Hallo,
vor ein paar Tagen habe ich gefragt worin der Unterschied
zwischen potenzialgetrennten und potenzialfreien Netzen
besteht.
Das habe ich jetzt eigentlich verstanden, denke ich.
Naja, ich bin da noch am zweifeln.
Zur Sicherheit möchte ich dazu noch eine Verständnisfrage
stellen.
http://img520.imageshack.us/my.php?image=img29405rc.jpg
die auf dem Bild gezeigte Gleichspannungsquelle ist nicht
potentialfrei.
Wenn es so geschrieben steht, muß man davon ausgehen.
Das bedeutet also nun, dass einer der beiden Pole z.B. die 0V
mit PE verbunden ist und somit haben beide das gleiche
Potenzial.
Da muß nicht sein. Es bedeutet, daß irgend ein Schaltungsteil
mit irgend einem Netzspannungpotential verbunden ist.
Das kann 0V DC oder 380V DC oder irgend eine Spannung dazwischen
sein, und die kann an PE oder auch an Phase oder an einem
Potential dazwischen anliegen.
Bezeichnet man dann die 0V auch als Masse oder Ground, weil
sie doch mit PE verbunden ist? oder würfle ich da wieder was
durcheinander?
Was 0V oder Ground ist, wird rel. willkürlich festgelegt.
Das ist erstmal nur ein interne Bezugspotential.
Wenn ein Schaltungsteil allerdings auf PE liegt, wird
es üblicherweise als Masse bzw. Ground definiert.
Kann ich dann unter Umständen THEORETISCH in einer Anlage den
Minuspol direkt an den PE-Anschluß klemmen? Sie haben doch das
gleiche Potenzial.
Was man machen kann oder muß, hängt immer von den jeweiligen
Festlegungen und Bedingungen ab.
Sind bei einem herkömmlichen Trafo, die beiden Spulen
galvanisch getrennt?
Was ist ein herkömmlicher Trafo???
Wenn es kein Spartrafo ist, dann sich die Wicklungen
üblicherweise galv. getrennt. Was man daraus schließen kann,
ist eine andere Frage.
Nur wenn der Trafo das Zeichen für „Sichere Trennung“ hat,
kann man sich auch darauf verlassen.
Ich denke ja, auch wenn sie einen gemeinsamen Eisenkern haben.
Hat damit fast gar nix zu tun.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Schaltbild_Trafo.png
Wie wird dieser potenzialfreie Transformator dann
unpotenzialfrei?
Eben durch die galv. Trennung.
Man erdet eine der beiden Sekundärseitigen Ausgangsklemmen?
Nicht unbedingt.
Wenn man z.B. die Schaltungsmasse nach einem Brückengleichrichter
auf PE legt, ist das ein anderes Potential als die Drahtenden
der Wicklung.
Sind elektronische Trafos (Schaltnetzteile) in der Regel
potenzialfreie Netzteile? Ich habe gelesen, das die Primär-
und Sekundärwicklung galvanisch voneinander getrennt seien.
Wenn sie expliziert als galv. getrennt ausgeschrieben sind!
Wie kann ich feststellen, ob so ein Netzteil oder
Transformator potenzialfrei ist?
Nicht der Trafo ist potentialfrei, sondern z.B. die Sekundärspannung.
Indem ich beide Ausgänge nacheinander gegen PE Messe?
Nein, indem Du die techn. Daten des Trafos genau studierst.
Wenn ich in beiden Fällen eine Spanung von ca. 0V angezeigt
bekomme habe ich ein potenzialfreie Spannung.
Wie bitte willst Du ein Potential messen, wo definitionsgemäß
keines sein darf???
Was auch immer Du da mist, ist Mist.
Wenn was angezeigt wird, sind daß Störspannungen,
elektrostatische Spannungen, HF-Spannungen, magn. oder kapazitiv
eingekoppelte Spannungen, Leckströme oder sonst was.
Nur ein sicheres Indiz zählt, wenn zwischen Primär und
Sekundär ein niedriger Innewiderstand ist.
Gruß Uwi