Posttraumatische Belastungsstörung

Hallo,
vor 2 Jahren gab es eine schwierige Situation in meiner Familie, die genauen Geschehnisse möchte ich nicht erläutern doch die Folgen waren das mein Vater ins Gefängnis kam, da ich auch darin eingemischt war blieben bei die Bilder von der Vergangenheit hängen.
Immer wenn ich versuche mich zu konzentrieren, ein Buch lese oder Menschen sehe die in diese Situation verwickelt waren, kommen mir diese Bilder in den Kopf, was damals geschehen ist, wie ich gehandelt habe und wie ich es besser machen sollte. Ich fing darauf an mein verhalten zu analysieren, immer wenn ich mit Menschen gesprochen habe, dachte ich danach über das Gespräch nach, was ich sagte, ob es richtig war und ich lies die ganze Szene wieder durch meinen Kopf gehen.

Zur Zeit verschreibt mir mein Psychiater Zoloft und Alprazolam, diese Medikamente helfen mir auch, ich bin nicht mehr aggressiv und schlafe besser, doch die Bilder die mir durch den Kopf gehen bleiben und ich analysiere mein Verhalten immer noch, auch bei ganz banalen Situation, z.B wenn ich einen Arbeitskollegen treffe oder aus einem Geschäft raus gehe, lasse ich mir die Geschehnisse durch den Kopf gehen, wie gesagt das Erlebnis ist schon 2 Jahre her und immer noch denke ich daran,

wann denkt ihr könnte das aufhören?

Hallo carboneum,

vor 2 Jahren gab es eine schwierige Situation in meiner
Familie, die genauen Geschehnisse möchte ich nicht erläutern …

solange du nicht mehr von dir preisgibst …

Zur Zeit verschreibt mir mein Psychiater Zoloft und
Alprazolam, diese Medikamente helfen mir auch, ich bin nicht
mehr aggressiv und schlafe besser, doch die Bilder …

… vermute ich, dass du auch eine psychotherapeutische Behandlung brauchst.

Dein Psychiater sollte dir helfen, wenn er es nicht tut (und du hast - soweit uns bekannt - keinen besseren Ratgeber als dein Gefühl), such dir einen anderen.

Alles in Allem: so allgemein ist es schwer, dir einen Rat zu geben. Vielleicht kannst du dein Umfeld (Familie, Freunde, Partner, Umfeld) einbinden.

Gruß, Zoelomat

Du schreibst, dass du eigentlich einen Therapeuten hast, erwähnst jedoch nur eine medikamentöse Therapie. Wie sehen die restlichen Bausteine der Therapie aus?

Eine Posttraumatische Belastungsstörung ist eine solche, die unbedingt in die Hände eines Fachmannes gehört, der in der Thematik speziell fortgebildet ist. Normale Therapieansätze helfen bei Traumafolgestörungen nicht weiter oder können sogar schädlich sein. Das Gefangensein in der eigenen Analyse ist ein typisches Symptom einer nicht (richtig / ausreichend) therapierten Traumafolgestörung. Jedenfalls darf bei einer PTBS die medikamentöse Therapie niemals isoliert sein.

Wie lange bist du denn schon in Therapie? Verfügt dein Therapeut über eine solche Spezialisierung? Von selber aufhören tun die Symptome jedenfalls mit hoher Sicherheit nicht, auch und gerade nicht nur durch medikamentöse Therapie.

Alprazolam ist übrigens in der Situation mit sehr großer Vorsicht zu genießen, außerdem ist es bei gleichzeitiger Gabe von Zoloft kontraindiziert!

Das ganze Posting hat weder Hand noch Fuß
Moin
Die Diagnose „Posttraumatische Belastungsstörung“ ist die am heftigsten missbrauchte innerhalb der von Diagnose-Inflationen betroffenen.
Ich schätze mal, sie wird in 90 % aller Fälle heutzutage missbräuchlich benutzt. So viel nur zur Diagnose.

Zur Zeit verschreibt mir mein Psychiater Zoloft und
Alprazolam, diese Medikamente helfen mir auch, ich bin nicht
mehr aggressiv und schlafe besser

Ein Antidepressivum wie Zoloft senkt nie und nimmer den Aggressionspegel - es hilft gegen Depressionen und Depressionen sind am anderen Ende der Skala als Aggressionen. Ein depressiver Mensch ist meistens gehemmt im aggressiven Bereich. Er muss u. U. sogar wieder lernen, aggressiv werden zu können.

doch die Bilder die mir
durch den Kopf gehen bleiben und ich analysiere mein Verhalten
immer noch

Es wäre wünschenswert, wenn mehr Leute ihr Verhalten häufiger analysieren würden. Das ist also etwas Positives.
Gruß,
Branden

Zumindest die Medikation Zoloft macht sogar großen Sinn: Das gehört (leider) zur Standardmedikation, die verordnet wird, wenn eine PTBS im Raum steht (ich spreche bewusst nicht davon, dass sie diagnostiziert wurde!) und jemand verschreibt, der von der Thematik nur bedingt Ahnung hat. Alleine mit sind mehrere solcher Fälle persönlich bekannt.

Wie das zu solch einer Medikation kommt, dafür habe ich meine eigene Theorie, das führt hier aber wohl zu weit.

Hallo.
Ich habe den Eindruck, dass du Schuldgefühle hast, die dich quälen und immer wieder auftauchen. Dagegen dürften Antidepressiva kaum etwas ausrichten.

Hallo,
zunächst mal Danke für die Antworten.

Wie ich sehe denkt ihr das die Diagnose falsch sein könnte, ich sehe gerade das in meinem Befund unter Diagnose F32 / F48 steht, aber im Gespräch mit meinem Psychiater hat er eben die Posttraumatische Belastungsstörung betont.

Ihr findet ich sollte einen anderen Spezialisten aufsuchen? Ich gehe momentan zu einem Neurohpsychiater, welcher Spezialist ist denn zu empfehlen bei solchen Störungen?

Unter einer Minderung der Aggression habe ich gemeint das ich keine schlechten Gedanken mehr hege gegen die Personen die Schuld an dieser Situation haben und da ich des öfteren im Umgang mit meinen Mitmenschen aggressive Züge gezeigt habe, die jetzt vll. unter Einfluss der Medikamente aber auch vll. weil mehr Zeit vergangen ist nicht mehr da sind.

Also meint ihr das Alprazolam in Verbindung mit Zoloft kontra indiziert ist?

Ich befinde mich schon 2 Monate in dieser therapeutischen Behandlung, es ist so das ich maximal 20 Minuten in diesen 3 Sitzungen mit meinem Therapeuten geredet habe, er hat mir Methoden erläutert die mir helfen mich besser zu konzentrieren und auch bewusst gemacht das man nicht mehr über die Vergangenheit denken sollte, doch die Belastungen bleiben.
Also sollte ich eurer Meinung einen anderen Therapeuten suchen?

Genau so ist es. Was würdest du empfehlen?

Moin! :smile:

Wenn es wirklich eine PTBS ist würde ich zu einem Psychotherapeuten gehen. Eine Psychotherapie wirkt da am besten. Je nach Traumatisierung kann es ganz schnell wieder weg gehen (5 - 10 Stunden Therapie) oder auch sehr lange dauern (beispielsweise bei langjährigem Missbrauch o.Ä.). Achte darauf, dass der Therapeut sich mit Trauma auskennt. Das kannst Du direkt am Telefon fragen, wenn der Therapeut verneint musst Du gar nicht erst hingehen. Ein guter Therapeut sollte sich zudem Zeit für die Diagnostik nehmen und gucken, ob es wirklich eine PTBS ist oder nicht.

Ein Buch, das ich häufig traumatisierten Patienten empfehle, ist dieses hier:

http://www.amazon.de/Neue-Wege-aus-dem-Trauma/dp/349…

Manchmal hilft auch ein stationärer Aufenthalt (4 - 12 Wochen) in einer Klinik. Ich kann Dir da auch gerne gute Adressen nennen, wenn Du die brauchst!