Position der Löcher in der Strohhalmoboe

Hi,

eine ungewöhnliche Frage: Man kann aus Macdoof-Strohhalmen (breit und stabil) relativ leicht eine Oboe basteln (Ende flachdrücken, Ecken abschneiden, bis zwei Zungen entstehen). Die Frage die ich habe ist aber diese: Wo müssen die Löcher hin (mit heißem Nagel brennen), damit man zb. die ersten 5 Töne einer Durtonleiter und damit zb. Oh Susanna spielen kann? Gehe ich recht in der Annahme, daß es dieselbe Formel ist wie die, mit der man den Abstand zwischen den Bünden einer Gitarre berechnet? Spielt die Lochgröße eine Rolle? Es scheint sich um Bruchteile von Millimetern zu handeln.

Gruß
datafox - in der Hoffnung, diese Spaßfrage kompetent beantworten zu können :smile:

Hi datafox,

für sowas gibt’s Tabellen, ich finde immoment nur keine (müsste zuheeme nachschauen). Für den Anfang - und weil’s doch ums Basteln geht - empfehle ich die Luftpumpenmensur: Du nimmst eine Luftpumpe, schraubst den Ventilstutzen ab und bläst über das Loch, fertig ist die Querflöte. Zum Festlegen der Mensur stellst du den Schieber auf die Länge deines Strohhalmes und vergleichst die Töne, die sollten einigermaßen übereinstimmen. Sodann stellst du den Schieber auf den nächsten dir passend erscheinenden Ton, überträgst das Maß auf den Strohhalm und bohrst ein Loch. Auf die Lochgröße kommt es nicht so sehr an, wichtig ist das Maß zwischen Anblaspunkt und Oberkante des Loches.

Natürlich könntest du auch eine Flöte abmessen und die Maße auf dein Instrument umrechnen, dabei käme aber nur die klassische Stimmung heraus. Die Luftpumpenmensur hat im Gegensatz zu Tabellenwerken den Vorteil, dass sie genau deine Hörgewohnheiten wiedergibt.

Gruß Ralf

Hallo Fuchs!

eine ungewöhnliche Frage: Man kann aus Macdoof-Strohhalmen
(breit und stabil) relativ leicht eine Oboe basteln (Ende
flachdrücken, Ecken abschneiden, bis zwei Zungen entstehen).

Muss ich mal probieren! :wink:

Die Frage die ich habe ist aber diese: Wo müssen die Löcher
hin (mit heißem Nagel brennen), damit man zb. die ersten 5
Töne einer Durtonleiter und damit zb. Oh Susanna spielen kann?

Instrumentenbauer experimentieren daran jahrzehntelang herum. Da wirst Du keine allgemeine Lösung finden.

Gehe ich recht in der Annahme, daß es dieselbe Formel ist wie
die, mit der man den Abstand zwischen den Bünden einer Gitarre
berechnet?

Die kannst Du als ersten Anhaltspunkt nehmen. Eigentlich gilt die aber nur, wenn Du den Strohhalm an der entsprechenden Stelle komplett abschneidest - das gibt dann eine Einweg-Flöte für ansteigende Tonfolgen. :wink: (Mündungskorrektur ist hier natürlich noch nicht berücksichtigt.)
Da der Querschnitt der Löcher sicher kleiner ist als der des Strohhalms, wäre der Ton immer tiefer als erwartet, Du musst die Löcher also „etwas“ höher, also näher am Mundstück, ansetzen als berechnet.

Spielt die Lochgröße eine Rolle?

Ja, sicher. Bei der Blockflöte öffnet man Löcher nur halb (also mit kleinerer Fläche), um bestimmte Halbtöne zu erreichen.

Es scheint sich um
Bruchteile von Millimetern zu handeln.

Beim Abstand der Löcher?? Das kann nicht sein.

Gruß
Arndt