PPI - Protonenpumpenhemmer

Hallo,

ich beschäftige mich gerade mit dem Thema PPI, da ich Pantoprazol zur dauerhaften Einnahme verschrieben bekommen habe.

Kurz zu mir: ich bin 25, soweit kerngesund, aber des Öfteren plagt mich mein Verdauungstrakt. Ich habe allgemein einen sehr reizbaren Magen (ich vertrage z.B. überhaupt keinen Kaffee) und regelmäßiges Sodbrennen (ca. zwei bis viermal im Monat). Gelegentlich ist das Sodbrennen so stark, dass auch mit Rennie, Riopan und Konsorten nicht dagegen anzugehen ist. (Bislang bewährtestes Mittel übrigens: zart-schmelzende Haferflocken… trocken. Was man nicht alles so runterbringt, wenn der Bauch weh tut.)

Bezüglich dieser Beschwerden hat mir meine Ärztin wie gesagt Pantoprazol als Dauermedikament verschrieben. Ehrlich gesagt bin ich aber äußerst skeptisch, da ich mit 25 einfach keine Lust habe, täglich irgendwelche Pillen einnehmen zu müssen. DIE Pille reicht mir schon… Auch die aufgeführten Nebenwirkungen erscheinen mir nicht ganz zu vernachlässigen, vor allem (Zitat aus Wikipedia) :

„Protonenpumpenhemmer stehen im Verdacht, die Entwicklung von Nahrungsmittelallergien (Jensen-Jarolim et al.) sowie das Risiko, an einer Lungenentzündung (Pneumonie) zu erkranken, zu fördern.“

„Die längerfristige Einnahme dieser Medikamente kann dazu führen, dass nach Absetzen des Medikaments der Magen zu viel Säure bildet, auch wenn er vor Beginn der Behandlung gesund war, was zu einer PPI-Abhängigkeit führen kann.“

Auch scheinen mir PPI’s nach dem was ich so lese zur neuen Volksmedikation aufzusteigen. Ist die Einnahme wirklich so bedenkenlos? Gibt es dazu Meinungen und Überlegungen?

Ich freue mich sehr auf Antworten.
Gruß,
Inka

Hallo Inka,

laut Medizinherstellerangaben und dem ifap Index ist Pantozol zur Langzeitbehandlung sowie zur Rezidivprophylaxe einer Refluxösophagitis geeignet, ob so etwas bei dir besteht kann ich nicht klar erkennen anhand deines Beitrags. Wurde überhaupt schon eine Gastroskopie bei solch dauerhaften Beschwerden durchgeführt?

„Volksmedikation“…ganz widersprechen kann man dir da nicht, gut jeder zweite Patient auf unserer Station hat dieses Medikament im Schälchen und nimmt es ein, es ist absolut richtig dass ein hoher Anteil der Patienten es bekommt. Oft wird es auch präventiv gegeben, nehmen Patienten ein sogenanntes NSAR ( Schmerzmittelgruppe, zb. Diclofenac oder Ibuprofen ) über längere Zeit ein.

Die in Wikipedia beschriebenen Nebenwirkungen konnte ich im klinischen Alltag nicht verfolgen, insbesondere das mit der Pneumonie halte ich für sehr zweifelhaft.
Häufige Nebenwirkungen die ich beobachtet habe waren Obstipationen ( Verstopfungen ) oder das Gegenteil, Durchfälle.

Ist kein Krankheitsbild diagnostiziert, was eine Dauereinahme von Pantozol mit sich bringt empfehlt der ärztliche Dienst bei uns eine maximale Einnahmedauer von 4-6 Wochen. In dieser Zeit sind auch nicht mit vielen ernsten Nebenwirkungen zu rechnen.

Beste Grüße
Marc

Hallo,

was kam denn bei der Magenspiegelung raus?

Ohne Magen und/oder Darmspiegelung ist im Verdauungsbereich wenig zu sagen…

Grüße
miamei

Hallo,

bislang gibt es keine Magenspiegelung. Ich hatte mich auch darüber gewundert, dass PPI als Dauertherapie verschrieben werden, ohne vorher wenigstens mal zu gucken, ob nicht was anderes vorliegt. Mittlerweile wurde das aber von einem weiteren Arzt bestätigt. Scheint also das Vorgehen der Wahl zu sein. Keine Untersuchung, lieber PPI verschreiben…

Argumente waren: mein Alter, mein leichtes Übergewicht (habe einen BMI um 27), und dass das Sodbrennen halt nicht SO oft vorkommt. (Wie gesagt, so 2-4 Mal im Monat, dann jeweils 1-2 Tage, vielleicht vier Mal im Jahr ist es sehr stark). Das sei normal.

Kann ja auch sein, dass ich einfach einen empfindlichen Magen habe, manche haben ja so „Schwachstellen“. Ich möchte halt wie gesagt das Zeug nur nicht völlig unreflektiert nehmen, sondern mir erstmal in Ruhe eine Meinung bilden.

Gruß,
Inka

Wikipedia und Google können eben doch nich alles.

Die Sache mit der Pneumonie bezieht sich auf intensivmedizinische Patienten, die PPI bekamen, um einem sog. „Stressulkus“ vorzubeugen.

Mir geht es weniger um die Pneumonie, das halte ich auch für übertrieben „Angst“/Vorsicht. Aber auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit wäre schon häßlich…

Hallo inka,

hast Du es schon mal mit einem kleinen Glas verdünnten Zitronensaft versucht bei Sodbrennen? Zitronensaft ist basisch.

PPH sollen auch Osteoporose fördern habe ich kürzlich gelesen.

LG aria

Hallo,

auch wenn es im Endeffekt vermutlich nicht großartig etwas an der Art der Medikation ändern kann wäre schon sinnvoll zu wissen, was genau das Problem ist.

Oftmals haben Patienten mit diesen Beschwerden Übergewicht, eine Zwerchfellbruch und/oder (daraus bedingt) einen Reflux…oder der Mageneingangsmuskel schliesst aus einem anderen Grund nicht mehr richtig, es wird wirklich zuviel Magensäure gebildet etc pp.
Man kann übrigens einen Reflux auch ohne klassisches Sodbrennen haben…
Also sollte man da ggfs doch mal eine Magenspiegelung machen, auch um eine Basis für eine Verlaufskontrolle zu haben. Regelmäßige Kontrollen machen da nämlich durchaus Sinn.
Ggfs kommt noch eine PH-Metriedazu und evtl. wird auch ein Atemtest auf Helicobacter Pylori durchgeführt.

Man kann je nach Ursache auch selbst zum eigenen Wohlbefinden beitragen:

  • keine großen Mahlzeiten
  • nicht scharf gewürzt und nicht so fett
  • nicht nach 18:00 Uhr essen
  • Koffein, Nikotin, Alkohol, Schokolade meiden
  • Speisen meiden, die Sodbrennen auslösen (können auch individuell unterschiedlich sein)
  • keine einengende Kleidung tragen
  • Kopfende des Bettes erhöhen
  • Wie Du selbst schon festgestellt hast: Haferflocken/Haferschrot mit/ohne Milch, eignen sich hervorragend um überschüssige Säure zu binden. (war auch ein Tipp meines HNO, man könne ja nicht immer brav sein)

Es gibt auch Nahrungsmittel, die den Tonus des Mageneingansmuskels stärken, (Ernährungstipps gibts zB):
http://www.auva.at/mediaDB/610661_Reflux.pdf
http://www.sodbrennen-welt.de/food/ernaehrung-bei-so…

Bei allen Medikamenten kann es Nebenwirkungen geben, die aber nicht zwangsläufig auch alle auftreten müssen aber wenn Nebenwirkungen auftreten, sollte natürlich Kosten und Nutzen abgewogen werden oder geprüft, ob es Alternativen gibt.
Wie gut oder schlecht die Wirkstoffe vom Einzelnen vertragen werden kann man auch hier in Erfahrungsberichten nachlesen:
http://www.sanego.de/Wirkstoffe/Pantoprazol/

Mein Arzt sagte mir damals, dass es zwei große Nebenwirkungen gibt die bedenkswert wären. Zum einen wird die Aufnahme von Calcium behindert, was im Alter relevant werden könnte (Osteoporose) zum Anderen dass durch die verringerte Magensäure nicht immer alle Keime zuverlässig abgetötet werden könnten.
Es könne allerdings auch bei längerer Einnahme zu einem Reboundeffekt kommen.
Dennoch sollte man das Medikament schon eine Weile einnehmen, damit etwaige säurebedingte Entzündungen abklingen könnten. das dürfen dann schon mal mehrere Wochen auch in hoher Dosierung sein.

Eine „Nebenwirkung“ eines gänzlich unbehandelten Reflux’ kann allerdings zB ein Barrett-Syndrom sein…

Man muss also schauen, wie man die Maßnahmen kombinieren kann. :o/

Gruß
M.

Mahlzeit,

hast Du es schon mal mit einem kleinen Glas verdünnten
Zitronensaft versucht bei Sodbrennen? Zitronensaft ist
basisch.

Hast Du den PH-Wert von Zitronensaft schonmal mit einem Teststäbchen geprüft? Wenn nicht, machs doch mal
Wenn Du kein Teststäbchen hast geht auch Rotkohl-/Blaukrautsaft
(wird rötlich bei Säuren und bläulich bei Basen)

Neutral: PH Wert 7
7 = basisch (alkalisch)

Gruß
M.

Hallo

die Unverträglichkeit von Kaffee, weist eher auf eine Gallenstörung hin.
Eine Gallenstörung kann auch für Sodbrennen sorgen, ohne daß zu viel Magensäure produziert wird.
Manche Frauen neigen eher zu Gallensteinen. Also ich würde noch Leber und Galle untersuchen lassen. Der Protonenpumpenhemmer kann diese Störung nicht beheben.

MfG

Kerstin

Ja!
Sicher ist die Zirone sauer, jedoch neutralisiert sie die Säure im Magen, dort wirkt sie basisch.
Ja Maja genau so ist es. Aber das ist wohl nicht sehr bekannt.mMan kann auch sehr gut Blutungen damit stoppen.Vor allem das doch recht oft auftretende Nasenbluten.

LG aria

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Hi

Was verbreitest du hier für einen hahnebüchenden Unsinn?

Zitrone wirkt im Magen überhaupt nicht basisch und wenn dieser schon gereizt ist tut Zitronensaft auch überhaupt nicht gut, auch wenn er auf gesunden Magen nicht schädlich ist.

lg
Kate

Kate,Kate,
Du solltest Dich noch ein bischen weiter informieren. Wenn es um Gesundheit geht,bin ich sehr vorsichtig mit meinen Aussagen.
Nimm z.B.eine Frau mit immer wiederkehrenden Blasenbeschwerden,der Körper ist übersäuert. Trinkt verdünnten Zitronensaft und in ca.1 Stunde sind die Beschwerden weg.
Nicht bei einer bakteriellen Infektion!!!

LG aria

Hallo,

es ist völlig korrekt, das eine Zitrone auf den Organismus basisch wirkt. Kann es nicht ganz nachvollziehen dass man so sicher sagen kann „Nein, das stimmt nicht“ wenn man keine Ahnung davon hat.

Säuren sind Stoffe die positiv geladene Teilchen abgeben, sprich Protonen. Basen hingegen nehmen Protonen auf. Die Zitrone, die auf den ersten Blick und Geschmack natürlich sauer wirkt enthält jedoch reichlichst basische Substanzen in Form von organisch gebunden Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium und Kalzium.
Beim Abbau dieser Stoffe wird viel Säure gebraucht ( chemische Reaktion ), deshlab wirkt eine Zitrone im Organismus basisch!

Beste Grüße
Marc

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Hallo,

Du darfst mir gerne den Citratzyklus erklären, ich habe überhaupt nichts dagegen.

Aussage war weiter oben:"…Zitronensaft ist basisch." und das ist definitiv nicht richtig.

So ein bisschen Zitronensaft (10% Zitronensäure) mit PH 3 schadet in einem Magen in dem sich Salzsäure mit einem PH von 1,5 befindet sicherlich nicht…denn mit PH 3 ist sie immernoch die schwächere Säure…aber: Wenn da jemand einen Reflux hat, weil zB der Mageneingangsmuskel nicht mehr richtig schließt, dann ist die Zitronensäure (in dem Saft) ebenso wie die Fruchtsäure in anderen Fruchtsäften ganz sicher nicht das Getränk der Wahl.
Wird denn Zitronensäure nicht auch bei Verätzungen der Speiseröhre durch Laugen verwendet? Irgendwo habe ich auch mal gelesen, dass Zitronensäure durchaus auch mal bei Hypochlorhydrie zum Einsatz kommen kann.

Vielen Dank und Gruß
M.

Hallo Maja,
es sollte natürlich heissen „Zitrone wirkt…“
Helfen tut es trotzdem. Man muß sich eben „herantasten“
Lg aria

Hi Marc,

danke für`s zurecht rücken. Ich konnte es nicht so schön erklären,
ich weiss nur das es hilft.

Lieben Gruß
aria

Dass es sein KANN, bedeutet nicht, dass es eintreten MUSS. Die Tatsache, dass PPI schon seit Jahren auf dem Markt sind und die Frage immer noch DISKUTIERT wird, ob sie Unverträglichkeiten verursachen, sollte Dir zumindest zeigen, dass es nicht sehr häufig auftreten kann, sonst wäre das längst geichert und eben nicht mehr in der Diskussion.

Letztlich wäge ab: Deine Beschwerden, gegen Deine Angst vor dem Medikament. Alles in der Medizin (und im Leben) ist eine Risiko-Nutzen-Abwägung. Kaum noch Sodbrennen gegen seltene Nebenwirkungen oder Deine (auf mich moderat wirkenden) Beschwerden ertragen und auf Besserung hoffen (andere „Pille“, andere Ernährung, andere Lebensgewohnheiten, Schwangerschaft etc.).

Gruß,

Manti