Kinder im OP
Hi!
Die Eltern (und Kinder)
reagieren meistens nur dann blöd oder hysterisch, wenn es
zuerst heißt: Tut gar nicht weh, und wenn es dann plötzlich
nicht stimmt, oder wenn sie nicht wissen, was da abläuft.
Ehrlich gesagt, ich hab das noch nie erlebt, daß jemand vom Fach (Pfleger oder Arzt) ein Kind diesbezüglich belogen hat. Vielleicht war das früher so üblich, aber eigentlich schon lange nicht mehr (Ausnahmen bestätigen die Regel *g*). Kinderärzte achten da sehr darauf und sogar die sonst eher barschen Chirurgen 
Da wird z.b. beim Zugang legen dem Kind erklärt, daß es einen Pieks gibt, der zwar sehr unangenehm ist, aber nur kurz andauert. Und bei den Narkoseärzten ist es so, daß (v.a. kleine) Kinder oft erst gestochen werden (oder andere schmerzhafte Prozeduren gemacht werden), wenn sie schon über Maske Narkosegas bekommen haben und schon eingeschlafen sind. Dann merken sie davon sogar gar nichts. BEi etwas älteren Kindern wird das schon erwähnte „Zauberpflaster“ verwendet.
Kinder anlügen? Mir wurde eingebleut: Nie, niemals, nie!!
Meinst du, das Kind fühlt sich besser, wenn die Eltern gar
nicht da sind?
Kommt sicher auf das Kind an, aber ich sage: die meisten ja!
Sie sind oftmals sogar stolz, weil sie zeigen dürfen, wie groß und tapfer sie schon sind
(und anschließend gibts auch - zumindest bei uns - eine Tapferkeitsurkunde
)
Sind die ELtern dabei, achtet das Kind meist nur auf Mama und nicht auf Pfleger oder Arzt, was der macht oder sagt. Das Team ist aber bemüht, eine Beziehung zum Kind und auch Vertrauen aufzubauen - das geht meist nicht, wenn bereits eine enge Bezugsperson da ist. Und die ERklärungen des Arztes gehen auch meist unter, weil er nicht die volle Aufmerksamkeit des Kindes hat. Er ist dann für das Kind irgendein Fremder, der grad an ihm rumfummelt und unangenehme Sachen macht.
Hat man dagegen die Aufmerksamkeit des Kindes, weil alleine, kann man viel besser auf es eingehen und spielerisch bzw. kindgerecht erklären und zeigen, was man macht. Und bei uns durften die Kiddies auch gerne mitmachen und erstmal was „spielen“, z.b. dem Kuscheltier selbst die Maske aufsetzen und es im Arm einschlafen lassen. Beliebt war auch, wenn das Kind die MAske aufgesetzt bekam, ihm den Beatmungsbeutel zu zeigen, wie er bei jedem Atemzug sich aufblies und dann wieder schrumpfte - die Kiddies waren ganz begeistert davon, den „Ballon“ immer wieder aufzupusten *gg*
Es kommt sicher auf das Team an, aber da allgemein bekannt ist, daß Kinder viel leichter zu „handhaben“ sind, wenn man auf ihre Sorgen und Ängste eingeht, sind die meisten Narkoseärzte und -pfleger bemüht, den Stress für die Kleinen möglichst gering zu halten, indem sie sie auch dementsprechend behandeln und auf sie eingehen.
Wenn das Team dementsprechend sich auch bemüht, kann das OP-Erlebnis für Kiddies auch zu einem aufregendem Spiel werden 
Die Eltern können dem Kind das Gefühl
vermitteln, dass das zwar weh tut, was jetzt passiert, aber
dass das soweit in Ordnung ist.
Theoretisch würde ich dir zustimmen, aber die Praxis zeigt leider eher das Gegenteil. Denn die ELtern sind meist viel aufgeregter und nervöser als das Kind selbst und selbst wenn sie versuchen es nicht zu zeigen, spürt es das Kind trotzdem und es läuft viel stressiger ab…
Zwar gehen die Docs und Schwestern meist liebevoll aufs Kind
ein, aber wenn ein Elternteil dabei ist, haben sie meist
keinen Zugang zum Kind, da es nur auf die Eltern fixiert ist.Es reicht ja, wenn sie Zugang zu den Eltern haben.
Dann erlebt das Kind aber die Leute im OP (Pfleger und Ärzte) nur als böse Fremde - und dieses merkt es sich für die Zukunft. Ein Vertrauensverhältnis wurde dann noch nicht mal aufgebaut und ist dennoch schon zerstört…
Ist es ohne Eltern im Narkosesaal, geht es meist tatsächlich
einfacher.Für das Krankenhauspersonal wahrscheinlich schon.
Auch, aber die Hauptsache sollte doch immer das Wohl des Kindes sein. Daß die Eltern viel stärker darunter leiden, daß sie nicht dabei sind, ist klar, aber IMHO Nebensache ,-)
Und was nachher ist, kriegt es ja nicht mit.
Stimmt.
Aber nebenbei bemerkt:
NACH der OP sind fast alle Kiddies ziemlich knatschig (übrigens auch viele Erwachsene *g*), auch die, die vorher sooo tapfer waren. Warum? Nu ja, nach der Op hat man ev. noch Schmerzen, man ist von der NArkose noch düsselig und da liegen ja noch die Infusionsschläuche, der Verband ist ungewohnt und drückt usw. usw.
Jeder der mal operiert worden ist, weiß, daß die ersten Stunden, Tage nach der OP nicht sehr angenehm sind. Und DAS ist das eigentliche Problem!
Hier ist die Phase, die am ehesten eine Art „Trauma“ verursachen kann!
Und hier können Ärzte und Pfleger nur wenig helfen, hier ist viel mehr der Trost der Mama von nöten 
Gruß,
Sharon