bitte:
Bandit: Der Ausdruck für „[Straßen]räuber, Gauner" wurde im
17. Jh. aus it. bandito (eigentlich „Geächteter")
entlehnt
Danke, Ann!
Wenn wir nun wissen, dass Geheimrat Göte Kutsche gefahren ist (mir liegt sogar die Berechnung seines Postgeldes von Weimar nach Baden vor!), und dass Besagter sicher später lebte als das 17. Jahrhundert, dann können wir also vermuten:
Zu der Zeit, als es Postkutschen gab, gab es in Deutschland auch schon den Begriff Bandit. Das steht im Gegensatz zu Conrads Vermutung:
Zur Zeit der Postkutschen war der „Bandit“ ein italienischer Räuber
aus dem Süden Italiens. Ein edler Bandit, der zuverlässig, wie Robin
Hood, die Reichen beraubte und dem armen Schlucker nichts tat. Er
war edel und furchtlos und auf sein Wort verlass.
Wenn es nun den Begriff „Traragänger“ gab, so kann ich mir zumindest vorstellen, dass man auch „Tra-ra-banditen“ sagte. Beleg habe ich dafür nicht, aber so kategorisch ausschließen wie Conrad mag ich das nicht.
Die zweite Behauptung ist relativ:
In Deutschland wurden aber kaum Postkutschen überfallen.
Bei einem ersten Griff in mein Bücherregal fand ich doch etliche Illustrationen, die Postkutschenüberfälle in Deutschland darstellen. Nun gut, wir können über dieses Motiv reden, ob wir einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Illustration und den tatsächlichen Geschehnissen herstellen dürfen. Mag ich hier aber nicht. Ich will nur anmerken, dass sich im Verhörprotokoll zu dem Postkutschenraub in Aschaffenburg von 1787 eine solce Illustration befindet. Der später hingerichtet Johann Bopp („Klemm“) gestand zwölf solcher Überfälle. Zumindest ei dem einen, den ich oben erwähnte, ist ausdrücklich von einer Postkutsche die Rede. Und wie ist das mit den Kutschen, die von Hölzerlips oder Schinderhannes überfallen wurden?
Da würde ich gerne wissen, was die beiden genannten Bücher dazu sagen.
Aktenmäßige Nachrichten von dem Gauner- und Vagabundengesindel
und „Actenmäßige Geschichte der Räuberbanden“, … (1804 und 1822)
von denen Conrad schreibt „kommen Postkutschenüberfälle nicht vor“.
Was steht darin zu Johann Bopp?
fragt gespannt
Bernhard