Hi,
Ich glaube mich in dem Gebiet etwas auszukennen, komme aber
mit deinen Formulierungen absolut nicht klar.
mein chef besteht darauf, eine poweranalyse/
fallzahlschätzung zu machen, bei der die anzahl der
verwendeten messinstrumente (fragebögen) berücksichtigt wird.
?
Ist nicht die Anzahl Fragebögen die Fallzahl?
Um x Leute zu befragen braucht man x Fragebögen.
das ist klar :o)
Werden Fragebögen als Messinstrumente bezeichnet?
ja, wenn damit eine bestimmte skala gemeint ist. z.b. der fragebogen mit dem namen staxi ist ein messinstrument, um aggression zu messen.
die frage dabei ist: wenn ich x unterschiedliche skalen habe z.b. eine für aggression, eine für depression, eine für neurotizismus usw., wieviele personen brauche ich dann, um in einem bestimmten versuchsplan (meßwiederholung mit 3 zeitpunkten), um eine bestimmte power zu erreichen?
Ich interprätiere die Frage so:
"Wieviel Leute muss man befragen (=Anzahl
Fragebögen=Fallzahl), um eine bestimte Power zu erreichen.
richtig erfaßt. das ist im allgemeinen das ziel einer poweranalyse.
Aber das wäre ja dann eine Standardfrage.
nicht unbedingt.
ausgewertet werden soll als meßwiederholung (3 meßzeitpunkte)
oder als paarweiser t-test (zwischen messung 1 und 2).
?
Paarweise bedeutet doch mindestens 2 Tests, also zwischen 1und
2, und 2 und 3 (und 1 und 3?)
nein. „paarweise tests“ sind einzelvergleiche, die post hoc nach einer gesamtauswertung über mehr als 2 gruppen (z.b. mehrfaktorielle varianzanalyse) gemacht werden, um zu bestimmen, zwischen welchen gruppen genau es unterschiede gibt. weil dabei immer 2 gruppen verglichen werden, heißt das paarweise tests - zumindest in der mir bekannten literatur.
eigentlich soll eine meßwiederholungsanalyse gerechnet werden. aber für das zwischenergebnis würde auch schon ein vergleich messung 1 mit 2 reichen, weil die 3. befragung erst nach einigen monaten stattfindet.
die programme G*Power oder PS sehen bei varianzanalytischen
tests nicht vor, die anzahl der instrumente einzugeben.
? ergibt sich das nicht direkt aus dem Umfang der Daten?
wir haben keine daten. wir planen noch und dabei soll die poweranalyse helfen.
bei
regression wäre es möglich, aber die daten können nicht
regressionsanalytisch ausgewertet werden.
gibt es eine andere möglichkeit? gibt es überhaupt eine
möglichkeit? und was ist von dem indirekten weg über die
anpassung des signifikanzniveaus zu halten (x vergleiche unter
einem bestimmten, gleichen alpha, ergeben für die summe der
vergleiche ein noch zu bestimmendes alpha)?
Ich verstehe den Zusammenhang nicht zum ersten Teil des
Postings.
Redest du von einer gewöhnlichen Alpha Adjustierung nach
Bonferroni, Holm oder sonstwas? Dazu gibt es tonnenweise
Literatur.
(…)
Gruss,
die adjustierung ist nicht das problem, da für unsere zwecke eine approximative anpassung reicht.
die adjustierung war nur meine idee für die lösung meines problems, wobei ich nicht weiß, ob sie angemessen ist.
nach meiner logik würde ich sagen: um insgesamt ein bestimmtes alpha zu haben, muß bei der analyse jeder skala ein adjustiertes schärferes alpha verwendet werden - ähnlich wie ich in post hoc-vergleichen ein schärferes alpha verwende, um das alpha aus der vorausgehenden varianzanalsyse zu erhalten. dieses schärfere alpha würde ich in meine poweranalyse eingeben - wenn ich wüßte, daß das keine komplette schnapsidee ist.
das problem ist also: wie schätze ich die fallzahl in einer meßwertanalyse (3 meßzeitpunkte) unter berücksichtigung der anzahl der verwendeten skalen?
viele grüsse von schokolinda.