Hallo Wolfgang,
die Freiheit des Einzelnen hört stets da auf, wo sie in Rechte
anderer eingreift. Ich rede nicht der Anarchie das Wort. Ich
brauche aber keine von anderen aufgestellten Regeln und
Vorschriften für alle Bereiche meines Lebens. Ich will ganz
einfach den von anderen aufgestellten Plan nicht. Wenn ich ein
Produkt entwickle, bin ich ganz scharf auf das Risiko,
hinterher ruiniert zu sein. Ich bin aber genau so scharf auf
die Chance, mit dem Produkt richtiges Geld zu verdienen. Nicht
nach fremdem Plan, ausschließlich nach MEINEM Plan. Ich will
die Freiheit bis zur letzten Konsequenz, die heißt, das Leben
und nötigenfalls auch das willkürliche Ende in der Hand zu
haben. Ich reagiere ganz fürchterlich allergisch auf alle
Arten verzichtbarer Vorschriften.
-) Hört man irgendwie deutlich raus. Sagt ja auch keiner, dass es einen Rahmenplan ohne Wettbewerb geben muß. Planwirtschaft bedeutet doch lediglich, dass ich überhaupt einen Plan habe, nachdem ich die Wirtschaft gestalte. Dein Wunsch ist doch glattweg erfüllbar - war schon zu Ostzeiten vielfach vergeblich versucht worden, durchzusetzen, dass mehr Leistung gefordert wird. Dein Wunsch kann sogar in einer Planwirtschaft vollständig umgesetzt werden. Du darfst auch vollständig davon nichts haben, wenn dein Produkt nicht gekauft wird. Nur verstehe ich immernoch nicht, wozu du Unmengen Geld brauchst, wenn du jederzeit in die Lage versetzt wirst, dir neues zu erarbeiten. Hätte in diesem Land jeder einen vernünftigen Job und das Geld eine Warendeckung, müßtest du als Ingenieur wahrscheinlich monatlich 20.000 - 40.000 € verdienen bei derzeit konstanten Preisen (ich rede aber von Jobumverteilungen für ca. 20 Mio Leute, die derzeit nix oder Blödsinn veranstalten). Wie willst du das in einem Monat ausgeben?
Ohne Regeln funktioniert kein Zusammenleben. Es muß klar sein,
was eine rote Ampel bedeutet. Aber schon das Herumstehen vor
roter Ampel um Mitternacht, sonst kein Mensch auf der Straße,
halte ich für unsinnig. Das sind dann Regeln, die nicht das
Zusammenleben ermöglichen, sondern um ihrer selbst Willen zu
befolgen sind. Wir haben in D eine besondere Neigung zu
solcher Regelungswut. Je weiter man sich aus der politischen
Mitte nach links oder rechts bewegt, desto schlimmer wird es.
Vergiß das bitte ganz schnell - so viel Blödsinn, wie hier abläuft, das wurde nicht mal zu Ostzeiten fabriziert. D ist nicht zu toppen. Bürokratieabbau ist vollständig ebenso mein Ziel (steht auch bei PDS, z.B. regionale Selbstverantwortung, einfaches Steuerrecht…).
Wir haben auch eine besondere Sucht nach Fürsorge. Weil es
Menschen gibt, die einer bestimmten Fürsorge bedürfen, machen
wir daraus sofort eine für alle gültige Regel und fortan hat
sich jeder so umsorgen zu lassen. Ganz egal, ob einem dabei
die Haare zu Berge stehen oder nicht.
Fürsorge ist doch nicht schlecht - kommt nur darauf an wie und für was. Bekloppter als hierzulande gehts kaum. Rente sollte sein, Gesundheitsvorsorge auch, Sozialhilfe nur für Arbeitsunfähige, wie kranke Mütter mit Kleinkind oder so. Dem Rest muß man aber wenigstens die Chance einräumen, dass sie sich mit einer Erwerbstätigkeit ein Leben in Würde finanzieren können. Das ist zum hierzulande nicht für jeden gegeben.
Ich fühle mich schon besser, wen ich weiss, dass meine fin. Zukunft abgesichert ist durch die Möglichkeit eines sicheren Jobs. Dadurch lassen sich Mädels eher poppen - Rentenproblem gelöst.
Der Witz ist noch, dass das Land noch nicht mal wesentlich anders aussehen muß, ausser vernünftiger. man muß nur die ganzen nicht funktionierenden Schritte der Herren Politiker der letzten Jahre in ihrer Logik umdrehen. Dann funktionierts auch. Win paar kleine Änderunmgen und das Währungssystem ist halbwegs stabil (deshalb demokratische Bankenkontrolle - um den Warenwert halbwegs zu decken).
Vergiß bitte nicht, dass wir seit Bismarck in D von (Teil-)Sozialismus sprechen. Dieser ist keinesfalls auf eine DDR zu beschränken und in From der sich gegenseiitig absichernden Staatsinstitutionen/Krankenkassen heute noch vorhanden. Eine Rückentwicklung findet nur partiell statt und im gesamten unmöglich. Sollte es im Osten zu einer tragfähige Wirtschaft kommen, geht der Westen vielerorts daran kaputt. Hier ist nunmal alles in einem logischen Zusanmmenhang - es schrittweise umzubauen zum Vernünftigen, darauf kommts doch nur an.
Schönen Restsonntag noch
Frank