die missverständliche Formulierung. Bei „normalen“ Rentenversicherungen waren und sind Rentenzahlungen mit dem Ertragsanteil zu versteuern. Einzige Änderung die das Alterseinkünftegesetz war die Reduzierung des Ertragsanteils, z.B. bei Rentenbeginn mit 65 von 27% auf 18%. Beispiel: Erhält jemand mit 65 aus einer Rentenversicherung eine Rente von 1.000€, so ist der Ertragsanteil 18%, also sind 180€ steuerpflichtig. Dies gilt auch für Verträge, die noch unter der schlechteren Bedingung (Ertragsanteil 27%) abgeschlosssen wurden!!

Zahlungen aus staatlich geförderten und in der Ansparphase hochgradig steuerbegünstigten Riester-Verträgen sind zu 100% steuerpflichtig, ebenso wie Zahlungen aus bAV-Verträgen!

Frank Wilke