Pour revenir à nos moutons

Liebe Sprachkundige,
Kann mir jemand sagen, woher diese Redewendung kommt? Da ich bei Erklärungen jeweils bei der Erfindung des Rades anzufangen pflege, sehe ich mich nach weitschweifigen Ausführungen des öfteren genötigt, obigen Satz zu verwenden. Ich habe keine Ahnung, woher und aus welchem Zusammenhang er stammt. Ihr vielleicht? A vous!

hallo
woher der satz herkommt muss ich nachsehen, die bedeutung dafür ist : „wir wollen wieder auf den boden der tatsachen kommen“

so viel dazu :smile:
gruss fred

Salut!

Der Petit Robert sagt, dass die Redewendung „revenons à nos moutons“ eine „allusion à la farce de Maître Pathelin“ sei.

Und diese lustige Geschichte lautet wie folgt:

„La farce de Maître Pathelin ou la farce de Maître Pierre (Farce française d’auteur inconnu, vers 1464):
Avocat sans cause, Pathelin se voit reprocher par sa femme Guillemette de ne pouvoir lui donner du drap pour se vêtir. Il va trouver dans sa boutique Maître Guillaume Joceaulme, le drapier, et lui extorque, en le flattant, une pièce de drap qu’il s’engage à lui payer le soir même au cours d’un bon dîner. Quand Joceaulme arrive, prêt à faire ripaille, il trouve Pathelin agité, en proie au délire. Guillemette le persuade qu’il fut la victime d’une hallucination. Cependant, le berger du drapier, Thibault l’Agnelet, assigné devant le juge par son maître et inquiet du juste châtiment qui l’attend pour avoir assommé plusieurs moutons, vient confier sa cause à Pathelin. Il est convenu que le berger, ne répondra que par des bêlements aux questions du juge. Devant le tribunal, Joceaulme, stupéfait de revoir Pathelin en bonne santé, embrouille son discours, confondant soudain drap et moutons tandis que Thibault bêle à perdre haleine. Hors de lui, le juge renvoie les parties dos à dos, mais lorsque Pathelin sollicite du berger ses honoraires, celui-ci lui répond à son tour par des bêlements. A trompeur, trompeur et demi. Cette joyeuse comédie de moeurs, et de caractères est aussi, dans l’histoire de notre théâtre, la première comédie française.“
(Quelle: http://www.upian.com/seguin/hist/moutons.html)

Witzig, nicht?
Gruss
Renato

Merci mille fois!
Susette

Und wie wäre es, bitteschön,
bester Renato,

mit einer Übersetzung für solche, deren Französisch nie sonderlich gut war und im Laufe der Jahre noch schlechter wurde.:wink:

Gruß Fritz

Lieber Fritz,

Für eine Übersetzung ist es mir echt zu heiss (40 Grad in meinem Dachbüro…). Aber soviel Energie hab ich noch:
Es geht um die alte Geschichte, bei welcher der Betrüger am Schluss selbst betrogen wird. Der Stoff wurde in vielen Schwänken und in der „Hammelkomödie“ (moutons!) verarbeitet.

Zerfliessenden Gruss
Renato

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Lieber Renato,

ich kenne die Geschichte, dachte aber in deiner Übersetzung eine gut und kurz und präzis formulierte Fassung davon zu bekommen. Schade:frowning:

Aber es wird ja vielleicht irgendwann wieder kühler. :wink:

Danke und Gruß
Fritz

Übersetzung für Fritz (besser spät als nie)
Hallo!

Und diese lustige Geschichte lautet wie folgt

… auf deutsch:

Die Posse vom Meister Pathelin oder die Posse vom Meister Pierre (Französische Posse unbekannten Autors, um 1464):

Als Anwalt ohne Fälle, sieht sich Pathelin Vorwürfen von seiner Frau Guillemette ausgesetzt, ihr kein Tuch geben zu können, damit sie sich anziehen könne. Er sucht in seinem Geschäft den Meister Guillaume Joceaulme, den Tuchmacher, auf und nötigt ihn durch Schmeicheleien, ein Stück Tuch herauszugeben, das er am Abend desselben Tagen im Laufe eines guten Essen sich zu bezahlen verpflichtet. Als Joceaulme eintrifft, bereit festlich zu schmausen, begegnet er Pathelin in aufgewühltem Zustand, als ob er des Wahnsinns Beute wäre. Guillemette überzeugt ihn, dass dieser Halluzinationen zum Opfer gefallen sei.

Indessen hatte Thibault l’Agnelet (agneler = lammen), der Hirt des Tuchmachers, seinen Fall Pathelin anvertraut, da er von seinem Meister vor Gericht geladen worden war und nun die gerechte Strafe fürchtete, die ihn erwartete, weil er mehrere Schafe geprügelt hatte. Es wurde vereinbart, dass der Hirt auf die Fragen des Richters nur mit Blöken antworten solle. Vor dem Gericht, bringt Joceaulme – verdutzt, Pathelin bei bester Gesundheit wiederzusehen – in seiner Rede etwas durcheinander und verwechselt auf einmal Tuch und Schafe, während Thibault bis zur Atemlosigkeit blökt. Der Richter schickt – außer sich – die Streitparteien auseiander, aber als Pathelin vom Hirten sein Honorar verlangt, antwortet ihm dieser weiterhin nur durch Blöken. Und so wird der Betrüger von einem betrogen, der noch einmal halb so viel Betrüger ist wie er selbst.

Diese vergnügliche Sitten- und Charakterkomödie ist auch, in der Geschichte unsres Theaters, die erste französische Komödie.“

Liebe Grüße!
Christopher

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Fritz dankt herzlich!
Das war sehr lieb, lieber Christopher!

Nochmals Dank.
Fritz

Eckard auch
… und nach dieser Abschweifung setzen wir uns wieder an unseren Hammelbraten (=gehen zu den wesentlichen Dingen über)
Grüße
Eckard.

Jaja, damit
Butter bei die Fische kommt!:smile:
Gruß Fritz