Politik oder Psychologie?

Hallo,

meine Nachbarn gehen so langsam auf die „80“ zu. Vorgestern fragte meine Nachbarin mich, ob ich der Meinung sei, sie müsse Angst um ihr Gespartes haben.

Ich verstehe die Berichterstattung der Medien nicht und frage mich, ob es nicht eher so ist, dass bewusst Panikmache betrieben wird.

Da investieren Menschen ihr Geld bei einer isländischen Bank, die gute Zinsen verspricht. Nun ist die Bank nicht erreichbar, genaues weiß man nicht, was mit den Geldern der Auslandskunden passiert …
aber man liest von „gefühlten Verlusten“? Ey, was ist denn ein gefühlter Verlust? Man befürchtet sogar, dass die Bundesregierung da
vielleicht nicht gewillt ist, sich einzuschalten.

Mir erscheint das wie eine „Vollkasko-Mentalität“. Jeder möchte
zwar selbst entscheiden, was er tut, wenn es schief geht sollen sich
doch bitte mal andere überlegen, wie man da wieder raus kommt.

Sicherheit hat mittlerweile einen höheren Stellenwert als Selbst-
verantwortung und Selbstbestimmung.

Was geht ab? Mittlerweile muss ich mir als Arbeitgeber schon unter-
schreiben lassen, dass ich meine Mitarbeiter auf die Möglichkeiten der Alterversorgung hingewiesen haben, sie es verstanden haben und bla bla. Arbeiten die Mitarbeiter im Sommer mit freiem Oberkörper, muss ich dafür sorgen, dass sie ein T-Shirt anziehen oder entsprechenden Sonnenschutz verwenden. Hä??

Jetzt hör ich lieber auf :wink:

Welcher Zweck steckt dahinter?

Liebe Grüße
usch

Hallo,

Mir erscheint das wie eine „Vollkasko-Mentalität“. Jeder
möchte zwar selbst entscheiden, was er tut, wenn es schief geht
sollen sich doch bitte mal andere überlegen, wie man da wieder raus :kommt.

überrascht Dich das wirklich? Menschen sind egoistisch. Ich kenne das von unseren Doktoranden:

Einen Titel?
Ja, gern.
Ein paar Veröffentlichungen?
Ja, gern.
Geld?
Ja, bitte.
Für alles mußt Du arbeiten?
Du spinnst ja. Arbeiten? Müssen? Ich? Arbeite Du mal an Deinem Sozialverhalten.

Beste Grüße

Hallo,

Mir erscheint das wie eine „Vollkasko-Mentalität“. Jeder
möchte
zwar selbst entscheiden, was er tut, wenn es schief geht
sollen sich
doch bitte mal andere überlegen, wie man da wieder raus kommt.

Sicherheit hat mittlerweile einen höheren Stellenwert als
Selbst-
verantwortung und Selbstbestimmung.

Was geht ab? Mittlerweile muss ich mir als Arbeitgeber schon
unter-
schreiben lassen, dass ich meine Mitarbeiter auf die
Möglichkeiten der Alterversorgung hingewiesen haben, sie es
verstanden haben und bla bla. Arbeiten die Mitarbeiter im
Sommer mit freiem Oberkörper, muss ich dafür sorgen, dass sie
ein T-Shirt anziehen oder entsprechenden Sonnenschutz
verwenden. Hä??

Jetzt hör ich lieber auf :wink:

Welcher Zweck steckt dahinter?

Liebe Grüße
usch

Hi Usch.

Vollkaskomentalität trifft es ganz gut. Eigenverantwortung wird schon lange nicht mehr groß geschrieben und vielleicht auch nicht gewünscht (so, wie „Selbständige“ behandelt werden, drängt sich mir der Gedanke ganz stark auf.) Das führt inzwischen sogar dazu, dass es ein Verantwortlicher gesucht wird, wenn der Sturm einen Baum umlegt oder gar ganze Häuser abdeckt. „Die hätten uns doch warnen müssen!!!“ Wer „die“ ?
Jedenfalls soll eben alles geregelt werden, denn alles, was geregelt ist, kann man eben auch kontrollieren. So sehe ich das.

autarke Grüße

Das hat auch immer was mit Verantwortungsdiffusion zu tun.
Da ist bestimmt einer der es besser weiß, der es besser kann, der sich darüber Gedanken gemacht hat, dann muss ich es nicht tun.

Gruß

Hallo,

meine Nachbarn gehen so langsam auf die „80“ zu. Vorgestern
fragte meine Nachbarin mich, ob ich der Meinung sei, sie müsse
Angst um ihr Gespartes haben.

Mir erscheint das wie eine „Vollkasko-Mentalität“. Jeder
möchte zwar selbst entscheiden, was er tut, wenn es schief geht
sollen sich doch bitte mal andere überlegen, wie man da wieder raus kommt.

Sicherheit hat mittlerweile einen höheren Stellenwert als Selbst-
verantwortung und Selbstbestimmung.

Arbeiten die Mitarbeiter im Sommer mit freiem Oberkörper, muss ich dafür sorgen, dass sie ein T-Shirt anziehen oder entsprechenden Sonnenschutz verwenden. Hä??

Welche Antwort hast du ihr gegeben, der knapp 80-jährigen?

Gruß
Der Franke

Wo ist das Problem?
Hallo,

meine Nachbarn gehen so langsam auf die „80“ zu. Vorgestern
fragte meine Nachbarin mich, ob ich der Meinung sei, sie müsse
Angst um ihr Gespartes haben.

Eine recht normale Frage, wie ich finde. Insbesondere, wenn man altersbedingt nicht mehr unbedingt 2-3 Jahre warten kann, bis sich irgendein Aktienmarkt wieder erholt hat.

Ich verstehe die Berichterstattung der Medien nicht und frage
mich, ob es nicht eher so ist, dass bewusst Panikmache
betrieben wird.

Mein Eindruck ist eher, die Politiker haben momentan selbst die Panik.

Da investieren Menschen ihr Geld bei einer isländischen Bank,
die gute Zinsen verspricht.

Ist das der Fall bei Deinen 80-jährigen Nachbarn, oder waren sie nur der Aufhänger?

Nun ist die Bank nicht erreichbar,
genaues weiß man nicht, was mit den Geldern der Auslandskunden
passiert …
aber man liest von „gefühlten Verlusten“? Ey, was ist denn ein
gefühlter Verlust?

Ein gefühlter Verlust ist so etwas wie ein gefürchteter Verlust. Ein Eigentum, über das man momentan nicht verfügt. Wie z.B. ein Auto das abgeschleppt wurde oder eine verleihene Schallplatte bei der sich der Ausleiher nicht mehr meldet. Oder Geld das man auf unbestimmte Zeit nicht abheben kann.

Man befürchtet sogar, dass die
Bundesregierung da
vielleicht nicht gewillt ist, sich einzuschalten.

Fürchtest Du Dich nicht, wenn Dir ein Unheil bevorsteht?

Mir erscheint das wie eine „Vollkasko-Mentalität“. Jeder
möchte
zwar selbst entscheiden, was er tut, wenn es schief geht
sollen sich
doch bitte mal andere überlegen, wie man da wieder raus kommt.

Irgendwie sehe ich jetzt den Zusammenhang nicht zwischen Angst vor Verlusten und dem fordernden „sollen sich doch bitte mal andere überlegen, wie man da wieder raus kommt.“ Was ist fordernd oder unnormal an Angst? Angst gestehe ich sogar dem Fallschirmspringer zu.

Im Übrigen sehe ich die Tendenzen, die Du beklagst auch bei Dir: Du willst Angestellte haben, damit Dein Laden läuft. Aber im Schadensfall möchtest Du außen vor bleiben.

Aber jetzt ernsthaft: Niemand kann sich alle Nachteile seiner Entscheidungen vorher überlegen. Vor allem käme man überhaupt nicht zum handeln, wenn man alles im Voraus genau durchdenkt. Daher muss man zwangsläufig bestimmte Dinge voraussetzen, z.B. dass die Einlagesicherungsfonts im Bedarfsfall reichen. (Dass sie nur bis 20 000 Euro ausgelegt sind, habe ich übrigens auch erst bei dieser Gelegenehit erfahren.) Deshalb muss man immer Verantwortung auf beiden Seiten eines Kontraktes voraussetzen. Andernfalls würde das gesamte Vertragswesen nicht funktionieren. Natürlich kann man dann auch mit Keulen aufeinander losgehen, so dass sich der stärkere/ beliebtere/ intelligentere durchsetzt. Aber ich denke, das ist nichts, das erstrebenswert sein könnte.

Mit vielen Grüssen,

Walkuerax