‚Weibliches Rechnen‘?
Hallo, lieber Urs, danke für deine Erläuterungen!
Nun habe ich endlich das Gefühl, mich mal mathematisch „ausquatschen“ zu können!
Ob ich nun wohl jeeemals zu „wir Mathematiker“ gehören werde? Es gibt nicht viele MathematIkerinnen, hörte ich. Bekannt geworden scheint mir nur eine Frau Nöther (mit ihrem „Ring“, also ja doch in der Algebra, oder?)
Als erstes möchte ich mich für einen entscheidenden Fehler in meinem letzten Beitrag entschuldigen, der aber wahrscheinlich gar keinem aufgefallen ist:
Wäre es nicht für die amtliche Mathematik vorteilhafter, zum
Beispiel bei der „realen Nichtdefiniertheit“ von (-1)^(1/2)
eine Ausnahme zu machen für [(-1)^(1/2)], definitionsmäßig
wenigstens, meine ich?
Natürlich mein(t)e ich
"eine Ausnahme zu machen für [(-1)^(1/2)]^2. Klar, wenn man das als „i^2“ schreibt, denn braucht man „eine besondere Umgangslizenz mit der Zahl i“, aber OHNE das sieht doch jeder, daß da nur -1 übrigbleibt beim Potenzieren! Das habe ich doch richtig gemacht, dies:
[(-1)^(1/2)]^2 = (-1)^([1/2]*2) = (-1)^1 = -1.
Wir können/dürfen ja auch sogar die Frage stellen, „ob ein Barbier, der alle die barbiert, die sich nicht selber barbieren, sich selbst barbiert oder nicht?“ Obwohl es doch so einen Barbier gar nicht gibt! Aber REDEN kann man über ALLES, oder nicht? Und wenn es nun Pluspunkte für die TruppenSTÄRKE gibt, kann man doch mit Vorteil ne Menge solcher Barbiere angeben, obwohl es sie gar nicht gibt! (Manchen Vorgesetzten kann man ALLES aufschwatzen!). Und man kann stundenlang über NICHTS reden! Aber gibt es NICHTS??? Voilá!!!
Naja, wenn aber das alles hauptsächlich geschichtlich zu verstehen ist und von daher seine Berechtigung hat…
Irgendwie scheinen alle Angst bei dieser WurzelausMinusEins zu haben, auch der Euler, obwohl gerade er damit soviel anfangen konnte.
Viellciht sollten wir „einen von diesen beiden Euler“ endlich nach Athen zurücktragen?
Oder bin ich immer noch zu naïv mit meiner „mädchenhaften
Mathematik“?
Was ist mädchenhafte Mathematik?
Naja, ich jedenfalls brauche immer ein sehr großes Maß an Anschaulichkeit. Zum Beispiel sind für mich Addition und Multiplikation immer noch in erster Linie Zusammenzählen und Multiplizieren und unter „Operationen an sich“ kann ich mir wenig vorstellen! Ich kann gerade noch in etwa folgen, wenn mein Freund (der studiert schon länger) mich nach Elementen fragt, „deren multiplikatives gleich ihrem additiven Inversen ist“. Also, ich ahne, wovon er spricht. Du weißt da bestimmt sofort die Antwort, oder?
Ich nenne es „mädchenhaft“, wenn ich mir die WurzelausMinusEins als „Wegwendung, die selbst noch keine Abwendung ist“ vorstelle, so eine Art „Naserümpfen“ oder besser „einfach wegdrehen/links stehenlassen der schnöden realen Welt“. So wie in dem Witz (pardon, aber für mich macht der das anschaulich!):
Kommt ein Typ zum Psychologen in den Warteraum. Kommt der Doktor rein: „Der nächste bitte!“ - Der Typ steht auf. Der Doktor: „Was ist Ihr Problem?“ - der Typ: „Herr Doktor, die ignorieren mich alle“ - der Doktor: „Der nächste bitte!“
Das ist ja immerhin noch kein Rausschmiß, nicht wahr?
Und außerdem sind ja all diese Ignorierten Patienten immerhin versicherte Praxisgebührenbeiträger!
Die „Abwendung“ steht dabei in meiner Vorstellung natürlich für „-1“.
Die „Wegwendung“ für ein Drehen zur Seite und f. die komische „Zahl i“.
Und wenn man sich noch einmal (in gleichem Maße) wegwendet, dann erst zeigt man den Rücken. DAS kann man sich vorstellen. Da fällt mir ein anderer Franzose zu ein, der Moivre (gespr.: `Muaaawre´), der hat wohl gesagt, daß Multiplikation EIGENTLICH Weiterdrehung bedeutet. Verstanden habe ich das nicht, vielleicht kannst du mir das anschaulich erklären? Ist nicht aber eine wiederholte Drehung eine Summe von Drehungen?
Also, lieber Urs, ich denke nun zwar nicht, daß es sowas wie eine „weibliche Mathematik“ gibt, jedenfalls nicht im Sinne einer „tieferen Mathematik“, tieferes „Rechnen“ sowieso nicht,
. Aber ich bin doch neugierig, wie du hier mit der Anschaulichkeit zurechtkommst. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich mich manchmal total unmathematisch ausdrücke!
Herzliche Grüße, Kuddel.
Ps.: falls der liebe Kubi und/oder sogar der liebe Fritz Ruppricht dies lesen sollte, möchte ich ihn schon mal bitten über das „mögen/möchten“ nachzudenken:
„wir möGen Fische schon, wir möCHTen aber grade nicht, danke!“
Da frage ich mich, ob es denn tatsächlich ein eigenes Verb „möchten“ gibt. Oder liegt hier ein ähnlicher Fall vor wie in dem Wortpaar „Magd“ „Mädchen“ ? Sagte man vielleicht ganzganz früher „wir mögten gerne“? (man sagt ja auch manchmal „wir wollten ganz gerne“ im Sinne von „wir hätten gerne“. Ich weiß nicht, aber wäre das nicht ein interessantes Thema im Sprachen-Brett?