Polo 2F: Achsmanschette rissig

Vorweg: 2F ist technisch „angeblich“ „genauso“ wie der 2er (86c)
Hi,
wollte heute zur HU-Nachuntersuchung (war schon vor 2Wochen dort, durchgefallen wegen Bremsschläuchen, hab die vor 1Woche neu machen lassen) und „nur mal eben“ noch einen „Kontrollblick“ unters Auto geworfen und nun hat die rechte Achsmanschette einen Riss und leckt Fett. Arrrg :frowning:

So, hab nun mehrere Fragen:

  1. Ist das HU relevant? Ist dieser Defekt denn nicht nur ein Funktions- aber kein Sicherheitsrisiko?

  2. Wie groß ist die Gefahr einer Schädigung weiterer Teile wenn ich die Manschette erst in 500-1000km wechseln lasse?

  3. Ist das HU-konform, wenn die Stelle nur geflickt ist und nicht mehr leckt? Zum Beispiel wenn man ein Stück passenden (Fahrrad-)Schlauch draufklebt? Ist die Manschette aus Kunststoff (Kunststoffflicken+Kunststoffkleber) oder aus Gummi (Fahrradschlauch+Vulkanisationslösung)?

  4. Der Durchmesser der Welle durch die Manschette (=Antriebswelle?) ist links und rechts (linkes/rechtes Rad) unterschiedlich. Hat das irgendeinen Sinn? :wink: Und wozu ist das dicke Eisengewicht rechts drumrum? Ist da was drunter oder ist das nur ein Ausgleichsgewicht?

  5. Wie schwer ist der Achsmanschettenwechsel für einen geschickten Laien? Laut einschlägigen Foren ist das „recht einfach“ http://www.polo2.de/details.php?id=25 Oder lässt man das gleich bei ner kleinen Werkstatt oder gar bei VW machen? Kosten?

Vielen Dank auch für Teilantworten! :smile:

J~

Hallo Tilde

Vorweg: 2F ist technisch „angeblich“ „genauso“ wie der 2er
(86c)
Hi,
wollte heute zur HU-Nachuntersuchung (war schon vor 2Wochen
dort, durchgefallen wegen Bremsschläuchen, hab die vor 1Woche
neu machen lassen) und „nur mal eben“ noch einen
„Kontrollblick“ unters Auto geworfen und nun hat die rechte
Achsmanschette einen Riss und leckt Fett. Arrrg :frowning:

So, hab nun mehrere Fragen:

  1. Ist das HU relevant? Ist dieser Defekt denn nicht nur ein
    Funktions- aber kein Sicherheitsrisiko?

Es wird nur das nochmals überprüft was auch bemängelt wurde. Wisch das Fett vorher weg, wo es hinspritzt.

  1. Wie groß ist die Gefahr einer Schädigung weiterer Teile
    wenn ich die Manschette erst in 500-1000km wechseln lasse?

Wenn in der Manschette kein Fett mehr ist, dauert es nicht mehr lange bis diese anfängt zu klackern. Warte nicht zu lange. Ein Gelenk ist teurer als die Gummimanschette.

  1. Ist das HU-konform, wenn die Stelle nur geflickt ist und
    nicht mehr leckt? Zum Beispiel wenn man ein Stück passenden
    (Fahrrad-)Schlauch draufklebt? Ist die Manschette aus
    Kunststoff (Kunststoffflicken+Kunststoffkleber) oder aus Gummi
    (Fahrradschlauch+Vulkanisationslösung)?

Die Manschette muß erst entfettet werden. Und ob das dann bei der Bewegung haten wird, wage ich zu bezweifeln.

  1. Der Durchmesser der Welle durch die Manschette
    (=Antriebswelle?) ist links und rechts (linkes/rechtes Rad)
    unterschiedlich. Hat das irgendeinen Sinn? :wink: Und wozu ist das
    dicke Eisengewicht rechts drumrum? Ist da was drunter oder ist
    das nur ein Ausgleichsgewicht?

  2. Wie schwer ist der Achsmanschettenwechsel für einen
    geschickten Laien? Laut einschlägigen Foren ist das „recht
    einfach“ http://www.polo2.de/details.php?id=25 Oder lässt man
    das gleich bei ner kleinen Werkstatt oder gar bei VW machen?
    Kosten?

Ich würde sagen, das es für einen Handwerklich geschickten einfach ist. Bei meinem Golf 2 habe ich die Antriebswellen bzw. die Gelenke öfter getauscht. Besorge dir eine passende Nuß zum lösen der Mutter an der Radseite. Evtl. benötigst Du ein Rohr zum lösen (Hebel). Eine neue Mutter muß dort auf jeden Fall drauf. Ein langer Vielzahn für die Schrauben an der Getriebeseite sind auch von Vorteil.

Gruß
Holger

Hiho,

Es wird nur das nochmals überprüft was auch bemängelt wurde.
Wisch das Fett vorher weg, wo es hinspritzt.

naja, der Prüfer DARF auch in der Nachprüfung prüfen was er will. Hätte ja auch keine Sorge, wenn der Abstand dessen was er AUf ALLE FÄLLE PRÜFT (bremsschlauch) nicht soo klein wäre.

Wenn in der Manschette kein Fett mehr ist, dauert es nicht
mehr lange bis diese anfängt zu klackern. Warte nicht zu
lange. Ein Gelenk ist teurer als die Gummimanschette.

Ja, ich will nicht lange warten. Aber innerhalb der noch 2 Wochen Restzeit schaff ichs nicht.

Die Manschette muß erst entfettet werden. Und ob das dann bei
der Bewegung haten wird, wage ich zu bezweifeln.

Es muss nur ca 100km halten und nicht bemängelt werden :smile:

Hab inzwischen gesehen, dass es auch komplette Manschetten zum kleben gibt:
http://cgi.ebay.de/Universal-Achsmanschette-Manschet…

Danke erstmal…

J~

Hiti

Hab inzwischen gesehen, dass es auch komplette Manschetten zum
kleben gibt:
http://cgi.ebay.de/Universal-Achsmanschette-Manschet…

Danke erstmal…

Ob das mal nich Quinten sind :smile:
Da muß Du auch darauf aufpassen, wenn das Fett in die Manschette gespritzt wird, das die Klebestelle Fettfrei bleibt.
Probiere das mal aus und berichte ob und wie lange es hält.

Gruß
Holger

Moin,

So, hab nun mehrere Fragen:

  1. Ist das HU relevant? Ist dieser Defekt denn nicht nur ein
    Funktions- aber kein Sicherheitsrisiko?

Für Dein Auto weniger ein Sicherheitsrisiko. Aber Fett auf der Strasse ist für andere ein Sicherheitsrisiko und letztenendes auch nicht gerade umweltfreundlich. Pro Manschette sind da immerhin 90g Fett drin.

  1. Wie groß ist die Gefahr einer Schädigung weiterer Teile
    wenn ich die Manschette erst in 500-1000km wechseln lasse?

Recht gross. Das Fett schleudert da recht schnell raus, das Gleichlaufgelenk läuft trocken und geht übern Jordan. Eindringender Schmutz zeigt sich dabei recht hilfsbereit.
Die Manschette ist nicht teuer. Ist aber das Gleichlaufgelenk kaputt wirds teurer.

  1. Ist das HU-konform, wenn die Stelle nur geflickt ist und
    nicht mehr leckt? Zum Beispiel wenn man ein Stück passenden
    (Fahrrad-)Schlauch draufklebt? Ist die Manschette aus
    Kunststoff (Kunststoffflicken+Kunststoffkleber) oder aus Gummi
    (Fahrradschlauch+Vulkanisationslösung)?

Nein. Reparaturen an den Manschetten halten bestenfalls ein paar KM, da lohnt sich die Arbeit nicht.

  1. Der Durchmesser der Welle durch die Manschette
    (=Antriebswelle?) ist links und rechts (linkes/rechtes Rad)
    unterschiedlich. Hat das irgendeinen Sinn? :wink: Und wozu ist das
    dicke Eisengewicht rechts drumrum? Ist da was drunter oder ist
    das nur ein Ausgleichsgewicht?

Das ist ein Ausgleichsgewicht.

  1. Wie schwer ist der Achsmanschettenwechsel für einen
    geschickten Laien? Laut einschlägigen Foren ist das „recht
    einfach“ http://www.polo2.de/details.php?id=25 Oder lässt man
    das gleich bei ner kleinen Werkstatt oder gar bei VW machen?
    Kosten?

Zunächst ist es eine Frage des richtigen Werkzeugs. Innenvielzahnaufsatz für die Verschraubung am Differential sowie eine stabile Stecknuss mit 30mm sollten vorhanden sein. Die selbstsichernde Mutter der Antriebswelle muss erneuert werden.
Diese Muttern sitzen oft barbarisch fest. Dafür brauchts stabiles Werkzeug und einen Hebel (Rohraufsatz).
Die Gleichlaufgelenke sind auf die Antriebswelle gesteckt und werden dann vorsichtig mit einem Kunststoffhammer heruntergeschlagen. Du hattest jetzt allerdings nicht geschrieben ob es das innere oder äussere Gleichlaufgelenk ist, ich vermute mal das äussere (Radseitig).
Beim Zusammenbau muss die Tellerfeder und der Sicherungsring mit erneuert werden. In der Regel sind diese Teile beim Reparatursatz aber dabei, ebenso wie die selbstsichernde Mutter.
Hinterher muss der Sturz neu eingestellt werden.
Und wichtig! Das Auto niemals mit gezogener Antriebswelle schieben, dass kann das Radlager beschädigen.
Im Prinzip ist das keine grosse Sache, ich habe das schon zig mal gemacht.
Wenn man allerdings nicht über das Werkzeug verfügt sollte man überlegen es machen zu lassen. Gutes Werkzeug kostet ja auch schon richtiges Geld.

Gruss Jakob

Hi,

Kleine Ergänzung meinerseits.

Wenn es um das äußere Gelenk geht und das ist ja meist der Fall, kann man beim Wechsel der Manschette die Gelenkwelle am Getriebe dran lassen.

Nachdem man die dicke äußere Mutter gelöst hat schraubt man die Schraube des Traggelenks raus und drückt oder schlägt dieses nach unten raus. Nun kann man das Federbein ein Stück nach außen wegschwenken und die Welle aus der Nabe herausziehen.
Der Rest ist dann wie von dir beschrieben. Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, wobei das Anzugsdrehmoment der dicken Mutter wichtig ist. Das sollte man vorher bei der VW-Werkstatt erfragen oder in einem der schlauen Bücher nachsehen.
Wird die dicke Mutter zu fest oder zu lose festgeschraubt, kann man das Radlager zerstören.

Der Sturz muss übrigens nicht eingestellt werden. Das geht bei diesem Modell nicht.

Viele Grüße
WoDi

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Moin,

Kleine Ergänzung meinerseits.

Wenn es um das äußere Gelenk geht und das ist ja meist der
Fall, kann man beim Wechsel der Manschette die Gelenkwelle am
Getriebe dran lassen.

Stimmt natürlich. Nur ist es dann nicht so einfach (nach meiner Ansicht) das äussere Gelenk runterzubekommen. Ich nehme daher immer die Welle komplett raus und der Rest wird im Schraubstock gemacht.
Ansonsten ist das eine recht wackelige Angelegenheit. Und das neue Gelenk muss ja mit einem beherzten Schalg wieder drauf, der sich dann auch auf das innere Gelenk überträgt. Wenn das dann im falschen Winkel steht ist das nicht so klasse.

Der Sturz muss übrigens nicht eingestellt werden. Das geht bei
diesem Modell nicht.

Das mag sogar stimmen, mein letzter Polo ist schon sehr lange her :wink:

Gruss Jakob