man muss es sehen
hi,
ich finde, man sollte nicht nur die nachteile von und vermeintlichen fehler bei der diagnosestellung sehen, sondern auch die vorteile, die in dem weit fortgeschrittenen forschungsbereich der PTBS liegen.
was früher manchmal fälschlicherweise als persönlichkeitsstörungen, psychosen oder angststörungen bezeichnet wurde, kann heute besser gegenüber trauma-typischen gründen abgegrenzt und -jetzt kommt´s- behandelt werden. das war ja auch die frage: führt die diagnose ins nix oder auch in spezifische behandlungsformen. die antwort ist: ja, auch das.
letztlich, das zeigt mir die erfahrung aus der psyhotherapie und diagnose-stellung, ist es wichtiger, erst mal eine diagnose an die KV zu bringen, die therapie ermöglicht. differenzialdiagnostisches WEITERSEHEN ist damit ja nicht ausgeschlossen. sogar nötig!
virginia satir sagte mal: „man darf sich in seine diagnosen verlieben, man sollte sie aber nicht heiraten.“
wer mit angst oder ADHS kommt, kann durchaus eine traumastörung haben, die ich im laufe der therapie erst erkenne und dann auch entsprechend behandle (oder weiterverweise an spezialisten mit trauma-fortbildung).
auch vanbranden (hallo!) weiss, dass man nicht einen genozid erlebt haben muss, um eine trauma-diagnose zu bekommen.
als therapeut muss man einfach wissen, dass trauma-symptome das gesicht einer anderen störung haben können, als solche aber anders behandelt werden müssen. das nennt man gute differenzialdiagnostik. diese begleitet jede therapie im prozess, und die diagnose ist nicht so wichtig wie die beziehung, die durch einen therapeuten und patienten heilung bewirken kann.
schimpft nicht so auf das modethema „trauma“, sondern lernt aus den neuen erkenntnissen. vor allem sollte das nicht zum nichtaufsuchen einer therapie führen, weil angeblich die diagnose nur irritiert. was haben da die betroffenen von?