ich habe eine Frage zur Posttraumatische Belastungsstörung. Welche kognitiven Verfahren neben den behavioralen Verfahren der Konfrontation werden verwendet? Gehören „Triggeranalyse“ und „Diskriminationslernen“ zur behavioralen oder kognitiven Therapie und WANN im therapeutischen Prozess sollten sie angewandt werden?
Ich habe nur den Wittchen/Hoyer und da steht dazu leider nur sehr Vages.
generell spielt für die frage des richtigen zeitpunktes einer therapeutischen intervention oder technik der grad an stabilisierung des patienten eine rolle. bei der PTBS macht es selbstverständlich keinen sinn, kognitive umstrukturierung zu beginnen, wenn die ich-funktionen noch instabil sind. so „nach katalog“ kann man deine frage auch nicht beantworten. wer PTBS-behandlung (genau wie psychotherapie im allgemeinen) durchführt, weiß, worauf es ankommt: die individuelle abstimmung und das „gefühlte wählen“ der intervention im therapieprozess. dabei spielt viel bauchgefühl des therapeuten eine rolle, manchmal muss man den patienten soagr fragen, wie er/sie sich heute fühlt, um zu wissen, was möglich ist.
behandlungsmanuale und lehrbücher (vor allem aus der behavioralen therapie) vermitteln oft den bedauerlichen eindruck von „schema-F“-anleitungen. wenn man dort vorgehen-A liest, kann es sein, dass der patient vorgehen-B/C/D/… benötigt.
Hallo und vielen Dank für die Antwort, was du sagst, leuchtet ein. Weißt du denn ob „Triggeranalyse“ und „Diskriminationslernen“ zum behavioralen oder kognitiven Teil der Therapie gezählt werden?
Grüße,
Tobias
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triggeranalyse und diskriminationslernen sind behaviorale bestandteile, denn sie beziehen sich auf die grundannahme, dass klassisch konditionierte panik auch wieder löschbar ist, also sich den angstauslösenden reizen auszusetzen, um zu erleben, dass keine erneute bedrohung (wie damals beim trauma der fall) eintritt. das ist löschung des konditionierten angstreizes unter einbeziehung des vorher eruierten triggers. der muss natürlich bekannt sein.
kognitive anteile der traumatherapie richten sich dann eher auf selbstinstruktionen, selbststärkungen, selbstkontrolltechniken und hilfreiche bewertungen der erkrankung und belastenden situationen, z.b. "ich kann es aushalten, es ist vorbei, ich bin stark, ich heile mich durch übung, …)