Politische DeCSS Frage (nix illegal)

Hallo liebe Mitleser,

gerade sehe ich auf den Heise-Seiten, dass der kleine Norweger, der mit ein paar Freunden zusammen den CSS-Code geknackt hat (das ist das Verfahren, mit dem die Filminhalte von DVDs verschlüsselt sind – und die es vor DeCSS Linux-Nutzern unmöglich gemacht haben, DVDs zu schauen), trotz Freispruch in der ersten Instanz von der Filmindustrie ein weiteres Mal vor Gericht gebracht werden soll.

http://www.heise.de/newsticker/data/anw-01.04.03-011/

Es wird ja immer wieder seitens der Industrie gejammert und gestöhnt, wie sehr doch die Umsätze unter den vielen Kopieen leiden würden, das Unmengen von Arbeitsplätzen gefährdet wären, etc.

Da verstehe ich die Nachrichten nicht, die z.B. bei den Eröffnungsverkäufen von Harry Potter überall zu lesen waren: Rekordverkäufe in allen Ländern. Siehe z.B.

http://www.starswelove.com/scriptsphp/news.php?newsi…

Ich kenne kaum einen Film, der so penetrant als Kopie noch während der Kinovorführung zu haben war, wie Harry Potter. Mir persönlich sind solche (s)vcd Kopien immer viel zu mies, aber ich kenne wirklich niemanden, der die Kopie nicht schon vorher hätte haben können. Man konnte den Film quasie an jedem Kaugummiautomaten herunterladen.

Dennoch scheint das dem Erfolg an den Kassen kaum einen Abbruch zu tun. Warum regen die sich also so furchtbar auf? Viel unverschämter ist doch die willkürliche Einteilung der Welt in Zonen und ein de facto Verbot des Abspielens unter anderen Betriebssystemen, als Windows.

Warum also ist die Industrie so ein großer Globalisierungsgegner? Wovor hat sie Angst? Warum sollen Europäer keine DVDs in den USA kaufen können (oder umgekehrt)? Warum muss man Windows installieren, oder einen teuren DVD Spieler kaufen, um einen Film anzuschauen für den man gerade 40,- EUR auf den Ladentisch gelegt hat?

Fragt sich

Fritze

Hallo Fritze.
Auch die Medienindustrie hat mit sinkenden Umsätzen zu „kämpfen“. Anstatt aber, wie andere Branchen, zu überlegen ob man nicht irgenwie Fehler beim Produkt oder der Preisgestaltung macht, ist es viel einfacher auf „Raubkopierer“ loszugehen.
Ich kaufe generell keine Musik-CDs die sich nur eingeschränkt nutzen lassen. Generell will ich von meinen (Original-) CDs eigene Sampler zusammenstellen, und damit meinen CD-Wechsler im Auto bestücken. Geht das nicht, bringe ich die CD zurück (sofern nicht ein Hinweis auf dem Cover angebracht ist, was wieder bedeudet das ich das Teil erst gar nicht kaufe). So sehen das sicher auch viele andere, was natürlich einen Umsatzrückgang zur Folge hat.
DVDs kaufe ich generell nur dann wenn mir der Film wirklich gut gefällt. Bei den Preisen geht das wohl kaum anderst. Meist genügt es, sich das Teil in einer Videothek auszuleihen und einmal anzusehen.
Generell bin ich der Meinung das die Verantwortlichen in der Medienindustrie einfach den Hals nicht voll genug kriegen. Wenn zur Zeit wegen der aktuellen Wirtschaftslage die enormen Umsätze nicht mehr drin sind, sollten die doch einfach mal einen Gang zurück schalten.
Fazit: Lerne klagen ohne zu leiden.
N.