Positive Gedanken und ihre Wirkung?

hallo
mich würde interessieren was für eine Wirkung auf den Menschen hat wenn man positiv denkt.ich hab es auch einige male bemerkt wenn ich die sachen mit einem positiven blick betrachte dann fällt mir einiges viel leichter und man fühlt sich einfach besser und wenn ich negativ blicke dann kommt mir manches sehr schwerer vor.
Woran liegt das?
was passiert in einem wenn man positiv denkt?
danke

Tach,

was passiert in einem wenn man positiv denkt?

Alles!

;-»
Pit

Moin
Mich dünkt, mit den Begriffen „positiv denken“ und „Energie“ wurde in den letzten 35 Jahren mehr Schindluder betrieben als mit allen anderen Begriffen.
Ein verschmutztes Glas Wasser wird nicht dadurch rein, wenn man es sich rein denkt, sondern eher dadurch, dass man die dunklen Anteile auf dem Grund des Glases anschaut und analysiert und schließlich eliminiert.
Man macht sich sehr leicht etwas vor mit diesem „positiven Denken“. Natürlich heißt das nicht, dass negatives Denken das Bessere wäre, obwohl - de negative Dialektik von Adorno, Lacan und einigen Anderen auch etwas Tiefgründiges hatte.
Gruß,
Branden

Der ‚Positiv Denken‘ Nonsense
Hi,

ich stimme Branden hier voll und ganz zu. Die durch den Esoteriker Joseph Murphy Anfang der 60er aufgebrachte Positiv-Denken-Manie ist die beste Methode, Konflikte einzubetonieren, statt konsequent Wege der Lösung zu suchen.

Auch die beliebte halbvoll-halbleer-Glas-Metapher ist zwar geeignet, sich mal für eine Zeit Luft zu verschaffen, verführt aber dazu, Krisensituationen blauäugig zu betrachten und daher die Verknotungen immer problematischer werden zu lassen. Ein nicht ungefährliches Unterfangen.

Auch innerhalb der Psychtherapietheorie hat diese Denk-Krücke seitdem immer heftigere Kritik erfahren.

Es gibt bessere Methoden, Konflikte und andere Problem-Typen optimal (d.h. lösungsorientiert) anzugehen.

Gruß
Metapher

hallo
danke erstmal für eure infos.
ich habe gestern etwas erfahren das sich REFRAMING nennt.
das soll ein spezielles werkzeug der psychotherapie sein.
was haltet ihr davon .

Hi,

REFRAMING

eine absolute, geradezu triviale Selbstverständlichkeit in jedem situationsanalytischen und konfliktberatenden Gesprächsszenarium, das aber dadurch, daß es von einer bekannten Größe (in diesem Fall Virginia Satir) einen Namen bekommt, zu einem „Verfahren“ bzw einer „Methode“ hochstilisiert wird … und damit zu einem gedankenlos und empathielos rein formell anwendbaren „Werkzeug“ wird.

Gruß
Metapher

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Hi!

Das überraschende an diesem Thema finde ich, dass positves Denken so negativ erscheint! Probleme würden nur kaschiert und sogar „einbetoniert“. Krisensituationen werden übergangen und dadurch Verknotungen der Probleme immer problematischer.
Klingt beängstigend!

Oft betrachte ich Dinge bewusst positiv damit mir etwas leichter fällt - laut dieses Thread´s bewirkt es ja gerade das Gegenteil - Schwierigkeiten werden noch schwieriger!
Klar, es fällt einem manches dadurch leichter aber dass es sogar in der Psychotherapietheorie stark kritisiert wird verwundert mich, da in der Verhaltenstherapie hauptsächlich postive Sichtweise eingeübt wird…

MfG

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Hallo, Andre,
zunächst ist wohl eine möglichst realistische Betrachtung der Welt hilfreich.

Alles durch rosarote Gläser zu mustern ist genauso unsinnig, wie eine allzu pessimistische Sichtweise. Mit Beidem wird man der Wirklichkeit nicht gerecht und falsche Entscheicdungen sind vorprogrammiert.

Gruß
Eckard

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Problem nur ist das die Rosagucker Realisten als Pessimisten sehen und die Schwarzseher als Rosagucker. So gesehn sind Realisten echt doof dran.

Hi Aniki,

So gesehn sind
Realisten echt doof dran.

was kümmert es die Eiche, wenn sich die Sau daran scharbt?!

Ich bezeichne mich mal als eher positiv denkenden Realisten und wenn andere mich Scharzseher oder Rosarotgucker nennen, ist mir das furchtbar egal.

Gandalf

Hi Aniki,

So gesehn sind
Realisten echt doof dran.

was kümmert es die Eiche, wenn sich die Sau daran scharbt?!

Ich bezeichne mich mal als eher positiv denkenden Realisten
und wenn andere mich Scharzseher oder Rosarotgucker nennen,
ist mir das furchtbar egal.

das ist es ja, jede Gruppe hält sich selber für DIESE

Hallo,

mich würde interessieren was für eine Wirkung auf den Menschen
hat wenn man positiv denkt.

einfache Logik: Was fällt dir ein, wenn du darüber
nachdenkst, was du kochen willst? Vielleicht ein
Urlaubsziel oder eine Hunderasse? Und genau so simpel
ist die „Positiv Denken Strategie“.
Ein Optimist wird nach Lösungen suchen und sie auch
eher finden, als ein Pessimist, der an keine Chance
glaubt. Dieses Positve Denken wird ja leider so sehr
falsch interpretiert, wie du auch diesem thread hier
entnehmen kannst. Viele nennen den Begriff auch deshalb
schon anders: konstruktiv denken etwa. Es geht nicht
darum, eine rosarote Brille aufzuziehen, sondern nach
Lösungen zu suchen, statt in Lethargie zu verharren!
Und selbstverständlich ist „Positives Denken“ keine
wirksame Therapieform. Es kann eine kranke Seele
ebensowenig heilen, wie einen kranken Körper.
Die Frage aber muß gestellt werden, wieviele depressive
Verstimmungen o.ä durch Pessimismus entstehen bzw.
entstanden sind. Und genau hier setzt deine Frage an.

Welche Wirkung haben positive Gedanken und welche haben
negative Gedanken auf den Seelenhaushalt, auf Kreativität,
auf Tatkraft etc. Ich schliesse diesen Kreis jetzt wieder
mit der einfachen Logik, was willst du kochen…

ich hab es auch einige male bemerkt
wenn ich die sachen mit einem positiven blick betrachte dann
fällt mir einiges viel leichter und man fühlt sich einfach
besser und wenn ich negativ blicke dann kommt mir manches sehr
schwerer vor.

Das ist der entscheidende Punkt.

Woran liegt das?
was passiert in einem wenn man positiv denkt?

Auf diese Fragen sollten die Herren Experten einmal eingehen!

Gruß
Junktor

Hi,

Es gibt bessere Methoden, Konflikte und andere Problem-Typen
optimal (d.h. lösungsorientiert) anzugehen.

aber sicherlich wirst du zustimmen müssen, dass ein optimistischer
Mensch eher eine Lösung findet, als ein Pessimist, der
aufgegeben hat nach Lösungen zu suchen. D.h. auch diese
Methoden bedürfen eines gewissen positiven oder anders gesagt
konstruktiven Denkens.

Gruß
Junktor

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Hallo,

Ich bezeichne mich mal als eher positiv denkenden Realisten
und wenn andere mich Scharzseher oder Rosarotgucker nennen,
ist mir das furchtbar egal.

das ist es ja, jede Gruppe hält sich selber für DIESE

das glaube ich gar nicht.
Menschen, die alles immer pessimistisch betrachten und bei jedem
Wehwehchen oder Problemchen in Depressionen fallen, wissen das
durchaus auch selber, dass sie so sind.
Dann eine pos. Lebenseinstellung herbeibeten geht eben nicht.
Gruß Uwi

Hallo,

dass es
sogar in der Psychotherapietheorie stark kritisiert wird
verwundert mich, da in der Verhaltenstherapie hauptsächlich
postive Sichtweise eingeübt wird…

es ist hier eine bestimmte „Think positive“-Richtung gemeint. Die wird z.B. von Aaron T. Beck in seinem Klassiker „Kognitive Therapie der Depression“ kritisiert.

Beste Grüße

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Hallo,

aber sicherlich wirst du zustimmen müssen, dass ein
optimistischer
Mensch eher eine Lösung findet, als ein Pessimist, der
aufgegeben hat nach Lösungen zu suchen. D.h. auch diese
Methoden bedürfen eines gewissen positiven oder anders gesagt
konstruktiven Denkens.

Zweifellos richtig.
Die Ausgangsfrage ging aber nicht um Optimist oder Pessimist (also verschiedene Personen), sondern um die selbe Person, die angeblich mal so und mal so denkt, mit unterschiedlichen wahrgenommenen Erfolgsresultaten.

Also etwas in der Art „Jetzt denke ich bewusst positiv und dann wird es besser“.

Hier stimme ich Metapher voll zu.
In betrieblichen (Alltags)situationen ist das nicht nur nur Schwachsinn, sondern DER Verhinderer, und somit Nonsense.

Gruss,
TR

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Hallo MGM,

Das Reframing = Umdeutung ist ein Modell aus der „systemischen Therapie“.
Hierbei wird ein Geschehen dahingehend umgedeutet, dass sich die Bedeutung des Geschehens verändert.

Es findet auch im Alltag statt, meist jedoch ohne dass man sich darüber bewusst ist. (Beispielsweise erfährt eine Frau, dass ihr Partner seit vielen Jahren eine Geliebte hat. Hierdurch wird die gesamte Vergangenheit rückwirkend in ein negatives Licht gestellt.)

Im therapeutischen Kontext dient es dazu, dem Klienten die Möglichkeit bewusst zu machen, dass die Dinge auch anders sein oder gesehen werden können, somit nicht mehr als so festgefahren und rigide erlebt werden.
In der Therapie wird grundsätzlich positiv umdeutet.

Reframing hat rein gar nichts damit zu tun, was Metapher (den ich sonst für einen sehr weisen Mann halte!) darüber schreibt:

und damit zu einem gedankenlos und empathielos rein formell anwendbaren „Werkzeug“ wird

Es geht in systemischer Arbeit immer um Wertschätzung gegenüber dem Klienten, es wird grundsätzlich ressourcenorientiert gearbeitet. Von gedanken- und empathielos kann gar keine Rede sein!

Die Methode wird ja auch nicht alleine angewandt sondern im Kontext mit anderen systemischen Methoden.

Reframing im Alltag als Methode für positives Denken bei sich selbst anzuwenden, erachte ich als schwierig aber nicht unmöglich.
Allerdings denke ich, dass es nicht das ist, was du suchst, nämlich nach Mitteln um mit einer positiveren Grundhaltung durch die Welt zu gehen, oder?!

Was bislang noch nicht genannt wurde, ist, dass das Denken auch die Gefühle beeinflusst. D.h. durch positiveres Denken verlieren sich über kurz oder lang auch negative Gefühle.
Die genannte Gefahr, dass man langfristig zu einem oberflächigen Smiley-Gesicht wird, sehe ich nicht, solange man nicht beginnt, seine wahren, echten, tiefen Gefühle schön zu reden.
Soll heißen, man muss sich m.E. nicht darüber ärgern, dass das Wetter kalt und nass ist, dass die schöne Tasse zerbrochen ist, dass der Müll schon wieder nicht runtergetragen wurde…
aber man sollte z.B. Trauer zulassen, wenn man verlassen wurde oder jemand stirbt, den man liebt…

Dir viele gute Gedanken für 2009,
Grüße, jeanne

2 „Gefällt mir“

Hi Jeanne,
(…)

Reframing hat rein gar nichts damit zu tun, was Metapher (den
ich sonst für einen sehr weisen Mann halte!) darüber schreibt:

und damit zu einem gedankenlos und empathielos rein formell anwendbaren „Werkzeug“ wird

Mit diesem Teilaspekt magst du richtig liegen.
Metaphers Kernaussage ist aber, dass es sich hier um eine aufgeblasene Kleinigkeit handelt, der man mangels ernsthafter Bedeutung einen wohlklingenden Namen gibt.
Ich nehme an, dass man sich damit von Ottonormalmenschen abgrenzen will, die diese „Methoden“ ohnehin intuitiv richtig anwenden.
Ich kenne das sehr gut aus dem Bereich Qualitätsmanagement, wo immer wieder mal Jemand mit einem „neuen“ Methodenfurz daherkommt.

Gruss,
TR

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Hallo,

ich denke, dass diese Geschichte mit den positiven Gedanken von ihrem Ursprung her im wesentlichen ein Zeitgeistphänomen ist. Nur noch das Angenehme zählt, das Negative soll es möglichst gar nicht mehr geben. Wellness für die Psyche - immer und überall.

Dabei glaube ich, dass es lediglich darum geht, dass Gefühle bezüglich der aktuellen Situation angemessen sein sollten und nicht immer zwangsläuftig positiv sein müssen, bzw. sogar gar nicht sein dürfen. Es ist genauso falsch, anläßlich eines negativen Ereignisses positiv zu denken, wie es falsch ist scheinbar ohne Grund negativ zu denken.

Positiv Denken kann eine große Falle sein, da es die Warnmechanismen der Psyche ignoriert. Schlechte Stimmung und negative Gefühle und Gedanken sind normalerweise ein Symptom bezüglich einer bestimmten Ursache. Wenn man das Symptom ausschaltet, bleibt die Ursache trotzdem noch bestehen.

Zu Deiner Frage, was im Körper bei positivem Denken passiert: Grundsätzlich werden im Gehirn dann andere Botenstoffe ausgeschüttet und der Körper produziert entsprechend andere Hormone, etc. der Stress wird reduziert und das allg. Befinden wird verbessert.

ABER:
Wenn dies allerdings der tatsächlichen Situation unangemessen ist, dann ist es letztlich nicht gut. Stress z. B. ist ja auch ein Hilfsmittel des Überlebens. Der Körper wird in Alarmstimmung versetzt um schneller reagieren oder handeln zu können, etc. Stress hat seinen Sinn. Die Evolution hat diese Mechanismen über sehr lange Zeit hinweg herausgebildet. Stress künstlich zu beseitigen, dort, wo er eigentlich angesagt wäre, ist letztlich negativ zu beurteilen.

LG Rolo

Hallo,

Zweifellos richtig.
Die Ausgangsfrage ging aber nicht um Optimist oder Pessimist
(also verschiedene Personen), sondern um die selbe Person, die
angeblich mal so und mal so denkt, mit unterschiedlichen
wahrgenommenen Erfolgsresultaten.

die Ausgangsfrage lautet, was geht in einen vor, wenn man
positiv denkt. Darauf bin ich oben ein wenig eingegangen,
das hier war lediglich eine Reaktion auf Metaphers Antwort!

Hier stimme ich Metapher voll zu.
In betrieblichen (Alltags)situationen ist das nicht nur nur
Schwachsinn, sondern DER Verhinderer, und somit Nonsense.

Du kannst denken was du willst, das steht dir zu!

Gruß
Junktor