Meine Frage: ist diese Herleitung erlaubt oder nicht? Warum/ warum nicht? Insbesondere interessiert mich das Argument für das zweite Gleichheitsszeichen in der dritten Formel.
Meine Frage: ist diese Herleitung erlaubt oder nicht?
Nein. Schon die *erste Zeile* ist falsch.
Das Integral-Symbol ist nur in Verbindung mit einem Differential (dx) definiert, also etwa:
Integral( exp(x) )dx.
Selbst wenn man ein dx hinzufügen würde, wäre die Formel falsch. Bei einem unbestimmten Integral müßte auf der rechten Seite eine Integrationskonstante auftauchen.
Korrekt wäre die erste Zeile so:
Integral ( exp(t) ) dt in den Genzen -inf bis x == exp(x)
Man kann aber nicht alle in der Herleitung auftauchenden Integralsymbole als bestimmte Integrale von -inf bis x uminterpretieren, da funktionieren die anderen Sachen nicht:
Integral( 0 ) dt von -inf bis x ist nicht gleich 1.
Warum/
warum nicht? Insbesondere interessiert mich das Argument für
das zweite Gleichheitsszeichen in der dritten Formel.
Das ist auch nicht „fälscher“ als der Rest.
Gruss
Matthias
Fazit: Wenn’s dem Autor als *Eselsbrücke* hilft, ist es eine gute und lustige Sache, ein mathematisch sauberer Beweis ist es auf keinen Fall.
Man muß den Integraloperator „I“ folgendermaßen definieren:
I(0)=1
I(x^n)=(x^(n+1))/(n+1).
I ist dann der inverse Operator zum Differentialoperator, und es gilt I(e^x)=e^x.
In Zeile 3 wird einfach die Summenformel für die geometrische Reihe verwendet:
1/(1-x)=1+x+x^2…, gültig für |x|
Die Reihe E+I+I^2+… bedeutet keinen Operator; dieser Ausdruck darf nur auf Polynome angewandt werden, die Reihe konvergiert dann für jedes x im gewöhnlichen Sinn.
Analoge Beziehungen gelten für den Differentialoperator. Das Rechnen mit diesen Operatoren kann man nachlesen z.B. in