'Populärpsychologische' Bücher

Hi @all!
Mich interssieren Eure Meinungen über Sinn und Unsinn, also den Nutzen von „populärpsychologischen“ (so nenne ich sie) Büchern. Meine Erfahrung ist: Ich suche ein Buch zu „meinem“ Problem (es werden hier ja auch bei auftauchenden Problemen oft Bücher empfohlen), lese es, fühle mich dort „erkannt“ + „verstanden“, denke immer: ja, genau, so ist es, unterstreiche wie wild alles Zutreffende und arbeite mich durch die Tipps zur Lösung des Problems durch, klappe das Buch zu und das Leben ist genauso wie vorher… Vielleicht bin ich ja nur „therapieunwillig“? Gibt es Untersuchungen über meine Eingangsfrage?
Bin neugierig,
Anja
(z.Zt. ziemlich problemfrei *g)

Hi Anja!

Mich interssieren Eure Meinungen über Sinn und Unsinn, also
den Nutzen von „populärpsychologischen“ (so nenne ich sie)
Büchern.

Man muß da denke ich, schon differenzieren. Alle Bücher über einen Kamm scheren, kann man nicht. Und jedes Buch misst sich ersteinmal am Leser. D.h. was man damit anfängt und wie man das Geschriebene umsetzt/deutet. Und vor allem aus welcher individuellen Situation heraus man etwas liest.

Meine Erfahrung ist: Ich suche ein Buch zu „meinem“
Problem (es werden hier ja auch bei auftauchenden Problemen
oft Bücher empfohlen), lese es, fühle mich dort „erkannt“ +
„verstanden“, denke immer: ja, genau, so ist es, unterstreiche
wie wild alles Zutreffende und arbeite mich durch die Tipps
zur Lösung des Problems durch, klappe das Buch zu und das
Leben ist genauso wie vorher… Vielleicht bin ich ja nur
„therapieunwillig“?

Nein, du sagst es doch selbst: „(z.Zt. ziemlich problemfrei *g)“
Wenn du keine Probleme hast, was sollst du auch lösen? :smile:
Du scheinst eher Interesse an der Psychologie zu haben, als den Bedarf an einer „Therapie“!

Gibt es Untersuchungen über meine
Eingangsfrage?

Ich kenne einige Ärzte, die dringend davor abraten, medizinische Bücher zu lesen, um sich selbst davor zu schützen, sich anhand einer „Selbstdiagnose“, die passende Krankheit zu suchen! Vor allem dann, wenn man gesund ist. Vielleicht bist du eher auf der Suche nach persönlichem Wachstum. Wenn du eine substantielle Antwort willst, dann werde konkret:
Welches Buch meinst du und was willst du damit errreichen?

Gruß
Junktor

Hi,

ich denke diese Ergebnislosigkeit der Lektüre ist typisch.

Erstens würde es auf dem Markt nicht so von Selbsthilfebüchern wimmeln, wenn
a)nicht genug Leute mit Problemen da sind,die
b)die Bücher kaufen mit der Hoffnung auf eine Lösung, die
c)meist nicht eintritt —> zurück zu a)

Ich denke ein Buch ist erst mal eine „einfache“ Lösung.
Es ist schon ganz was anderes, ein Buch zu lesen oder sich mit Alkoholproblemen, Depressionen o.ä. gegenüber anderen zu „outen“, gerade da alles was mit psychischen Problemen zu tun hat, in unserer Gesellschaft stigmatisiert wird. Der Markt ist also da, folglich auch die Bücher.

Sicher sind die meisten in der besten Intention geschrieben, zu informieren und Lösungansätze zu zeigen. Nur wird es gerade der Betroffene zwar vielleicht rational zur Kenntnis nehmen, aber nicht wirklich innerlich akzeptieren und die vorgeschlagenen Lösungen erfolgreich nachvollziehen können. Viele Bücher sind auch auf Grundlage von Lehrmeinungen oder andererseits aufgrund persönlicher Erfahrungen geschrieben, passen somit schlecht auf die individuellen Probleme, auch wenn sie in sich durchaus logisch schlüssig und nachvollziehbar sind. Ein Buch kann eben nicht wie ein mensch auf die Reaktionen des Lesers reagieren, es kennt keine Umstände und Vorgeschichte des Problems.

Dann kommt noch die Tatsache hinzu, dass Selbstbild und wie man von anderen gesehen wird, seeeehr weit auseinander gehen. Du sagst bei der Lektüre vielleicht „ja das bin Ich…“. aber würde das auch ein Beobachter sagen?

Also ich denke, mehr als Informationen und denkanstöße kann man von einem Buch nicht erwarten, vor allem keine Lösungen. Die muss man wohl selbst für sich finden.

A.

hallo!

ich habe täglich mit menschen zu tun denen eine verhaltensänderung
nicht schaden würde-kenne das problem also aus medizinischer sicht.

du hast dir die antwort eigentlich schon selbst gegeben: wenn du das
buch zuklappst ist die welt wie vorher. das heisst also dass du nicht
wirklich was an der welt oder der art und weise wie du die welt
siehst geändert hast.
was den meisten fehlt ist eine externe kontrollinstanz; natürlich
kann man sich seine ziele, etc. auf ein blatt papier schreiben-aber
wenn es zur kontrolle kommt dann findet man das blatt eben nicht mehr
oder kann es nicht mehr lesen.
deswegen sind selbsthilfegruppen oft so erfolgreich: andere
„überwachen“ die fortschritte die man macht und spornen einen an;
wenn man alleine an sich arbeitet lügt man sich meist mehr an als was
es bringt-eben weil es keine negativen konsequenzen gibt.

veränderungen in tagen oder wochen zu erwarten ist fast aussichtslos;
die gewünschte sache muss in einen grösseren rahmen passen, d.h. in
die allgemeine lebensführung.
mir gefallen da immer meine patienten die es nicht wagen trotz
immenser schmerzen bei einer geburtstagsfeier die auf bierbänken
stattfindet aufzustehen und sich zu bewegen.
ich darf mir aber bei der nächsten behandlung anhören dass sie sich
am nächsten tag überhaupt nicht mehr bewegen konnten.
scheinbar steht die soziale akzeptanz (4-5 stunden
„gemütliches“ dauersitzen) höher auf der prioritätenliste als die
eigene gesundheit.

erst muss einem klar sein was einem wichtig ist; dann kann man
anfangen nachzudenken was man denn ändern könnte.

selbsthilfebücher sind nett-denn zumindest geben sie einem das gefühl
dass man mit seinem problem nicht alleine ist-aber um eine echte
änderung zu erzielen würde ich literatur empfehlen die erklärt wieso/
warum wir menschen sind wie wir eben sind.
wer seine schwächen kennt kann sie (vielleicht) besser kontrollieren.

tschüss

matthias

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Du scheinst eher Interesse an der Psychologie zu haben, als
den Bedarf an einer „Therapie“!

Es ist auch nur eine „allgemeine“, keine momentan persönlich begründete Anfrage

Vielleicht bist du eher auf der Suche nach persönlichem
Wachstum.

immer, möchte das auch beibehalten…

Wenn du eine substantielle Antwort willst, dann werde konkret:
Welches Buch meinst du und was willst du damit errreichen?

nichts Konkretes - s.o.

Gruß
Junktor

Dank+Gruß zurück
Anja