Hallo,
der Harzansatz von Polyesterharzen besteht, wie ich nachlesen konnte, aus zweiwertigen Alkoholen und Dicarbonsäuren (teils gesättigten, teils ungesättigten). In den ungesättigten sind C=C-Doppelbindungen vorhanden, genau sowie im Styrol, in dem der Harzansatz gelöst ist. Durch Wärme oder Beschleuniger können die Doppelbindungen im Harzansatz und im Styrol aufgebrochen werden, so dass die Möglichkeit besteht, dass Harzansatz und Styrol miteinander vernetzen. Habe ich das so richtig verstanden, ich hoffe ja.
Landläufig sagt man ja, man mische Harz und Härter. Ist demnach das Lösungsmittel Styrol der Härter? Oder bringe ich da etwas durcheinander?
Vielen Dank
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In den ungesättigten sind
C=C-Doppelbindungen vorhanden, genau sowie im Styrol, in dem
der Harzansatz gelöst ist. Durch Wärme oder Beschleuniger
können die Doppelbindungen im Harzansatz und im Styrol
aufgebrochen werden, so dass die Möglichkeit besteht, dass
Harzansatz und Styrol miteinander vernetzen. Habe ich das so
richtig verstanden, ich hoffe ja.
Hi
Ich denke auch, hört sich zumindest plausibel an 
Landläufig sagt man ja, man mische Harz und Härter. Ist
demnach das Lösungsmittel Styrol der Härter? Oder bringe ich
da etwas durcheinander?
Zumindest für Polystyrol hab ich das so verstanden, dass man die Monomere einfach direkt verbindet. Es werden in der Rohmasse sicherlich noch Monomere vorkommen, sogesehen ist es also ein „Lösungsmittel“. Je mehr es verkettet ist, desto härter wird es.
Ansonsten gibt es halt verschiedene Möglichkeiten wie man Harze verarbeitet. Es gibt solche, die man problemlos aufschmelzen kann, andere jedoch gehen dabei strukturell so kaputt, dass man sie eher in Lösemittel aufbewahrt. Das sind schnell verdunstende, kurze Moleküle, die die Polyester am verketten hindern, sobald das Lösemittel rausgedampft ist, ist das Zeug hart.
Die Konsistenz zu bestimmen hängt vorallem davon ab, welche Säuren und welche Alkohole man verwendet und wie lange man die Veresterung laufen lässt. Je kürzer die Ketten, desto flüssiger ist das Harz.
Wie das mit den Zwei-Komponenten-Klebern ist, weiß ich aber auch nicht. Ich vermute dass es die Trocknungsreaktion irgendwie in Gang setzt.
Grüße
Laralinda
Hallo
Beim Polyester(UP) gibt es keine 2 Komponenten im Sinne des Klebers.
Mit Peroxid(Benzoyl) werden Radikale erzeugt, die eine Kettenreaktion starten. Es gibt dann im Harz sowohl Bestandteile, welche eine Polymerisation verhindern, als auch welche, die sie starten. Deswegen muß eine gewisse Menge Härter(Peroxid) vorhanden sein.
Bei den Diolen und Dicarbonsäuren sind Anhydride erwünscht, damit kein Wasser abgespalten wird. Die Kettenreaktion des Styrols startet auch die Polimerisation der Säureanhydride mit den Polyolen. Styrol macht so ein Harz spröde.
Im Prinzip kann man ein Polyester aber auch mit Polyolen und Dicarbonsäuren herstellen.
Hier wird einmal Wasser abgespalten und es werden 2 Komponenten benötigt.
Die Reaktion benötigt auch etwas „Unterstützung“.
Diese Reaktion ist nicht besonders geeignet, wenn man die industriellen Geräte nicht hat. Fasern usw…
MfG
Matthias
@ Mathias Kattelmann
Vielen Dank!
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Zumindest für Polystyrol hab ich das so verstanden, dass man
die Monomere einfach direkt verbindet. Es werden in der
Rohmasse sicherlich noch Monomere vorkommen, sogesehen ist es
also ein „Lösungsmittel“. Je mehr es verkettet ist, desto
härter wird es.
Hallo Laralinda, vielen Dank erst mal. Ich denke aber, dass es „Polystyrol“ in dieser Verbindung nicht geben wird.
Es gibt solche, die man problemlos
aufschmelzen kann, andere jedoch gehen dabei strukturell so
kaputt, dass man sie eher in Lösemittel aufbewahrt.
Bei dieser Aussage steige ich nicht so ganz durch. Schmelzen ???
Das sind schnell verdunstende, kurze Moleküle, die die Polyester am
verketten hindern, sobald das Lösemittel rausgedampft ist, ist
das Zeug hart.
Das wäre ja dann eine Art Trocknen. Ich glaube nicht, dass der Vernetzungsvorgang einer „Trocknung“ entspricht
Die Konsistenz zu bestimmen hängt vorallem davon ab, welche
Säuren und welche Alkohole man verwendet und wie lange man die
Veresterung laufen lässt. Je kürzer die Ketten, desto
flüssiger ist das Harz.
Okay.
Wie das mit den Zwei-Komponenten-Klebern ist, weiß ich aber
auch nicht. Ich vermute dass es die Trocknungsreaktion
irgendwie in Gang setzt.
Den Begriff „Trocknungsreaktion“ habe ich noch nie gehört. Ich vermute, dass die Vernetzung des Harzansatzes (teilweise Doppelbindugen drin) mit dem Styrol (auch Doppelbindungen drin) eine ganz normale Co-Polymerisation ist, die eben von Beschleunigern oder durch Wärme gestartet wird.
Liebe Grüße und vielen Dank für deine Anmerkungen
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Hallo Laralinda, vielen Dank erst mal. Ich denke aber, dass es
„Polystyrol“ in dieser Verbindung nicht geben wird.
Wahrscheinlich wegen der Anwendung. Es kommt halt immer drauf an, was man erzeugen will und wofür man es benutzt.
Bei dieser Aussage steige ich nicht so ganz durch. Schmelzen
???
Ich kann dir leider nicht genau sagen, worauf es ankommt, ob ein Polyester einfach aufschmelzbar ist. Aber es gibt eine große Palette an aufschmelzbaren Polyesterharzen. Zum Beispiel Heißkleber aus der berühmten Heißklebepistole. Lässt sich immer wieder schmelzen und wird immer wieder fest.
Manchmal möchte man das aber nicht und dann hilft nur noch das Lösemittel.
Grüße
Laralinda