Politik in den Medien. Manchmal unfair ?

Ich komme ursprünglich aus der politischen Linken.
Ehemals als jahrelanger Grün-Wähler war ich doch letztendlich fürchterlich enttäuscht, das sich die Führungsspitze der Grünen zu solchen „Hänge-Fähnchen-nach-nach-jedem-Wind-um-Vorteile-zu-geniesen“-Politikern entwickelten.
Offensichtlich war der Weg von Baader-Meinhof zu Joschka Fischer doch zu lang oder korumpiert Macht doch jeden irgendwann einmal.

Auf der Suche nach einer politischen Neuorientierung informierte ich mich breitflächig, auch über „unbequeme“ Parteien.
Ich lies mir mal aus Neugierde Werbung der PDS und der Rechten Parteien schicken.

Interessant fand ich folgendes :

Die Grünen haben Ihre Wurzeln (wie schon oben erwähnt) in dem Terror der Linken der 70er Jahre, ausgeufert mit Baader-Meinhof.
Das nimmt denen aber heute keiner mehr übel.
Redet man über grüne Politik, redet man über zukünftige Dinge.

Die PDS und die Rechten haben Ihre Wurzen in der SED und den Nationalsozialisten.
Das nimmt man den Leuten heute immer noch übel.
Redet man über deren Politik, redet man nur und ausschließlich über die Vergangenheit und was die Vorläufer dieser Parteien früher gemacht haben.
Diese Parteien haben soviel damit zu tun sich gegen Vorwürfe der Vergangenheit zu verteidigen (die Rechten noch schlimmer wie die PDS), das sich kein Mensch mehr dafür interessiert, wer oder was ist heute die Partei und was wollen die in der Zukunft?

Die Schandtaten der Vergangenheit (und davon gab es genug) werden von den Medien 1 zu 1 für die Zukunft umgesetzt, ohne nachzufragen ob das auch wirklich das Wahlprogramm der Parteien ist.

Das ist doch nicht fair.
Man gibt diesen Parteien doch überhaupt keine konkrete Chance.

Ebenfalls darin ersichtlich, das jedesmal wenn ein PDS-Mitglied irgendwo einen Platz erreichte wo er in der Politik mitmachen konnte, dieser „gemobbt“ wurde, was ja heute nicht mehr so extrem ist, aber noch bei den Rechten extremer läuft.
Man läßt diese Leute „am langen Arm“ in der Politik „verhungern“.

Erinnert sich keiner mehr daran, das gegen die Grünen ehemals auch vom Verfassungsschutz ermittelt wurde, als Joschka Fischer als „Turnschuh-Minister“ seinen Eid ablegte (während noch ein Ermittlungsverfahren wegen Mord an einem Minister gegen ihn lief)?

In meinen Augen ist das keine faire Politik.

Wer sich mal mit den Randgruppen-Parteien intensiver befast, kommt zu den erstaunlichen Erkenntnissen, das die SED schon über 10 Jahre aufgehört hat zu existieren und das Adolf Hitler schon seit fast 50 Jahren tot ist.
Nur … in den Medien und den Köpfen der Menschen hat sich das wohl noch nicht herumgesprochen.

Z.B. bei den „ganz knallharten“ (Originallton meines Bruders), der NPD, da stehen solche Dinge im Wahlprogramm wie Arbeitsplatzerhaltung, Soziale Sicherheit, bezahlbarer Wohnraum usw usw.
DAVON hörte ich vorher noch in keinem Medienbericht.
Immer nur davon, das die heutige NPD oder die Republikaner von den Nazis ausgehen und was DIE früher gemacht … Tja, früher.

Die Rechten und die Roten haben soviel damit zu tun sich gegen ihre Vergangenheit zu erwehren, das die sich kaum um eine politische Zukunft kümmern können.
Vielleicht Schade ?
Vielleicht würde es die Politik mal interessanter machen?
Wer nicht nach früher schielt sondern auf jetzt und morgen, der könnte hier (so wie ich) Ja sagen.

Winfried

Moin Winfried,

in Deiner Analyse sind gleich mehrere Prämissen falsch:

  1. Die PDS wird kaum noch mit der SED assoziiert. Ausser vielleicht in Zeitungen, die so weit rechts stehen, dass von diesen Lesern eh keiner PDS wählen würde. Die Wahlerfolge wären ansonsten nicht machbar gewesen. Und die Wahlniederlage bei der letzten Bundestagswahl hatte andere Gründe.

  2. Die Grünen stammen aus der '68er Bewegung, ebenso wie die RAF. Das waren dann aber auch schon die Gemeinsamkeiten. Insofern wird in der Presse nichts verschwiegen.

Ciao

Ralf

Hallo Winfried,

Ich komme ursprünglich aus der politischen Linken.
Ehemals als jahrelanger Grün-Wähler war ich doch letztendlich
fürchterlich enttäuscht, das sich die Führungsspitze der
Grünen zu solchen
„Hänge-Fähnchen-nach-nach-jedem-Wind-um-Vorteile-zu-geniesen“-Politikern
entwickelten.
Offensichtlich war der Weg von Baader-Meinhof zu Joschka
Fischer doch zu lang oder korumpiert Macht doch jeden
irgendwann einmal.

Weshalb ? Ziel jener Zeit und jener Kräfte, den Weg durch die Instanzen und die gesellschaftlichen Strukturen im Staat zu vernichten. Ich sehe kein „Abkommen vom geistigen Weg“.

Auf der Suche nach einer politischen Neuorientierung
informierte ich mich breitflächig, auch über „unbequeme“
Parteien.
Ich lies mir mal aus Neugierde Werbung der PDS und der Rechten
Parteien schicken.

Interessant fand ich folgendes :

Die Grünen haben Ihre Wurzeln (wie schon oben erwähnt) in dem
Terror der Linken der 70er Jahre, ausgeufert mit
Baader-Meinhof.

Wer immer dies behauptet, hat nicht recht. Die erste grüne Bewegung entstand bei den Protesten gegen das geplante Atomkraftwerk Wyhl (Baden-Württemberg). Bastian und Kelly waren u.a. die Gallionsfigueren der Grünen. Auf der anderen Seite stand der starke linke Flügel mit Jutta v. Ditfurth. In jener Zeit wohnte Joschka noch in Frankfurt und zwar Zimmer gegenüber Zimmer mit RAF-Terroristen. Nach eigenen Aussagen 1999 wusste er aber nicht, wer da wohnt. Auch ein Herr Schily war in jener Zeit aktiv. Als Anwalt der RAF. In den letzten Tagen wurde in Phönix ein Film über Harms und Herrhausen gezeigt. Dann standen am Grab von Raspe einige und schreiben „Tod Deinen Feinden“. Schily srand offenbar versehentlich neben den Schreiern am Grab.

Das nimmt denen aber heute keiner mehr übel.
Redet man über grüne Politik, redet man über zukünftige Dinge.

Die PDS und die Rechten haben Ihre Wurzen in der SED und den
Nationalsozialisten.
Das nimmt man den Leuten heute immer noch übel.
Redet man über deren Politik, redet man nur und ausschließlich
über die Vergangenheit und was die Vorläufer dieser Parteien
früher gemacht haben.
Diese Parteien haben soviel damit zu tun sich gegen Vorwürfe
der Vergangenheit zu verteidigen (die Rechten noch schlimmer
wie die PDS), das sich kein Mensch mehr dafür interessiert,
wer oder was ist heute die Partei und was wollen die in der
Zukunft?

Die Schandtaten der Vergangenheit (und davon gab es genug)
werden von den Medien 1 zu 1 für die Zukunft umgesetzt, ohne
nachzufragen ob das auch wirklich das Wahlprogramm der
Parteien ist.

Das erlebst Du meist aber nur bei Biolek, Christansen und SAT, Phönix, Nt-v, Pro7.

Das ist doch nicht fair.
Man gibt diesen Parteien doch überhaupt keine konkrete Chance.

Ebenfalls darin ersichtlich, das jedesmal wenn ein
PDS-Mitglied irgendwo einen Platz erreichte wo er in der
Politik mitmachen konnte, dieser „gemobbt“ wurde, was ja heute
nicht mehr so extrem ist, aber noch bei den Rechten extremer
läuft.
Man läßt diese Leute „am langen Arm“ in der Politik
„verhungern“.

Erinnert sich keiner mehr daran, das gegen die Grünen ehemals
auch vom Verfassungsschutz ermittelt wurde, als Joschka
Fischer als „Turnschuh-Minister“ seinen Eid ablegte (während
noch ein Ermittlungsverfahren wegen Mord an einem Minister
gegen ihn lief)?

Der Bundesinnenminister ist ein Weggefährte Fischer jener Zeit und auch Ströbele und der heute bei der NPD tätige RA Horst Mahler. Ein Ermitltungsverfahren wg. Mord gegen Fischer ist mir unbekannt. Aber ist Dir nicht begreiflich, weshalb die Grünen und Schily Kohl so unterstützt haben, dass Erkenntnisse der Stasi nicht bekannt werden dürfen über Politker ?

In meinen Augen ist das keine faire Politik.

Wer sich mal mit den Randgruppen-Parteien intensiver befast,
kommt zu den erstaunlichen Erkenntnissen, das die SED schon
über 10 Jahre aufgehört hat zu existieren und das Adolf Hitler
schon seit fast 50 Jahren tot ist.
Nur … in den Medien und den Köpfen der Menschen hat sich das
wohl noch nicht herumgesprochen.

Ohen die SED gäbe es keinen Grund, die Mehrheit in der DDR an den prnager zu stellen und ohne Hitler gäbe es keinen Grund, dass unser Land wegen jedem Furz Geldzahlungen lesitet, damit diverse Kreise wieder ruhig sind.

Z.B. bei den „ganz knallharten“ (Originallton meines Bruders),
der NPD, da stehen solche Dinge im Wahlprogramm wie
Arbeitsplatzerhaltung, Soziale Sicherheit, bezahlbarer
Wohnraum usw usw.
DAVON hörte ich vorher noch in keinem Medienbericht.
Immer nur davon, das die heutige NPD oder die Republikaner von
den Nazis ausgehen und was DIE früher gemacht … Tja,
früher.

Dies ist natürlich Schwachsinn. Weder die NPD noch die REPs können von den Nazis ausgehen, weil heute eine Generation in diesem Gruppen tätig ist, die kennt den Krieg aus Büchern.

Die Rechten und die Roten haben soviel damit zu tun sich gegen
ihre Vergangenheit zu erwehren, das die sich kaum um eine
politische Zukunft kümmern können.
Vielleicht Schade ?
Vielleicht würde es die Politik mal interessanter machen?
Wer nicht nach früher schielt sondern auf jetzt und morgen,
der könnte hier (so wie ich) Ja sagen.

Du musst Dir stets im Klaren sein, dass es in DE fast 95 % der Bevölkerung geben drüfte, die zwar die Nase über das 2. Reich - auch über die SED rümpfen - auch wissen - dass sie nieeee mitgemacht hätten - aber selbstverständlich lässt es sich in der warmen Stube besser argumentieren als wenn man seine Zukunft an den Fakten, die staatlicherseits vorliegen, orientieren muss.

Stelle Dir persönlich mal folgende Frage:" Wieviel der Bundestagsabgeordneten, egal welcher Fraktion wäre, wären sie in der DDR aufgewachsen, auch in der Volkskammer und wieviel wären -vor allem bei den Grünen - sogar im Staatrat etwas geworden". Und wieviel wäre im 3. Reich, nur um sich eigene Vorteile zu verschaffen, zumindest Parteimitglied geworden ?

Wir, die wir im Westen gelebt haben, die ein anderes politisches System erlebt haben, auch gegenüber dem 3. Reich, haben doch überhaupt kein Recht, anderen Vorwürfe zu machen, wie sie hätten leben müssen. Wir im Westen mussten uns nie Gedanken machen, wie wir reagieren dürfen, müssen können oder wollen, weil weder unser Leben, weder unsere Freiheit noch unser berufliches Fortkommen davon abhängig war, welche politische Einstellung wir hatten.

Kritik, was da war, ja. Aber die „Erhebung und Ansprache vom Potest zur Schuld oder Verantwortung anderer, einiger, auch in diesem Forun“, ist ätzend. Denn niemand von uns weiss, wie wir in solchen Situationen, die ins glücklicherweise erspart geblieben sind reagiert hätten.

Schuld anderer, darüber habe ich nicht zu befinden. Ich weiss nicht, was ich getan hätte, wäre ich vor 1945 zum Militär gezogen worden und hätte die Wahl zwichen Krieg oder meiner Erschießung gehabt. Ich weiss auch nicht, wäre ich in der DDR aufgewachsen und wäre an der Mauer gestanden, ob ich geschossen höte oder die Waffe weggeworfen hätte und lieber dafür einige Jahre nach Bautzen gehen wolte.

Und wenn heute jene, die weder für Freiheit noch Leben eine Gefahr sehen mussten hier die Moral verkünden, frage ich mich, wie dann Gewalt gegen Polizeibeamte bei Demos, frühere Brandstiftungen, Nötigungen oder Störungen des Schienenverkehrs bewertet werden müssen und zu was diese Kreise in einer anderen Zeit fähig gewesen wären.

Gruss Günter

zu PDS und Globalisierung
Hallo Winfried,

wir haben hier ein echtes Problem, das ich sehe. Dieses Gesellschaftssystem hier ist aufgebaut auf nicht nur einer idealistischen Philosophie. Nicht die Politiker sind das Problem, sondern die Leute, die versuchen, mit dieser Philosophie durch Wirtschaftsmacht immer irrere Strukturen bauen, nach denen wir uns richten sollen. Für mich hat das nichts mit Freiheit zu tun, ich fühle mich hier wie im Gefängnis.
Nun ist das Problem, daß ihr in den alten Ländern alle keinerlei Ahnung von materialistischer Philosophie habt. Aus den Ossis kriegst du sie aber nicht raus. Hier denken durch die Bank weg alle so. Ich hab festgestellt, daß auch ihr großteils, wahrscheinlich unbewußt, eine materialistische Denkweise an den Tag legt. Ihr würdet sonst nicht so viele Dinge in diesem Land als unsinnig erkennen.
Als Gegenteil zur Globalisierung gibt es noch die materialistische Variante, die sich bei ATTAC entwickelt - solidarischer Internationalismus. Wir können auch globalisieren, ohne diesen Wirtschaftsfetischismus zu betreiben. Nämlich ressourcenschonend in einer wesentlich effizienteren Planwirtschaft. Ihr müßt euch nur endlich mal damit befassen, sonst rede ich hier nur gegen Wände. Eine PDS ghat nix mit einer bürgerlichen Partei gemeinsam. Sie ist lediglich ein bürgerliches Relikt während einer sozialistischen/kapitalistischen Gesellschaftsphase, wie sie seit Ende des Kaiserreiches besteht. Du kannst durchaus Gesellschaftswissenschaften akribisch untersuchend betreiben und feststellen, wie und wohin sich die Gesellschaft entwickelt. Im Gegensatz dazu versuchen bürgerliche Parteien nur ihren eigenen Willen durchzusetzen, um die marode Wirtschaft noch umständlicher zu machen. Da blickt ja heute schon keiner mehr durch.

Gruß
Frank

Hallo Günther,

wollte nurmal so anbei bemerken, daß ich dir wiedermal fast im vollen Umfang recht gebe.

Gruß
Frank

Hallo Frank,

… durch Wirtschaftsmacht immer irrere Strukturen
bauen, nach denen wir uns richten sollen. Für mich hat das
nichts mit Freiheit zu tun, ich fühle mich hier wie im
Gefängnis.

bitte, für einen ganz einfach strukturierten Geist - mir ist das zu abstrakt - nenne ein Beispiel für Wirtschaftsstrukturen, die Dir das Gefühl eines Gefängnisses vermitteln.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

bitte, für einen ganz einfach strukturierten Geist - mir ist
das zu abstrakt - nenne ein Beispiel für
Wirtschaftsstrukturen, die Dir das Gefühl eines Gefängnisses
vermitteln.

Ist doch ganz einfach: Wenn’s klappt, war man’s selber, wenn’s nicht klappt, das böse System…:smile:

Grüße+Frohes Fest
Jürgen

Hallo Winfried,

Ich komme ursprünglich aus der politischen Linken.
Ehemals als jahrelanger Grün-Wähler war ich doch letztendlich
fürchterlich enttäuscht, das sich die Führungsspitze der
Grünen zu solchen
„Hänge-Fähnchen-nach-nach-jedem-Wind-um-Vorteile-zu-geniesen“-Politikern
entwickelten.

Ich nenne das eher (um die Vorteile reduziert) Regierungspragmatismus. Es ist immer leichter, den Moralapostel zu spielen, wenn man keine Verantwortung trägt. Und das mussten die Grünen wie auch ihre (Ex-)Wähler wohl oder über erkennen.

Auf der Suche nach einer politischen Neuorientierung
informierte ich mich breitflächig, auch über „unbequeme“
Parteien.
Ich lies mir mal aus Neugierde Werbung der PDS und der Rechten
Parteien schicken.

Einmal exzentrisch, immer exzentrisch? Die Mitte bietet Dir nichts? Hast Du ein generelles Problem mit dem System hier? (Sorry, wenn jemand von ganz links nach ganz rechts unter offensichtlicher Auslassung der Mitte trudelt, dann stellt sich mit einfach diese Frage)

Interessant fand ich folgendes :

Die Grünen haben Ihre Wurzeln (wie schon oben erwähnt) in dem
Terror der Linken der 70er Jahre, ausgeufert mit
Baader-Meinhof.
Das nimmt denen aber heute keiner mehr übel.
Redet man über grüne Politik, redet man über zukünftige Dinge.

Die erste Prämisse halte ich in ihrer Absolutheit für absurd, die zweite ist meine Meinung, da ich noch immer die ökologische Umgestaltung der Gesellschaft für den Weg in die Zukunft halte…

Die PDS und die Rechten haben Ihre Wurzen in der SED und den
Nationalsozialisten.
Das nimmt man den Leuten heute immer noch übel.

Ich persönlich nehme diesen Herrschaften weniger ihre Vergangenheit übel, sondern dass sie (wie man auch in diesem Forum häufiger feststellt) aus der Vergangeheit nichts gelernt haben. Veraltete, als nicht funktionsfähig bewiesene Konzepte muss ich nicht wiederholt haben…

Das ist doch nicht fair.
Man gibt diesen Parteien doch überhaupt keine konkrete Chance.

Sie haben jede Chance, gerade in dieser Zeit mit innovativen Vorschlägen aufzuwarten. Ich sehe halt nur keine…

Grüße
Jürgen

solicitation
Hallo Wolfgang,

bitte, für einen ganz einfach strukturierten Geist - mir ist
das zu abstrakt - nenne ein Beispiel für
Wirtschaftsstrukturen, die Dir das Gefühl eines Gefängnisses
vermitteln.

Kurz: alle.
Warum muß man soetwas unheimlich kompliziertes bauen? Ganz einfach: um mich möglichst effizient zu verarschen, damit ich möglichst viel Geld ausgebe. Einen anderen Sinn haben diese Strukturen nicht.
Du regst dich doch selbst immer über diesen aufgeblähten Staat auf. Der wird aber nunmal benötigt, damit die Wirtschaft nicht zusammenbricht. Hier braucht jeder sein eigenes Gesetz, um in dieser Besitzstandsgesellschaft eine Existenzberechtigung zu erhalten. Zu guter letzt hat überhaupt keiner mehr einen Durchblick, weil die Gesellschaft nunmal dynamisch und nicht statisch ist.
Wenn du hier eine Steuer oder ein Gesetz abbaust, ist das für irgendjenmand ein Nachteil, der ihm seine Existenzgrundlage entzieht. Es ist ein Kurzschluss, auch solicitation genannt. Frag Christian, der weiß das besser.
Wir müssen aber tatsächlich von dieser Reglementierungswulst weg, da das entwicklungshemmend ist.
Hier wird doch alles dem Zufall überlassen. Jeder darf machen, was er will. Das endet für mein Verständnis dort, daß die Welt eine riesige Klappsmühle wird. Du hast es ja selbst schon festgestellt. Die Welt ist aber nicht zufällig. Hier hat alles einen Grund und seinen Sinn, wenn man genau hinschaut. Wer das nicht glaubt, hat lediglich den dialektischen Zusammenhang zwischen Zufall und Notwendigkeit nicht begriffen.
Unterschätzt doch mal bitte nicht ständig die Ossis sondern schaut mal ganz genau hin. Das, was zu Ostzeiten stets versucht wurde den Leuten klarzumachen, die Philosophie, die dahinterteckt, entwickelt sich hier zwangsläufig von alleine. Letztendlich werden hier die modernen Technologien entwickelt und auch hier eingesetzt. Deshalb gibts hier auch ein Chipwerk und vier Autozusammenbastler in Sachsen. Diese Technologien sind in den alten Ländern vielfach garnicht einsetzbar, weil nicht nur entsprechend gebildetes Personal fehlt, sondern die komplette Anpassung daran. Was meinst du, was du heute kaufen könntest, wenn wir in der Lage wären, unsere Technologien in der Wirtschaft zu etablieren? Du könntest damit sämtliche Umweltprobleme lösen. Nuir hat das bislang ausschließlich sorum funktioniert, daß die modernen Firmen pleite gemacht wurden, um sich in den Besitz der Technologien zu bringhen, man aber auf der anderen Seite schlicht zu doof war, damit umzugehen. Die Grundlagen für den TDI-Motor wurden vor ca. 35 Jahren entwickelt. Damals hat sich einer sein Auto sorum umgestrickt, daß er mit altem Öl aus ner pommes-Bude fahren konnte. Eine Ewigkeit hats gedauert, dieses einsatzfähig zu machen, weil man sich erst in deren Besitz bringen mußte und dann noch, welcher Sinn dahintersteckt.
Ich finde ganz einfach den Punkt nicht, was an dieser Gesellschaft sinnvoller oder moderner sein soll. In den 40 Jahren haben sich hier andere Wertvorstellungen entwickelt, weil eine andere, modernere Philosophie dahintersteckte. Das bekommst du aus den Leuten auch nicht raus. Im Gegenteil, das entwickelt sich immer weiter. Ich lege mehr Wert auf Gesundheit, Bildung, Familie, nicht auf ein größtmögliches Auto oder Millarden bunt bedruckter Zettel, um die ich mich den ganzen Tag kümmern muß. Letztere sind doch nur Mittel zum Zweck.
Eigentlich Schade, daß ihr nie im Osten gelebt habt. Ihr würdet jetzt garantiert ein paar Dinge anders sehen. Ich sehe dasso, daß diese deutsche Einheit nicht nur teuer wird, die wird wohl alles Geld kosten. Hier ist ein gesellschaftlicher Kurzschluß fabriziert worden, der wiedermal nicht bis zui Ende gemacht wurde. Eigentlich auch logisch. Dieses Geld ist ja nur deshalb per Definition wertlos, damit man damit schön weiter die Leute verarschen kann. Nur daß wir hier keinen mehr als Oberindianer brauchen. Ein Bush ist definitiv zu doof dazu. Soll ich mich jetzt bis zu dem zurückentwickeln? Das verlangt aber diese Gesellschaft von mir. Ich soll mich hier assimilieren lassen in irgendwelchen Herrschaftsstrukturen.
Das war früher sinnvoller geregelt. Das Problem war nur, daß es nach bürgerlicher Manie immernoch einen Oberindianer gab, welcher den Ton angeben mußte. Somit ist eine sinnvolle Philosophie zur Ideologie verkommen.
Ihr habt in denm Gesellschaftswissenschaften wahrlich noch einen riesigen Nachholebedarf. Das ist auch das Problem, warum die bürgerlichen Parteien die Politik nicht auf die Reihe bekommen. Der größte Brüller ist für mich eine Frau Dr. Merkel an der Spitze der CDU. Die hat d/h M. bis zum abwinken gepaukt. Ich hoffe nur, daß sie es irgendwann auchmal begreift, was man ihr kostenlos gelehrt hat. Dann kann sie das nämlich Merz und den anderen Pappnasen auch mal beibringen :smile: Nur kann sie das leider nicht so gut wie eine PDS, weil an dieser noch eine komplette gesellschaftswissenschaftliche Akademie dranhängt, welche noch irgendwann dringend notwendig werden wird.

So verstehe ich das jedenfalls ganz grob, was hier abläuft.
Versuch doch einfach mal die PDS zu verstehen. Da will niemand den Oberindianer spielen, sondern das ist schlicht geistige Knochenarbeit, um den Leuten beizubringen, wie sie überleben können, ohne sich ständig gegenseitig umzubringen. Reformen wollen alle, aber die einzige Partei, die dazu fähig ist, wird diffamiert, weil das so in der Blödzeitung stand.

Gruß
Frank
PS: Für einen einfach strukturierten Geist halte ich dich beim besten Willen nicht. Man hat euch halt nur von der Schule an aufwärts irgendwie andersherum gestrickt. :smile: Irgendwie scheint ihr zufälligerweise damit zurechtzukommen. Ich werde das wohl nie richtig kapieren können.

hallo!!

die mechanismen die da am werke sind heissen gruppenzwang und vorurteile.

das ist nicht auf die medien beschränkt sondern betrifft alle bereiche:

  1. dehnen sei nötig oder gar gesund
  2. milch hilft gegen osteoporose

wer sich gegen diesen gruppenzwang stellt wird blöd angeschaut-weil „doch jeder weiss dass es anders ist“.
insofern ist deine enttäuschung (?) über diese vorgänge zu verstehen-aber das ist der preis den man zahlen muss wenn man mit anderen menschen zu tun hat.

bitte auch nicht vergessen dass „die medien“ ja nicht von irgendwoher kommen-da sitzen leute dahinter die zum teil keinen blassen schimmer haben. und nur weil`s irgendwo steht (zeitung) oder irgendwo zu sehen ist muss es ja noch lange nicht die ganze wahrheit sein.

tschüss

matthias

Ich finde ganz einfach den Punkt nicht, was an dieser
Gesellschaft sinnvoller oder moderner sein soll. In den 40
Jahren haben sich hier andere Wertvorstellungen entwickelt,
weil eine andere, modernere Philosophie dahintersteckte. Das
bekommst du aus den Leuten auch nicht raus. Im Gegenteil, das
entwickelt sich immer weiter. Ich lege mehr Wert auf
Gesundheit, Bildung, Familie, nicht auf ein größtmögliches
Auto oder Millarden bunt bedruckter Zettel, um die ich mich
den ganzen Tag kümmern muß. Letztere sind doch nur Mittel zum
Zweck.
Eigentlich Schade, daß ihr nie im Osten gelebt habt.

Hallo Frank,

an diesem Punkt bist Du bei mir genau an der richtigen Adresse. Es liegt wohl an der menschlichen Natur, in der Erinnerung manches zu verbrämen. Fotos und zeitnah aufgeschriebene Geschichte werden im Laufe der Zeit nicht immer schöner und sind deshalb auf die Dauer die objektiveren Zeitzeugen. Aber der Reihe nach: Über Jahre hatte ich private und beruflich-technische Kontakte in die DDR, aber das lasse ich der Kürze halber weg. Seit einiger Zeit lebe ich aber selbst in der ehemaligen DDR, in der Pampa, wo die Zeit stehen geblieben ist. Seit einigen Monaten wühle ich in der Vergangenheit. Mein Ziel war, den ursprünglichen Zustand von 3 Gebäuden zu rekonstruieren. Und ich bin fündig geworden, habe mehr und tiefere Informationen, als sogar hier vor Ort im Gemeindearchiv und beim Denkmalamt auffindbar waren. Durch einen schier unglaublichen Zufall habe ich direkte Nachfahren der ehemaligen Eigentümer kennen gelernt, die eine feinstens geordnete Familienchronik über mehrere Jahrhunderte besitzen. Die ältesten Fotos in hervorragender Qualität, die jedes Detail erkennen lassen, stammen aus dem Jahr 1911. Diese Bilder sind für mich am wertvollsten, weil sie die Rekonstruktion von Fassadendetails erlauben. Damals bis 1939 war es hier ein Rittergut. Kriegszerstörungen gab es hier nicht. Bis in die 40er Jahre zeigen die Fotos Gebäude in bestem Zustand. Mitte der 40er/Anfang der 50er Jahre ist ein Einschnitt erkennbar. Zahlreiche Flüchtlinge und Zwangseinweisungen führten dazu, daß zuvor traumhafte Gebäude und Räume notdürftig mit Wänden unterteilt wurden, um möglichst viele Menschen unterzubringen. Die Gebäude, die z. T. Jahrhunderte überdauert hatten, waren äußerlich trotzdem immer noch in gutem Zustand. Dann aber setzte eine Mischung aus Verfall, offenkundiger Gleichgültigkeit, Mangel und haarsträubendem Pfusch den Gebäuden zu. Mit DDR-Standard beglückte Gebäude sind sämtlich reif für die Entkernung. Alles aus Plaste und Elaste, ob Wasserhahn oder Fensterbeschlag. Alles zu schwach dimensioniert, miserabel hergestellt und ebenso miserabel verarbeitet, lieblos in der Formgebung - wer selbst Konstrukteur ist, sieht regelrecht, wo den DDR-Kollegen die Lust verlassen hat. Die ganze Pracht ist bis heute zu bewundern. Einschließlich der Menschen, die hier leben. Hier auf dem Dorf hat sich nichts getan. Die Leute sind durch die Bank gleichgültig und phlegmatisch. Vieles läuft noch über alte Seilschaften mit Bakschisch und Beziehungen, sonst geht überhaupt nichts. Teile des Gebäudebestands werden noch von den gleichen Leuten wie zu DDR-Zeiten verwaltet. Wie auch sonst. Aber die Herrschaften arbeiten noch so wie zu DDR-Zeiten, nämlich ohne ein Minimum von Eigenverantwortlichkeit und gleichgültig, daß man schon mal die Haßkappe aufsetzen möchte. 40 Jahre DDR haben ihre Spuren an Menschen und an Gebäuden hinterlassen, schlimmer wie ganze Jahrhunderte zuvor.

Als Student verdiente ich mir einen Urlaub in Griechenland in einem Superhaus mit Privatstrand an der Ägäis. Als Gegenleistung mußte ich nur die Elektro- und Wasserinstallation in Ordnung bringen. Wenn ein griechischer Monteur eine Wasserleitung installiert, dann leckt sie garantiert. Das ist einfach so. Einen Türbeschlag kann man eigentlich nicht falsch montieren, ein griechischer Handwerker schafft aber auch das. Auch unter Garantie. Der Pfusch ist normal. Man sieht das alles nicht so eng. In Süditalien oder in der Türkei sieht es diesbezüglich ähnlich aus. Das hab ich gelernt, damit kann man sich abfinden (oder sich einen Urlaub damit verdienen). Lange glaubte ich, griechische Verhältnisse sind nicht zu toppen. Bis ich nach Moskau und St. Petersburg kam. Erstes Hotel am Platz nur für ausländische Gäste. Eines Tages kam eine Malerbrigade ins Hotel. Sie malten die Flure an. Gründlich. Alles giftgrün. Heizkörper, Wände, Fenster einschließlich der Scheiben. Die Mühe, auch nur einen Fetzen Papier auf den Fußboden zu legen, war schon zu viel. Wo die Maler fertig waren, konnte man eigentlich nur noch abreißen. Also habe ich gelernt, daß man griechische und russische Verhältnisse nicht toppen kann. Doch, man kann! In der DDR hat man auch das geschafft. Dabei kann ich zwischen Mangelerscheinung und Improvisation einerseits und zu leck-mich-am-Arsch-Stimmung erzogenen Menschen andererseits sehr wohl unterscheiden.

Mir sind auch die Stärken und Vorzüge des DDR-Systems durchaus bekannt. Man muß nur wissen, wohin die Reise gehen soll. Lange ist’s her, als ich glaubte, die alte Bundesrepublik sei eine Servicewüste. Inzwischen habe ich gelernt, daß es weit schlimmer geht, nämlich in den neuen Bundesländern. Erinnerst Du Dich an Gaststätten in der DDR? Man schaffte es, wirklich jedem Raum den Charme einer Bahnhofshalle zu verpassen. Dazu noch gleichgültiges Personal und lieblos zubereitete Speisen, das war Standard und ist bis heute außerhalb der Touristenzentren der Normalzustand. Mit Gewinnstreben eine Arbeit/ein Geschäft zu optimieren, das ging und geht vielen Menschen hier bis heute völlig ab. Ist natürlich alles Geschmacksache, aber ich nenne so etwas einen Sauhaufen.

Mir ist ein Fall bekannt, wo die Bewohner eines Mietshauses ihre Wohnungen für je 1 Euro hätten kaufen können. Will keiner, die Leute zahlen lieber Miete. Der Gedanke, plötzlich selbst für alles zuständig zu sein, ist ihnen unheimlich. Die Menschen sind zu lange daran gewöhnt, nicht zuständig zu sein, rundherum versorgt zu werden und Bescheid zu bekommen, was zu tun und zu lassen ist. Von Versorgungsempfängern kann ein Gemeinwesen aber nicht leben. Gebraucht werden möglichst viele Zugpferde, die etwas tun und selbst entscheiden, was und wie etwas getan wird. Daran ist letztlich das Modell DDR gescheitert. Gewinnstreben und Phantasie zu vieler potentieller Zugpferde wurde systematisch totgetrampelt und durch die zentralistische Planung zwangsläufig stümperhaft ersetzt.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang.

an diesem Punkt bist Du bei mir genau an der richtigen
Adresse. Es liegt wohl an der menschlichen Natur, in der
Erinnerung manches zu verbrämen. Fotos und zeitnah
aufgeschriebene Geschichte werden im Laufe der Zeit nicht
immer schöner und sind deshalb auf die Dauer die objektiveren
Zeitzeugen. Aber der Reihe nach: Über Jahre hatte ich private
und beruflich-technische Kontakte in die DDR, aber das lasse
ich der Kürze halber weg. Seit einiger Zeit lebe ich aber
selbst in der ehemaligen DDR, in der Pampa, wo die Zeit stehen
geblieben ist. Seit einigen Monaten wühle ich in der
Vergangenheit. Mein Ziel war, den ursprünglichen Zustand von 3
Gebäuden zu rekonstruieren. Und ich bin fündig geworden, habe
mehr und tiefere Informationen, als sogar hier vor Ort im
Gemeindearchiv und beim Denkmalamt auffindbar waren. Durch
einen schier unglaublichen Zufall habe ich direkte Nachfahren
der ehemaligen Eigentümer kennen gelernt, die eine feinstens
geordnete Familienchronik über mehrere Jahrhunderte besitzen.
Die ältesten Fotos in hervorragender Qualität, die jedes
Detail erkennen lassen, stammen aus dem Jahr 1911. Diese
Bilder sind für mich am wertvollsten, weil sie die
Rekonstruktion von Fassadendetails erlauben. Damals bis 1939
war es hier ein Rittergut. Kriegszerstörungen gab es hier
nicht. Bis in die 40er Jahre zeigen die Fotos Gebäude in
bestem Zustand. Mitte der 40er/Anfang der 50er Jahre ist ein
Einschnitt erkennbar. Zahlreiche Flüchtlinge und
Zwangseinweisungen führten dazu, daß zuvor traumhafte Gebäude
und Räume notdürftig mit Wänden unterteilt wurden, um
möglichst viele Menschen unterzubringen. Die Gebäude, die z.
T. Jahrhunderte überdauert hatten, waren äußerlich trotzdem
immer noch in gutem Zustand. Dann aber setzte eine Mischung
aus Verfall, offenkundiger Gleichgültigkeit, Mangel und
haarsträubendem Pfusch den Gebäuden zu. Mit DDR-Standard
beglückte Gebäude sind sämtlich reif für die Entkernung. Alles
aus Plaste und Elaste, ob Wasserhahn oder Fensterbeschlag.
Alles zu schwach dimensioniert, miserabel hergestellt und
ebenso miserabel verarbeitet, lieblos in der Formgebung - wer
selbst Konstrukteur ist, sieht regelrecht, wo den DDR-Kollegen
die Lust verlassen hat. Die ganze Pracht ist bis heute zu
bewundern. Einschließlich der Menschen, die hier leben. Hier
auf dem Dorf hat sich nichts getan. Die Leute sind durch die
Bank gleichgültig und phlegmatisch. Vieles läuft noch über
alte Seilschaften mit Bakschisch und Beziehungen, sonst geht
überhaupt nichts. Teile des Gebäudebestands werden noch von
den gleichen Leuten wie zu DDR-Zeiten verwaltet. Wie auch
sonst. Aber die Herrschaften arbeiten noch so wie zu
DDR-Zeiten, nämlich ohne ein Minimum von
Eigenverantwortlichkeit und gleichgültig, daß man schon mal
die Haßkappe aufsetzen möchte. 40 Jahre DDR haben ihre Spuren
an Menschen und an Gebäuden hinterlassen, schlimmer wie ganze
Jahrhunderte zuvor.

Fall doch bitte nicht immer wieder auf die Bildzeitung drauf rein. Es ist summa sumarum schwachsinnig, alte Häuser zu sanieren. Daß das viwel zu teuer ist, haben doch die ganzen Baupleitiers seit der Wende bewiesen. Wozu also sanieren? Es ist sinvoller und billiger, zweckmäßig neu zu bauen, mit moderner Technologie, als sich an altem festzuhalten. Du dürftest doch selbst schon festgestellt haben, was eine ordentliche Sanierung kostet.
Bedenke bitte - wir hatten Krieg. Die Wirtschaft wurde aus vorhandenem so aufgebaut, daß sie mit den wenigen Rohstoffen möglichst effizient und modern funktionierte. Daß es auch hier schwierig war, die Leute vernünftig auszubilden, ist doch kein Geheimnis. Soetwas schaffst du nicht in ein paar Jahren. Du mußt das Wissen an Universditäten bündeln und ordnen und die Leute ausbilden und geradestricken, die die jungen ausbilden. Das hat doch bis heute ganz gut geklappt. Daß das auf dem Dorf schwieriger ist, ist doch gar keine Frage. Jetzt, im Informastionszeitalter, klappt das noch viel besser.

Als Student verdiente ich mir einen Urlaub in Griechenland in
einem Superhaus mit Privatstrand an der Ägäis. Als
Gegenleistung mußte ich nur die Elektro- und
Wasserinstallation in Ordnung bringen. Wenn ein griechischer
Monteur eine Wasserleitung installiert, dann leckt sie
garantiert. Das ist einfach so. Einen Türbeschlag kann man
eigentlich nicht falsch montieren, ein griechischer Handwerker
schafft aber auch das. Auch unter Garantie. Der Pfusch ist
normal. Man sieht das alles nicht so eng. In Süditalien oder
in der Türkei sieht es diesbezüglich ähnlich aus. Das hab ich
gelernt, damit kann man sich abfinden (oder sich einen Urlaub
damit verdienen). Lange glaubte ich, griechische Verhältnisse
sind nicht zu toppen. Bis ich nach Moskau und St. Petersburg
kam. Erstes Hotel am Platz nur für ausländische Gäste. Eines
Tages kam eine Malerbrigade ins Hotel. Sie malten die Flure
an. Gründlich. Alles giftgrün. Heizkörper, Wände, Fenster
einschließlich der Scheiben. Die Mühe, auch nur einen Fetzen
Papier auf den Fußboden zu legen, war schon zu viel. Wo die
Maler fertig waren, konnte man eigentlich nur noch abreißen.
Also habe ich gelernt, daß man griechische und russische
Verhältnisse nicht toppen kann. Doch, man kann! In der DDR hat
man auch das geschafft. Dabei kann ich zwischen
Mangelerscheinung und Improvisation einerseits und zu
leck-mich-am-Arsch-Stimmung erzogenen Menschen andererseits
sehr wohl unterscheiden.

Diese leck-mich-am-Arsch Stimmung ist nun aber nicht das Produkt einer Erziehung in der DDR. Das aus den Idioten rauszubekommen, war eigentlich oberstes Ziel. Wer seine Ausbildung ein bißchen ernst genommen hat, ist doch damit auch bestens zurechtgekommen.
Aber noch zwei Beispiele von mir: London habe ich als die definitiv dreckigste Stadt in Erinnerung. Außerdem gibts dort nirgends etwas genießbares zu essen. Altmodischer gehts nicht.
Ein Bekannter ist Dachdeckermeister. Er mußte letztes Jahr in Nordbayern ein Flachdach machen und hat es selbstverständlich dicht bekommen. 15 !! Firmen aus der Region haben das vor ihm nicht geschafft.
Du darfst das nicht ganz regional sehen. Auch hier im Ort gabs genügend Trottel, die nun putzigerweise verschwunden sind.
Die Frage ist, ob es in der heutigen Gesellschaft möglich ist, die Leute so auszubilden, daß sie sich hier im Land wieder zurechtfinden. Daran glaube ich nicht. Pisa hats bewiesen, dann soll noch GATS kommen. Es ist doch garnicht gewollt, daß die Leute intelligenter werden. Das sehe ich als Irrsinn hoch neun. Es geht hier auch nicht um DDR oder BRD. Auch letztere gibt es nicht mehr. Die Welt ist heute so durchsichtig geworden, daß doch immer mehr den Irrsinn erkennen, den z.B. Bush anstellt. Der würde zu der russischen Malerbrigade passen.
Hinter unserem ganzen Zusammenleben steckt ein geschlossenes System, glaubs mir. Das muß den Leuten begreiflich gemacht werden, damit die sich in geordneten Bahnen bewegen. Dieser gesellschaftliche Kurzschluß, den Marx als Kommunismus betitelt hat, vollzieht sich zwangsläufig in einer entwickelten kapitalistischen Gesellschaft. Wir kommen nicht drumrum. Die Frage ist nur, ob er in einem großen Knall endet, oder ob wir das geordnet hinkriegen. Das geht ausschließlich mit einer PDS, da bürgerliche Parteien und deren „Führer“ lediglich machtbesessen sind. Die Gabi Zimmer wäre garantiert froh darüber, wenn du ihr den Job abnehmen würdest - vorausgesetzt, du kannst es. Das ist intellektuelle Knochenarbeit. Ihr müßt wirklich mehr Gesellschaftswissenschaften studieren, damit ihr das erkennt. d/h M, wie wir ihn hatten, war keine ideologische Verarsche, sondern echte Wissenschaft. Man hat den Leuten erklärt, wie sie denken, auch du, und wie man damit umgeht. Deshalb war dies ein zwingender Bestandteil eines jeglichen Studiums im Osten. Zwangsläufig sind jegliche Intellektuelle auch Führungskräfte.
Wir haben derzeit wieder Sozialismus. Den haben wir, seit der Kaiser weg ist. Nur diesmal Staatssozialismus a la Schröder. Früher hieß das SPD-Weimarer Republik, Nationalsozialismus, dann auch mal Honni-DDR.
Sozialismus ist eine Mischform mit Leuten bürgerlicher Denkweisen und mit Leuten mit moderneren Denkweisen. Du persönlich bist doch auch in der Lage, dich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sie erkennen die Zusammenhänge in der Welt immer besser. Wie willst du Menschen mit diesem Wissen langfristig in Herrschaftsverhältnisse stecken, wenn die ihrem Herrn auf einem Meter dreimal erklären müssen, daß er schlicht doof ist. Ich habe persönlich überhaupt keine Probleme damit, mir von jemand sagen zu lassen, wo es lang geht, der mehr weiß und das besser als ich. Daß Schröder beispielsweise weiter Krieg spielt, wußte ich vor der Wahl. Der hat nämlich garkeine andere Chance, weil der mit dem Kopf in George Dubbjas Hintern steckt. Er hätte ihm auch erklären können, wie man die Wirtschaft im Land stabilisiert, aber er ist schlicht und ergreifend zu doof dazu. Und das ist deshalb so, weil in diesem Land die Gesellschaftswisenschaften nicht auf einer wissenschaftlichen Grundlage basieren, sondern auf wüsten Theorien. Weil das keiner wahr haben will, sind die ganzen Wissenschaften aus ihren Zusammenhängen gerissen und orientieren sich nur teilweise an der Realität. Man hat ja noch nicht mal mitbekommen, daß das Geld nichts mehr wert ist. So, wie die Wirtschaft heute funktioniert, ist ein Kurzschluß nicht mehr auszuschließen. Worldcom u.ä. haben es ja bewiesen. Es entstehen überall Finanzblasen, welche platzen.
Wenn wir nun noch unsere Technologien etablieren, geht diese alte Wirtschaft zwangsläufig pleite.
Wie willst du in dieser Gesellschaft, wenn es möglich wäre, einen Replicator auf den Markt bringen, der nicht nur sich selbst, sondern auch alles andere herstellen kann, was benötigt wird, ohne bedient werden zu müssen? Keiner hätte mehr Arbeit, keiner könnte Geld verdienen und keiner könnte überleben. Um es anders auszudrücken: Diese Wirtschaft funktioniert nur, wenn sie so ineffizient wie möglich gestaltet wird, damit alle stets bemüht sind, der Kohle hinterherzurennen.
Dazu fällt mir nur ein: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein!“

Mir sind auch die Stärken und Vorzüge des DDR-Systems durchaus
bekannt. Man muß nur wissen, wohin die Reise gehen soll. Lange
ist’s her, als ich glaubte, die alte Bundesrepublik sei eine
Servicewüste. Inzwischen habe ich gelernt, daß es weit
schlimmer geht, nämlich in den neuen Bundesländern. Erinnerst
Du Dich an Gaststätten in der DDR? Man schaffte es, wirklich
jedem Raum den Charme einer Bahnhofshalle zu verpassen. Dazu
noch gleichgültiges Personal und lieblos zubereitete Speisen,
das war Standard und ist bis heute außerhalb der
Touristenzentren der Normalzustand.

Da habe ich andere Erfahrungen - Düsseldorf, Worringerplatz - Altbierkneipe. Dort war ich vor 6 Jahren. Da hing sogar die vergilbte Tapete in Fetzen von der Wand. Noch nichtmal das Bier hat geschmeckt :smile: Andererseits kann ich dir beispielsweise Bilder aus unserem Kulturhaus und Kinokaffe zeigen. Es liegt doch wirklich an jedem selber.

Mit Gewinnstreben eine

Arbeit/ein Geschäft zu optimieren, das ging und geht vielen
Menschen hier bis heute völlig ab. Ist natürlich alles
Geschmacksache, aber ich nenne so etwas einen Sauhaufen.

Meine Worte :smile:

Mir ist ein Fall bekannt, wo die Bewohner eines Mietshauses
ihre Wohnungen für je 1 Euro hätten kaufen können. Will
keiner, die Leute zahlen lieber Miete.

Logisch. woher soll ich wissen, ob ich hier morgen noch einen Job finde. Wozu soll ich mir ne Wohnung kaufen, wenn ich mir hier die Kohle zusammensuchen muß.

Der Gedanke, plötzlich

selbst für alles zuständig zu sein, ist ihnen unheimlich. Die
Menschen sind zu lange daran gewöhnt, nicht zuständig zu sein,
rundherum versorgt zu werden und Bescheid zu bekommen, was zu
tun und zu lassen ist. Von Versorgungsempfängern kann ein
Gemeinwesen aber nicht leben.

Richtig. Strick sie um, damit sie wissen, wie die was tun müssen.

Gebraucht werden möglichst viele

Zugpferde, die etwas tun und selbst entscheiden, was und wie
etwas getan wird. Daran ist letztlich das Modell DDR
gescheitert. Gewinnstreben und Phantasie zu vieler
potentieller Zugpferde wurde systematisch totgetrampelt und
durch die zentralistische Planung zwangsläufig stümperhaft :ersetzt.

Das klappt aber jetzt besser. Ich sehe es nicht so, daß die Philosophie gescheitert ist. Die DDR mußte scheitern. Es war staatsmonopolistischer Kapitalismus. Genauso wird zwangsläufig auch dieses Land scheitern. Das haben doch auch Rußland und China erkannt und haben sich der Welt geöffnet. Daß die Endlösung einer Gesellschaft mal DDR heißt, hat Marx nie behauptet. Ich begreife aber eine DDR als Test für zukünftige Aufgaben. Dieses Land bringt zwangsläufig emanzipierte Menschen hervor, die in der Lage sind, die Geselllschaft so zu steuern, daß sie nicht gegen die Wand läuft. Du mußt eine Gesellschaft zwangsläufig steuern. Das geht doch in diesem Land nicht anders. Das geht nun mal nur über eine Parteinenstruktur, in welcher die Führungskräfte miteinander arbeiten. Wie das Managment in einer Firma. Du kannst nichts dem Zufall überlassen.

Gruß
Frank

Ich komme ursprünglich aus der politischen Linken.

Ich bin noch am Ursprung und deswegen wahrscheinlich immer noch links

Ehemals als jahrelanger Grün-Wähler war ich doch letztendlich
fürchterlich enttäuscht, das sich die Führungsspitze der
Grünen zu solchen
„Hänge-Fähnchen-nach-nach-jedem-Wind-um-Vorteile-zu-geniesen“-Politikern
entwickelten.

Das lässt sich fast nicht verhindern. Ich bin darüber auch nicht immer erfreut. Aber sonst erreicht man nicht viel…

Auf der Suche nach einer politischen Neuorientierung
informierte ich mich breitflächig, auch über „unbequeme“
Parteien.
Ich lies mir mal aus Neugierde Werbung der PDS und der Rechten
Parteien schicken.

Ich hab mir allgemein zur Orientierung erstmal alle Programme schicken lassen.

Die Schandtaten der Vergangenheit (und davon gab es genug)
werden von den Medien 1 zu 1 für die Zukunft umgesetzt, ohne
nachzufragen ob das auch wirklich das Wahlprogramm der
Parteien ist.

Das ist ein natürlicher Schutzmechanismus der Gesellschaft. Was mal schlecht war, wird erstmal geächtet. Unabhängig davon, ob es noch schlecht ist. So schützt sich der einzelne. Mag ja sein, dass rechte Parteien mittlerweile ganz gute Ideen haben, aber vor 50 Jahren ist da irgenwie was in der Richtung schief gelaufen und es gibt ja genügend alternativen, also lieber keine Gedanken mehr dran verschwenden. So wird dann zwar diese Partei unterdrückt, aber man ist auch geschützt vor extremen.

Das ist doch nicht fair.
Man gibt diesen Parteien doch überhaupt keine konkrete Chance.

Richtig! Und genau deshalb fordern gerade rechte Parteien in ihren Programmen erstmal eine gerechte Berichterstattung!

Z.B. bei den „ganz knallharten“ (Originallton meines Bruders),
der NPD, da stehen solche Dinge im Wahlprogramm wie
Arbeitsplatzerhaltung, Soziale Sicherheit, bezahlbarer
Wohnraum usw usw.

Wenn du Parteiprogramme liest, wird dir erstmal auffallen, dass da so gut wie nichts drin steht. Ein Parteiprogramm ist das „höchste“ und „offiziellste“. Da steht überhaupt gar nichts kritisches drin sondern nur so allgemeiner Kram und Blabla. Aber du hast recht! Auch die rechten Parteien haben ein recht normales Programm, das einfach nur deren politische Ideologie vertritt und die ist keinenfalls immer nur „Ausländer raus!“ oder ähnliches. Es ist einfach nur eine Ideologie, die in keinster Weise Verfassungsfeindlich ist! Ich könnte noch viel schreiben…
Das Hauptproblem bei den Rechten ist nicht das Parteiprogramm, sondern die Mitglieder, die sind teilweise sehr radikal. und wenn man dann auf die Homepages schaut, dann fällt einem auf, wie radikal sie sind. Das Parteiprogramm an sich ist völlig in Ordnung und dürfte meiner Meinung nach ruhig stärker im Parlament vertreten sein, denn tatsächlich sind die rechten sehr volksnah und repräsentieren ihre Ängste. Viele haben Angst vor „Überfremdung“, „Amerikanisierung“, „Krieg“, „Kriminalität“ etc.

DAVON hörte ich vorher noch in keinem Medienbericht.
Immer nur davon, das die heutige NPD oder die Republikaner von
den Nazis ausgehen und was DIE früher gemacht … Tja,
früher.

Gehen großteils überhaupt nicht auf die Nazis zurück. Sind schließlich Neonazis. Ich find’s fast schade, dass die meisten Rechten Symbolik und Ideen aus der Nazizeit übernehmen. Ich bin wirklich das Gegenteil von rechts und national. Aber die rechten vetreten viele Ideen, die heutzutage den Jugendlichen wieder wichtig sind. (Als Paradebeispiel gilt hier das „Endlich wieder stolz sein wollen deutsch zu sein“; Jugendliche fühlen sich viel zu sehr mit alter Schuld belastet; da sprechen die rechten für das Volk, Gott sei Dank nicht für mich!)

Gruß,
Max

PS: Geh jetzt „Therapy“ spielen