Porzellanheiliger

Hallo, im Film Junge Adler (1944) sagt ein ehemaliger Matrose:
„Es gibt keine Porzellanheiligen.“
Was genau ist ein Porzellanheiliger?

Hallo,

im Film Junge Adler (1944) sagt ein ehemaliger Matrose:
„Es gibt keine Porzellanheiligen.“

Was genau ist ein Porzellanheiliger?

wenn man es wörtlich nimmt: eine Heiligenfigur aus Porzellan.

In einigen Medien wird die Schauspielerin Nicole Kidman als „Porzellanheilige“ bezeichnet (http://www.abendblatt.de/kultur-live/article320935/H… / http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,324400,00.html).

Was aber besagter Matrose damit ausdrücken will, ließe sich bestenfalls aus dem Kontext erschließen.

Gruß
Kreszenz

Was aber besagter Matrose damit ausdrücken will, ließe sich
bestenfalls aus dem Kontext erschließen.

Eigentlich ist er kein Matrose mehr, er arbeitet bei einer Flugzeugfabrik als Schuster.
Der Kontext war, dass der junge Protagonist Theo Brakke etwas ausgefressen hat. Der Schuster hieß Brakke für seine Taten gerade zu stehen, erwähnte aber danach den Porzellanheiligen. Aus dem Zusammenhang habe ich mir natürlich erschlossen, dass die Aussage, es gebe keine Porzellanheiligen, so viel bedeutet wie „jeder hat schon mal Unsinn gemacht“. Aber viel mehr interessiert mich, wie es zu diesem Sprichwort kam, wieso es gerade ein Porzellanheiliger ist. Wenn du das genauer hören möchtest, kannst du es dir im oben verlinkten Film anhören (Minute 27). Er ist im Browser abspielbar.

dass
die Aussage, es gebe keine Porzellanheiligen, so viel bedeutet
wie „jeder hat schon mal Unsinn gemacht“. Aber viel mehr
interessiert mich, wie es zu diesem Sprichwort kam, wieso es
gerade ein Porzellanheiliger ist.

Ein Sprichwort bzw. eine gebräuchliche Redewendung ist es nicht; dafür ist der Ausdruck zu selten anzutreffen.

Porzellanfiguren, besonders die von Heiligen, sind meist nicht realistische, sondern ästhetisch überhöhte stilisierte Darstellungen: ohne jeden Makel, vollkommen, perfekt, übermenschlich - ein Idealbild, für das es im realen Leben keine Entsprechung gibt.
.

Gruß
Kreszenz

1 „Gefällt mir“

Porzellanfiguren, besonders die von Heiligen, sind meist nicht
realistische, sondern ästhetisch überhöhte stilisierte
Darstellungen: ohne jeden Makel, vollkommen, perfekt,
übermenschlich - ein Idealbild, für das es im realen Leben
keine Entsprechung gibt.

Dem, werte Kreszenz, kann man zustimmen.

  1. Im GRIMM findet sich dazu ein Zitat von Börne (DU weißt, dass es, obwohl es passen würde, nicht der Fernsehpathologe ist):
    „die weiber gehen, als wären ihre füsze von porzellan“.
  2. Und für besonders preziös sich gebende Menschen kann man hierzuland schon mal das Schimpfwort „Porzellanarsch“ hören.
    Beste Grüße!
    Hannes

Porzellanfiguren, besonders die von Heiligen, sind meist nicht
realistische, sondern ästhetisch überhöhte stilisierte
Darstellungen: ohne jeden Makel, vollkommen, perfekt,
übermenschlich - ein Idealbild, für das es im realen Leben
keine Entsprechung gibt.

Porzellan assoziiere ich weniger mit Vollkommenheit…
Eher mit Zerbrechlichkeit bzw. Zimperlichkeit, (übertriebener) Vorsicht u.ä.

mfg,
Ché Netzer

Danke, das deckt sich auch so ungefähr mit meiner Vermutung.