Possessivpronomen -Possessivartikel

Hallo! Mein Sohn hat gerade Possessivpronomen in der Schule kennengelernt. Da ich mit ihm ein wenig meine Deutschkenntnisse auffrischen möchte " lerne ich immer etwas mit".
Überall wo mann etwas über P.- pronomen lernt stehen Beispiele wie mein Haus , dein Rad, sein Hund usw.
(wegen Besitzanzeigend)

Jetzt habe ich irgendwo gelesen, dass das gar keine Possessivpronomen sind sondern Possessivartikel, da sie für den Artikel stehen.

  • Das ist das Haus, das ihm gehört - Das ist sein Haus.
    Ein Possessivpronomen wäre es nur, wenn es auch für das Nomen (pro nomen) steht, also:
    Das ist das Haus, das ihm gehört. - Das ist seins.

Wie ist es denn nun? In der Schule (und in fast allen Büchern, die ich besitze) sind als Beispiele für Possessivpronomen immer Beispielewie ganz oben angegeben.

In dieser Quelle mit den Possessivartikeln steht übrigens, dass diese Attribute sind. Dann wäre bei -mein Haus- mein also ein Attribut und kein Possessivpronomen???
Ich versteh gar nichts mehr.

Hallo Denise,

ob Du „mein“, „dein“ usw. als Possessivpronomen oder -artikel bezeichnest (oder ob Dein Sohn das so machen soll), liegt, so muss man das leider sagen, am Lehrbuch, das dem Unterricht zugrunde liegt. Meiner Meinung nach ist die Redeweise vom Possessivartikel gar nicht schlecht, wenn das Wort eben, wie Du schon richtig schreibst, nicht „pro Nomen“, also für ein Nomen, sondern vor einem Nomen=Substantiv steht.
Ob es sich dabei um ein Attribut handelt oder nicht, ist eine andere Frage – auch hier streiten sich die Grammatiken. Grundsätzlich muss man aber hier Aspekte der Form und der Funktion unterscheiden, und diese Unterscheidung ist nicht immer ganz eingängig. Die Kurzfassung ist die: „mein“ in „mein Haus“ ist von der Form, sozusagen von oberflächlichen Aspekten her, Possessivpronomen (oder -artikel): Es hat beispielsweise die formalen (oberflächlichen) Eigenschaften, deklinierbar zu sein und vor einem Substantiv stehen zu können. Funktional kann man es als Attribut bezeichnen, Funktion kann man auch umschreiben als „die Aufgabe, die der Ausdruck in dem Satz hat“. „Mein“ hätte als Attribut die Aufgabe, das folgende Substantiv näher zu bestimmen (es ist eben „mein“ Haus und nicht „sein“ Haus). Das ist aber etwas Inhaltliches und hat daher mit der Form nichts zu tun. Dass „mein“ Possesivartikel und Attribut ist, schließt sich also nicht aus, sondern das sind zwei Aspekte, unter denen man das Wort betrachten kann.

Hoffe, das war verständlich.
Viele Grüße
Michael