um das mal auf ein für Normalsterbliche verständliches Niveau runterzubrechen, bedeutet „polysynthetisch“ folgendes: In diesen Sprachen kann (bzw. muss) man verschiedene inhaltliche Elemente eines Satzes durch Anhängen von Prä- und/oder Suffixen um ein einziges Wort herumbauen, sodass man bisweilen den Inhalt, den man im Deutschen mit einem kompletten Satz ausdrücken müsste, mit einem einzigen (langen, zusammengesetzten) Wort wiedergeben kann.
Beispiele aus den verschiedenen Indianersprachen finden sich in im Internet viele. Da ich mich in den Sprachen aber nicht wirklich auskenne, hier ein (etwas simpleres) Beispiel aus der arabischen Umgangssprache:
بفهمكشbafhimakish („Ich verstehe dich nicht.“) bafhim: [ich] verstehe -ak: dich [männlich] -ish: nicht [als Verneinung eines Verbs]
Ich hoffe, Du hast jetzt eine etwas klarere Vorstellung davon, was der Begriff bedeutet.
Dann ist es eine Form, ähnlich wie bei den agglutinierenden Sprachen?
Nur dass die agglutinierenden Sprachen Präfixe/Affixe an Worten anbringen um diese zu verändern - im Gegensatz zur Deklination der Wörter im Deutschen - während die polysythetischen Sprachen so ganze Sätze ausdrücken?
also allgemein sind „agglutinierend“ und „polysynthetisch“ Kategorien, um eine Sprache zu klassifizieren. Die Merkmale sind an sich auch ähnlich, wie Du schon beschrieben hast. Ich wäre jedoch vorsichtig damit, daraus jetzt eine Art Ausschlussregel abzuleiten wie „Wenn eine Sprache agglutinierend ist, kann sie nicht polysynthetisch sein.“ o.ä.
Vielleicht kann André nochmal etwas genauer beleuchten, inwieweit da Überschneidungen oder Ausschlüsse vorliegen.