Hallo Ulla,
Engagement und Emotionalität, falls Dir Gottschaldt (Kurt) noch was sagt, der sprach vom „Aufforderungscharakter“ einer Sache, hier also Ebay.
Na, eine gewisse Emotionalität und großes Engagement kann man
ja einigen „männlichen“ Postings nicht ableugenen, gelle?
Männer und Frauen sind nun mal mitunter kilometerweit auseinander, beie Fraktionen sollten von einander lernen. Das hilft dann auch im täglichen Leben weiter.
Das ganze Diskutiere darüber und noch genauer und
detaillierter und noch mehr Begründungen suchend kam doch erst
aufgrund der vielen empörten Gegenstimmen. Das hat sich doch
gegenseitig hochgeschaukelt; es gehören immer mindestens zwei
zum Streiten.
Die empörten Gegenstimmen kamen hauptsächlich von der „militanten Weiberfront“ (hach ein schönes Wort, ich sage ja nicht Schwanzabfraktion). Interessant war zu bemerken, wie eher unterwürfig und flehend einiger Männer hier um Gnade für den Delinquenten winselten.
Am liebsten würden sie
ihn teeren, federn und ans Rad spannen und von der Zugspitze
runterrollen lassen.
Ach wo, sondern sich nur mal darüber austauschen, dass man
sich in so einem Fall eben vom VK irgendwie verar… vorkommt.
Das ist die emotionale Seite, die ich meinte. Die ganze
Aufregung um Für und Wider, die Anmachereien etc. ist dann
drumrum entstanden aus gegenseitigem Unverständnis, da auf
verschiedenen Ebenen argumentiert wurde.
Das ist es: Frau kommt sich wohl hautpsächlich deshalb verar… vor, weil inkompetenterweise da ein Mann ein frauenspezifisches Produkt anbietet. Nun ist ja die Scharfrichterin schon so gnädig und nimmt ihm das Dingsbums ab für einen ganzen Euro, aber dann bitteschön sollte auch das Porto im Verhältnis stehen, also möglichst 10 Cent oder noch besser nix. Und wenn sie sich schon herablässt, dann hat er nicht noch wirtschaftlich zu denken, claro: Verpacken, Postweg, alles für umme. Ganz sicher hat er draufgelegt bei diesem Superdeal, aber dennoch ist er der Böse.
Genau, es kommt auf die Motivation des Einzelnen an, warum er
sich das Verkaufen bei eBay antut. Ich bin übrigens selbst
aktive eBay-Verkäuferin (im privatem Rahmen) und kenne o.g.
Aufwand durchaus. Bloß würde ich mir, wie wohl Sandra auch,
blöd dabei vorkommen, mir die gebrauchten Kartons/Umschläge
und den anderen Zeit- und Mühe-Einsatz extra bezahlen zu
lassen. Leute, die das anders handhaben, würden sich sicher
auch nicht drüber ärgern, wenn jemand einen kräftigen Zuschlag
zum Porto nimmt, klar.
Nun, über die Karton- und Verpackungsqualität habe ich nichts hier gelesen, aber offenbar ist ja diese Babyunterlage heile angekommen. Ob sie wohl noch frisch gewaschen war, hygienisch einwandrei, keine Motten? Who knows? Das teuerste ist doch wohl die Zeit als Faktor einer Dienstleistung, weniger der Meter Klebestreifen. Aber so sollte man(n) nicht denken, wenn eine Frau der Käufer ist? Entscheidend ist doch das Kaufobjekt selbst, und darüber hat Sandra kein negatives Wort verloren. Für 8 € ins Haus geliefert, ohne Parkplatzpropoebleme, ist doch ein fairer Preis. Zudem kann ja Sandra, wenn auch ihr Baby zu groß geworden ist, den Flunder wieder bei Ebay einstellen. Am besten nimmt sie dann noch das alte Bild vom Bösewicht (Urheberrecht egal) und nimmt dann beim Porto noch 50 Cent mehr. Und da sie eine Frau ist, wird sie in der Müttersolidargemeinschaft sicher auch mehr als diesen lumpigen Euro wiederbekommen.
Oder ist das
Masochismus? Was sagt die Psychologin dazu?
Nein, Masochismus sicher nicht. Im Gegenteil: Spaß am
Verticken von übrigen Sachen, ein gewisser Reiz (Zockerei),
einen ansehnlichen Preis zu ergattern, Platz zu kriegen und
auch noch Geld dafür, einen guten Punktestand… Und zu genau
diesen Motiven passt eben diese (krass formuliert)
Portoabzocke nicht.
Ja, es gibt ja auch schon Verkaufsseminare für Ebayaner, wo dieser Aspekt angesprochen wird. Man verkauft nicht mehr eine Sache, sondern sich selbst als humorvollen, sympathischen Verkäufer (bei Autoverkauf habe ich in etwa folgenden Text gelesen: „Diese Beule hier stammt von meiner Frau - naja, Sie wissen ja - aber das Garagentor hat es klaglos hingenommen und wartet geduldig auf den nächsten Bums…“. Und da Ebay und auch andere Auktionen häufig als Spaß zu sehen sind, gibt es ja dann auch die Spaßbieter oder die Unwissenden, die schon mal negative Punkte vergeben, obwohl sie noch gar nicht bezahlt haben. - Die Motivation, bei Ebay zu surfen, wobwohl man eigentlich nichts sucht, ist häufig Langeweile und/oder nur mal so zum Spaß. Google mit seinen permanenten Querverweisen tut ein übriges (die leben davon nicht schlecht). Aber der Wettbewerbsaspekt, den Du da ansprichst, ist es eigentlich in Wahrheit. Etliche Käufer wollen eigentlich gar nichts kaufen, aber dem Mitbewerber eins auswischen, so nach dem Motto: Frechheit, der glaubt wohl, ich könnte nicht (Potenz- oder Phallussyndrom): mein Haus, mein Boot, meine Frau, na den Werbeslogan kennst Du sicher…
Jedenfalls hab ich mich gefreut, dass du dir die Mühe gemacht
hast, zu antworten und finde diesen Thread langsam fruchtbar.
Ich habe mir die Mühe gerne gemacht, weil mich der werbepsycholgische Aspekt dabei interessiert. Eine Gesellschaft, die ja eigentlich schon fast alles hat, ergötzt sich im interaktiven Wettbewerbsspiel bei Ebay. Hätte das Fell in einer offenen Mülltüte am Wegrand gesteckt, hätte Sandra garantiert nicht zugegriffen: ICH DOCH NICHT!
Viele Grüße
und Happy Kadaver (FronLeichnam) 
Richard