Die Firma Porsche gillt als erfolgreiches Familienunternehmen, dass aus Leidenschaft und nicht aus Profitgier angefangen hat mit grösster Liebe und Sorgfalt prestigeträchtige Sportwagen herstellt. Die Wagen von Porsche sind beliebt und die Firma geniesst ein einzigartig gutes Image.
Mich interessiert aber die Meinung von Leute die wirklich dort gearbeitet haben. Wir wird dort intern mit Problemen umgegangen, wie ist das allgemeine Betriebsklima? Ist nicht gerade eine Firma die ein derartige sauberes Image genießt aufgrund der vernichtenden Stärke der Medien peinlichst darauf bedacht nicht den kleinsten Zweifel nach aussen zu lassen?
Zum Beispiel: Porsche wirbt damit, dass ein einzelner Mechaniker allein einen Motor baut auf den er dann stolz ist! Oder fühlt er sich dadurch ganz schön unter Druck gesetzt, da er immer damit rechnen muss, dass er zur Verantwortung gezogen wird?
Des Weiteren wirbt Porsche mit Golf Mitgliedschaften und Turnieren speziell für Angestellte. Soweit ich mich aber in der schillernden Golfwelt auskenne ist dieses Prestige nur den besser verdienenden vorbehalten. Ein Mechaniker von Porsche kann es sich nicht leisten auf einem Porscheturnier mit zu spielen!
Hat jemand direkte Erfahrung mit Porsche? Stimmt es dass Porsche sehr peinlich auf Diskretion bedacht ist, was sich in einer übertriebenen Bürokratie äussert?
Vielen lieben Dank
Tanja
p.s. ich beschäftige mich zur Zeit mit diversen Firmen und deren Interner Kommunikation. Eine negative Firmenerfahrung hat dieses Interesse hervorgerufen.
ich selber habe nicht da gearbeitet, aber vielleicht kann ich dir doch etwas dazu sagen.
Hierbei spielt sicherlich die schwäbische Mentalität eine Rolle.
Schließlich arbeitet man nicht bei Mercedes, bei Bosch oder bei Porsche, sondern man arbeitet beim Daimler, beim Porsche oder beim Bosch.
Man identifiziert sich also ganz anders in den meisten Fällen mit dem Unternehmen.
Zum Thema Motor: Ich war mal bei einer Werksbesichtigung bei Mahle (beim Mahle )und da haben die auch eine Nachvollziehbarkeit der Teile. Sprich, es lässt sich zurückverfolgen, wo etwas von wem gebaut wurde und wann der Fehler eingetreten sein muss.
Wenn man jetzt also einen Fehler macht, dann kann irgendwo anders nicht weiterproduziert werden. Man hätte also Schuld am Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens… da sie aber einen sicheren Arbeitsplatz haben wollen, wollen sie am Erfolg partizipieren… also passt jeder schon fast pedantisch auf, dass alles seinen reibungslosen Verkehr hat.
Gruß
Marco
PS: und ehrlich gesagt finde ich das auch nur richtig so.
Anderer Blickwinkel
Hi,
Porsche ist nicht erfolgreicher als andere vergleichbare Unternehmen.
Der wesentliche Unterschied ist, dass ein Porsche kein Gebrauchsgegenstand wie andere Autos ist und keinen so grossen Konjunkturschwankungen unterliegt.
Zudem redet Porsche öffentlich über seine guten Seiten, was andere Firmen nicht tun.
Gruss,
Mich interessiert aber die Meinung von Leute die wirklich dort
gearbeitet haben. Wir wird dort intern mit Problemen
umgegangen, wie ist das allgemeine Betriebsklima? Ist nicht
gerade eine Firma die ein derartige sauberes Image genießt
aufgrund der vernichtenden Stärke der Medien peinlichst darauf
bedacht nicht den kleinsten Zweifel nach aussen zu lassen?
wenn in Unternehmen dieser Größenordnung Mitarbeiter schlecht behandelt, ausgebeutet oder gefoltert bzw. Arbeitnehmerrechte verweigert oder umgangen werden, spricht sich das herum und findet dann Eingang in der entsprechenden Presse. Die Namen Schlecker und Lidl sind bekannt.
Des weiteren ziehen „geheimnisvolle“ Unternehmen Journalisten an wie mich ein Lammkarée mit Zuckererbsen. Dies betrifft Aldi, Lidl und ähnliche Kandidaten. Inzwischen drucken Zeitschriften wie die WiWo schon geheime bzw. normalerweise nichtöffentliche Dokumente ab.
Porsche ist insofern geheimnisvoll, als daß man sich aus dem MDAX entfernen läßt, weil man keine Zwischenberichte veröffentlichen will, das Unternehmen in der Tat überdurchschnittlich erfolgreich ist und befindet sich im Familienbesitz.
Wäre also bei Porsche irgendetwas nicht so, wie es kolportiert wird, hätte man davon mit einiger Sicherheit schon etwas in der Presse gelesen.
p.s. ich beschäftige mich zur Zeit mit diversen Firmen und
deren Interner Kommunikation. Eine negative Firmenerfahrung
hat dieses Interesse hervorgerufen.
In der Tat ist es heute so, daß einem i.W. Mißtrauen entgegenschlägt, wenn man von gutem Arbeitsklima und respektvollem Umgang mit den Mitarbeitern und deren Loyalität berichtet. Aber seltsamerweise gibt es so etwas tatsächlich immer noch.
Hierbei spielt sicherlich die schwäbische Mentalität eine
Rolle.
Schließlich arbeitet man nicht bei Mercedes, bei Bosch oder
bei Porsche, sondern man arbeitet beim Daimler, beim Porsche
oder beim Bosch.
Man identifiziert sich also ganz anders in den meisten Fällen
mit dem Unternehmen.
Zum einen glaube ich nicht, dass nur Schwaben dort arbeiten:wink: Zum anderen gilt das z.B. auch beim „Opel“, so dass ich denke, dass das bei vielen großen und noch immer recht sozialen(!) Unternehmen so ist.
Zum Thema Motor: Ich war mal bei einer Werksbesichtigung bei
Mahle (beim Mahle )und da haben die auch eine
Nachvollziehbarkeit der Teile. Sprich, es lässt sich
zurückverfolgen, wo etwas von wem gebaut wurde und wann der
Fehler eingetreten sein muss.
Wenn man jetzt also einen Fehler macht, dann kann irgendwo
anders nicht weiterproduziert werden. Man hätte also Schuld am
Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens… da sie aber einen
sicheren Arbeitsplatz haben wollen, wollen sie am Erfolg
partizipieren… also passt jeder schon fast pedantisch auf,
dass alles seinen reibungslosen Verkehr hat.
Auch das wäre kein Grund für den speziellen Erfolg von Porsche, da das bei allen Autoherstellern so ist. Es wird eine Fahrzeugbegleitkarte mitgeschickt, auf der nahezu alle wichtigen Tätigkeiten unterschriftsgleich persönlich abgestempelt werden. Diese Karte wird aufgrund der Gewährleistung mehrere Jahre aufgehoben…
Ich denke, Porsche hat deswegen eine super Stimmung, weil sie a) interessante Produkte herstellen, von denen viele träumen, und b) richtig Erfolg haben (auch wenns mittlerweile beim Boxter und 911er knirscht)
wobei schon interessant ist, dass die Außenwirkung eines Unternehmens durchaus gravierend von der Innensicht abweichen kann. Es ist so ähnlich, wie ja auch Fahrer bestimmter Automarken Probleme damit haben, zuzugeben, dass sie ebenso oft wie andere (oder gar häufiger) in der Werkstatt sind.
„Was nicht sein kann, darf nicht sein!“ heißt dann das Motto.
Warum ich das erzähle. Ich habe die Ernüchterung einer Bekannten erlebt, die zu einem von außen hochinnovativen, jung-dynamischen Traumunternehmen wechselte und feststellte, dass sie in einem unendlich bürokratischen Laden ohne
Vertrauen zu den Mitarbeitern gelandet war (nein, ich meine nicht abteilungsbezogene Dinge)…
Und da die Fluktuation selbst bei solchen Unternehmen überraschend gering ist, merken das auch nur die wenigen „Springer“, die schon andere Unternehmen von innen gesehen haben.
Grüße
Jürgen
PS: Zum Binnenklima von Porsche kann ich nichts sagen, die wollten mich damals nicht:wink: