Präimplantationsdiagnostik

Hallo an Alle.

Ich sah eben im Fernsehen einen Bericht
ueber die Haltung der Christlichen Kirche
zur Präimplantationsdiagnostik.
Warum wird sich so dagegen gewehrt ?
Oder sind nicht alle Christen dagegen ?

Stellt die Moeglichkeit, das der Mensch quasi als
‚Schoepfer‘ agieren kann das Problem fuer die Christen
dar ?

Wie denkt ihr darueber ??

Beste Gruesse,

Jump

Hallo,

Ich glaube das Problem ist weniger das Eingreifen an sich, als vielmehr die moralischen und ethischen Konsequenzen, die an einen solchen Vorgang geknüpft sind.
Die PID-Diskussion ist ein sehr schwieriges Thema und ich möchte nicht darüber entscheiden müssen!!
Auf der einen Seite wäre es natürlich wünschenswert, wenn nur noch körperlich gesunde Kinder zur Welt kämen, aber die moralisch-ethische Frage, die sich dabei stellt, ist: Haben Menschen mit „Defekten“ kein Recht auf Leben; sind sie lebensunwert? Wie muss sich angesichts einer solchen Aussage ein körperlich behinderter Mensch fühlen?
Und dann gibt es da noch den Fall in Amerika, wo ein kleiner Junge im Reagenzglas gezüchtet wurde, um die Krankheit seiner Schwester Molly zu heilen… *grübel* … was wird diesen Jungen später mal durch den Kopf gehen, wenn er die Geschichte um seine Entstehung/Zeugung erfährt und begreifen kann?! Er lebt schließlich nicht um seiner selbst willen, sondern wurde zu einem bestimmten Zweck geschaffen!!
Und dann denke ich noch an das Risiko, dass diese Technik irgendwann von irgendwem mit einem niedrigeren Moralempfinden missbraucht wird, z.B. um sich seine „Wunschsoldaten“ heranzuzüchten… ?!

Wie gesagt, ich bin froh, nicht darüber entscheiden zu müssen!

Cesmy

Hallo, ich denke, dass in der ganzen Diskussion die falschen Fragen gestellt und dementsprechend auch die falschen Antworten gegeben werden. Die Frage ist doch eigentlich nicht, ob wir PID zulassen, sondern WOZU wir PID zulassen. Es gibt Aspekte, unter denen betrachtet ich strikt gegen PID bin und es gibt Aspekte, unter denen betrachtet ich ein vehementer Befürworter von PID bin. Das Problem ist, das eine vom anderen zu trennen.

Bei der Diskussion um das sogenannte „lebensunwerte Leben“ bin ich der Auffassung, dass es lebensunwertes Leben nicht gibt. Aber das Verhalten unserer Gesellschaft lässt sicherlich manchen Kranken oder Behinderten fragen, ob er bzw. sein Leben weniger Wert ist als das Leben eines gesunden Menschen. Genau dies ist der Grund, warum es Menschen gibt, die vor der Geburt oder auch schon vor der Empfängnis wissen möchten, ob ihr Kind möglicherweise krank oder behindert sein wird und ob sie dem Kind vielleicht Manches ersparen möchten.

Ich bin bei dem ganzen Thema hin-und hergerissen!

gruß

Christoph

Hallo

Auch ich stehe der Frage nach PDI sehr skeptisch gegenüber. Wie schon gesagt ist dabei die Diagnostik selbst nicht das problem, sondern die Frage, was man tut, wenn man was findet.

Wenn PDI heisst, daß ein nicht so tolles Ergebnis bedeutet, daß der Embryo getötet wird, dann heisst das ganz klar nein zu PDI.

Vor dem analogen Problem standen meine Frau und ich. Wir sollten die Fruchtwasseruntersuchung auf Mongolismus machen und haben uns dagegen entschieden. Wenn unser Kind behindert gewesen wäre, hätten wir es nicht in diesem Stadium der Schwangerschaft wissen wollen.

Gruß
Thomas

Christen ?
Gibt es hier keine Christen ?

Wieso?

Gruß

Christoph

Hi Christoph.

Ich weiss absolut nicht, was ich von der PID halten soll.
Ich versuche gerade zu verstehen und betrachte das ganze
Thema von allen mir moeglichen Seiten.
Deswegen meine Frage an eine/einen Christen, wie ich die
Bedenken der Kirche verstehen soll.


Ich sah eben im Fernsehen einen Bericht
ueber die Haltung der Christlichen Kirche
zur Präimplantationsdiagnostik.
Warum wird sich so dagegen gewehrt ?
Oder sind nicht alle Christen dagegen ?

Stellt die Moeglichkeit, das der Mensch quasi als
‚Schoepfer‘ agieren kann das Problem fuer die Christen
dar ?

Wie denkt ihr darueber ??

und :

Wohin wird das nur fuehren ??

Gruesse,
Jump ist besorgt.

Halllo Jump,

Ich sah eben im Fernsehen einen Bericht
ueber die Haltung der Christlichen Kirche
zur Präimplantationsdiagnostik.
Warum wird sich so dagegen gewehrt ?
Oder sind nicht alle Christen dagegen ?

Der Knackpunkt bei der PID ist der, dass menschlisches Leben sortiert und aussortiert wird.
Man hat bedingt durch das Verfahren mehrere befruchtete Eizellen, die sich schon mehrfach geteilt haben.
Man entnimmt jedem Zellklumpen eine Zelle und untersucht was für ein Mensch dabei rauskommt. Der Zellklumpen der den gewünschten Vorstellungen am nächsten kommt, darf ein Mensch werden.
Der Rest ist für das Ersatzteillager und Experimente gut.

Es stellt sich die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt darf menschliches Leben aussortiert werden, wenn überhaupt.

Vor dem Einnisten im Mutterkuchen - PID
Während der Schwangerschaft - Abtreibung
Nach der Geburt - Überflüssige Mädchen in Indien z.B.

Wenn menschliches Leben heilig ist, was für jeden Christen gelten sollte, wird man in allen Fällen mehr oder weniger Bauchschmerzen haben.

Gruß
Carlos

Hallo an Alle.

Ich sah eben im Fernsehen einen Bericht
ueber die Haltung der Christlichen Kirche
zur Präimplantationsdiagnostik.
Warum wird sich so dagegen gewehrt ?
Oder sind nicht alle Christen dagegen ?

Stellt die Moeglichkeit, das der Mensch quasi als
‚Schoepfer‘ agieren kann das Problem fuer die Christen
dar ?

Daß der Mensch auch schöpferisch tätig wird, ist nicht da problem der kirche. Zumindest kann ich mir das nicht vorstellen, weil uns Gott ja so geschaffen hat. Wogegen sich die Kirche wehrt ist, daß embryonen getötet werden, die zum mensch werden könnten und sollten. denn für uns christen ist schon der embryo der mensch und gerhört geliebt zu werden. aus diesem grunde befürwortet die kirche auch nicht die abtreibung oder die PND (Fruchwasseruntersuchung).

also es ist immer leicht zu sagen, daß man das nicht befürwortet, wenn man selber nicht in der situation steckt! Auf jeden fall, sollte man sich mal überlegen, daß auch ein behinderte mensch ein recht zum leben und anspruch auf liebe hat, selbst wenn er noch nicht auf der welt ist.

aber wie gesagt, das sage ich jetzt, was wäre, wenn ich selber in der situation wäre, ein behindertes kind zu bekommen, weiss ich wirklich nicht!!

anna

Hi AnnaK.

… Wogegen sich
die Kirche wehrt ist, daß embryonen getötet werden, die zum
mensch werden könnten und sollten. denn für uns christen ist
schon der embryo der mensch und gerhört geliebt zu werden. aus
diesem grunde befürwortet die kirche auch nicht die abtreibung
oder die PND (Fruchwasseruntersuchung).

Aber Abtreibung waere dann ja auch ‚Mord‘ in diesem
Sinne. Diese wird/wurde aber doch ( glaub ich ) von der
Kirche befuerwortet. Diese Embryos koennten und sollten aber
auch leben.
Wieso wird eigentlich gerade jetzt so ein Wirbel
verursacht ? Viele Menschen starben im Laufe der Geschichte
auch durch Kirchen, wurden hingerichtet.
Steckt da nicht mehr dahinter seitens der Kirche ?

Berichtige mich bitte, ich bin kein Experte auf diesem
Gebiet, ich versuche das nur zu verstehen.

also es ist immer leicht zu sagen, daß man das nicht
befürwortet, wenn man selber nicht in der situation steckt!
Auf jeden fall, sollte man sich mal überlegen, daß auch ein
behinderte mensch ein recht zum leben und anspruch auf liebe
hat, selbst wenn er noch nicht auf der welt ist.

aber wie gesagt, das sage ich jetzt, was wäre, wenn ich selber
in der situation wäre, ein behindertes kind zu bekommen, weiss
ich wirklich nicht!!

Geht mir genauso. Will man es ueberhaupt erfahren ?

Gruesse,

Jump

Hi Carlos.

Der Knackpunkt bei der PID ist der, dass menschlisches Leben
sortiert und aussortiert wird.
Man hat bedingt durch das Verfahren mehrere befruchtete
Eizellen, die sich schon mehrfach geteilt haben.
Man entnimmt jedem Zellklumpen eine Zelle und untersucht was
für ein Mensch dabei rauskommt. Der Zellklumpen der den
gewünschten Vorstellungen am nächsten kommt, darf ein Mensch
werden.
Der Rest ist für das Ersatzteillager und Experimente gut.

Das ist aber doch nur eine Seite. Vielen Menschen koennte
geholfen werden, oder war das nur ein Marketingtrick ?
Puh, das ist wirklich ein schwieriges Thema.

Es stellt sich die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt darf
menschliches Leben aussortiert werden, wenn überhaupt.

Vor dem Einnisten im Mutterkuchen - PID
Während der Schwangerschaft - Abtreibung
Nach der Geburt - Überflüssige Mädchen in Indien z.B.

Wenn menschliches Leben heilig ist, was für jeden Christen
gelten sollte, wird man in allen Fällen mehr oder weniger
Bauchschmerzen haben.

Ich selbst bin kein Christ, daher auch meine vielen
Fragen :wink:
Was meinst du mit Heilig ? Unantastbar ?
Aber abgesehen davon, gibt es ‚nach der Geburt‘ wirklich ?

Gruesse,

Jump

Hallo Jump,

Aber Abtreibung waere dann ja auch ‚Mord‘ in diesem
Sinne.

Genauso sieht die katholische Kirche das…

Insofern ist die katholische Position hier absolut konsequent.
Ob sie auch richtig ist steht auf einem anderen Blatt.

Gruß
Werner

Hallo Werner,

Aber Abtreibung waere dann ja auch ‚Mord‘ in diesem
Sinne.

Genauso sieht die katholische Kirche das…

Insofern ist die katholische Position hier absolut konsequent.
Ob sie auch richtig ist steht auf einem anderen Blatt.

Wie soll ich das verstehen ?
Sieht die evangelische Kirche das anders ?
*seufz*
Wo wird das alles nur hinfuehren ?
Wenn wir wirklich dazu imstande waeren, den ‚besseren‘
Menschen zu schaffen, wuerde das nicht viele Religionen
ins Wanken bringen ?
Der Mensch als Schoepfer ?
Aus der Rippe eine Frau erschaffen ?
Irgendwie unheimlich, oder ?

Mal ganz abgesehen von jeglicher Religion, irgendwie
beunruhigt mich das alles einwenig.
Hoffentlich weiss die Menschheit, was sie
da tut …

Jump
*nachdenkohneende*
Jump

Eine Anm. zum Thread:
Ihr schreibt von der schöpferischen Tätigkeit des Menschen. Das ist bei der PID jedoch keineswegs der Fall ! Der mensch kreiert nicht einen neuen, besseren Menschen, sondern er SELEKTIONIERT aus einem Vorgegebenen Sortiment von Embryonen diejenigen mit den gewünschten Eigenschaften. Das macht die Natur seit jeher schon so. Irrsinnig viele Embryonen und befruchtete Eizellen sterben im Uterus ab, weil sie nicht hinreichend „fit“ sind. Der Mensch fängt nun nur an, mitzubestimmen, was von dem, das die Natur !womöglich! noch bis zur Geburt weiterentwickeln lassen würde, dennnoch nicht „fit“ ist.

Es kam darauf häufig das Argument, daß der Mensch nicht zu bestimmen habe, was nun „fit“ sei - das kann er letzlich (langfristig) ja auch garnicht abschätzen. Richtig. Fakt ist nur, daß wir mit der Veränderung unserer Umwelt den auf uns lastenden Selektionsdruck sowieso immens ändern und daß wir mit der Rettung von potenziell reproduktiven Individuen genauso in die Evolution unserer Art eingreifen, ohne die Folgen abschätzen zu können. Deutlicher: Wir MÜSSEN unsere eigene entwicklung zwangsläufig beeinflussen. Philosophisch betrachtet tun wir das ja auch dann, wenn wir uns BEWUSST entscheiden, NICHT einzugreifen.

Gruß
Jochen

Hallo Werner,

Aber Abtreibung waere dann ja auch ‚Mord‘ in diesem
Sinne.

Genauso sieht die katholische Kirche das…

Insofern ist die katholische Position hier absolut konsequent.
Ob sie auch richtig ist steht auf einem anderen Blatt.

Wie soll ich das verstehen ?
Sieht die evangelische Kirche das anders ?

Die Position der evangelischen Kirchen ist mir ehrlich gesagt nicht so klar, nicht nur in dieser Frage. Es gibt da wiedersprüchliche Aussagen.

*seufz*
Wo wird das alles nur hinfuehren ?
Wenn wir wirklich dazu imstande waeren, den ‚besseren‘
Menschen zu schaffen, wuerde das nicht viele Religionen
ins Wanken bringen ?
Der Mensch als Schoepfer ?
Aus der Rippe eine Frau erschaffen ?
Irgendwie unheimlich, oder ?

Mal ganz abgesehen von jeglicher Religion, irgendwie
beunruhigt mich das alles einwenig.
Hoffentlich weiss die Menschheit, was sie
da tut …

Wag’ ich zu bezweifeln…

Vorallem, sind wir wirklich in der Lage den Prozess zu steuern?
Selbst wenn wir PID und einige andere Auswüchse der Gentechnik verbieten, es wird trotzdem gemacht werden. Wenn nicht offiziell, dann eben heimlich (unheimlich!).

Gruß
Werner

Hallo Werner,

Vorallem, sind wir wirklich in der Lage den Prozess zu
steuern?
Selbst wenn wir PID und einige andere Auswüchse der Gentechnik
verbieten, es wird trotzdem gemacht werden. Wenn nicht
offiziell, dann eben heimlich (unheimlich!).

Wer sagt uns eigentlich, das ‚es‘ nicht schon getan wurde ?
Wer weiss schon was in diesen vielen Labors weltweit
getrieben wird ?

Gruss

Jump

Ihr schreibt von der schöpferischen Tätigkeit des Menschen.

Ich sage es mal ganz provokativ: Im Grunde genommen greift der Mensch doch schon mit der Wahl des Sexualpartners in den Schöpfungsakt ein. Denn damit wird das zu vererbende Gen-Material eingegrenzt.

Das ist bei der PID jedoch keineswegs der Fall ! Der mensch
kreiert nicht einen neuen, besseren Menschen, sondern er
SELEKTIONIERT aus einem Vorgegebenen Sortiment von Embryonen
diejenigen mit den gewünschten Eigenschaften.

Genau da liegt das Problem, das ich neben den vielen Chancen sehe. Die Frage ist doch, aus WESSEN Sicht die Auswahl getroffen wird. Ich sage bewusst „Auswahl“, denn der Begriff „Selektion“ ist historisch derartig belastet, dass ich unter diesem Stichwort nicht über eventuelle Chancen dieser Technik diskutieren möchte. Wenn wir aus der Sicht der bereits lebenden diese Auswahl treffen, kann die Antwort auf diese Frage nur „Nein“ lauten. Wir dürfen nicht anfangen, möglichst willfährige Konsumenten, goldmedaillenverdächtige Hochleistungssportler, oder am allerschlimmsten, bestimmte Rassen zu züchten. Über die Möglichkeiten, die das Militär in dieser neuen Technik entdecken könnte, will ich lieber gar nicht erst nachdenken.

Anders sieht es dagegen aus, wenn wir die Sache aus der Sicht des zukünftigen Lebewesens betrachten. Die Züchtung irgendwelcher Schönheitsideale ist natürlich ganz klar abzulehnen. Beim Thema Krankheit muss sich jeder fragen, ob er persönlich bereit wäre, mit einer solchen Krankheit zu leben. Aber auch hier sollte nicht das Ziel sein, Menschen auszusortieren, sondern vielleicht korrigierend einzugreifen, um den Ausbruch einer solchen Krankheit vielleicht schon vor der Geburt abzuwenden. Dazu müsste die Technik aber sicher noch ein paar Schritte weiter sein. Aber auch das Thema Krankheit hat so seine Tücken. Denn dieses kann man natürlich auch aus Sicht der bereits lebenden sehen; etwa unter der Fragestellung, ob ich so tolerant bin, mit Menschen, die an einer bestimmten Behinderung leiden, zusammenzuleben, oder ob ich nur ewige und gesunde Jugend um mich herum haben möchte, oder ich könnte mir auch überlegen, wie hoch die Krankenversicherungsbeiträge steigen, wenn mehrere tausend Menschen mit einer solchen Krankheit geboren werden. Man sieht schon: Wenn PID kommen sollte müssen die Entscheidungsträger und die Leute, die beraten, sehr viel Einfühlungsvermögen in Menschen haben, die noch nicht geboren sind. Viel wird auf eine strenge Reglementierung ankommen. So muss zum Beispiel ausgeschlossen sein, dass ein Unternehmen, das in irgendeiner Form mit PID befasst ist, in anderen Wirtschaftszweigen tätig ist. Ich fürchte allerdings, dass sich solch eine Regelung zu leicht austricksen ließe. Auch die Annahme von Aufträgen zur Züchtung eines Menschen mit bestimmten Merkmalen oder der Gang an die Börse müssten tabu sein. Die Beratung der Eltern dürfte niemals in die Hände von nichtstaatlichen oder nichtkirchlichen Organisationen kommen.

Das macht die

Natur seit jeher schon so. Irrsinnig viele Embryonen und
befruchtete Eizellen sterben im Uterus ab, weil sie nicht
hinreichend „fit“ sind.

Dies war mir zwar bekannt, wird mir aber erst jetzt wieder richtig bewusst.

Der Mensch fängt nun nur an,

mitzubestimmen, was von dem, das die Natur !womöglich! noch
bis zur Geburt weiterentwickeln lassen würde, dennnoch nicht
„fit“ ist.

Es kam darauf häufig das Argument, daß der Mensch nicht zu
bestimmen habe, was nun „fit“ sei - das kann er letzlich
(langfristig) ja auch garnicht abschätzen. Richtig. Fakt ist
nur, daß wir mit der Veränderung unserer Umwelt den auf uns
lastenden Selektionsdruck sowieso immens ändern und daß wir
mit der Rettung von potenziell reproduktiven Individuen
genauso in die Evolution unserer Art eingreifen, ohne die
Folgen abschätzen zu können. Deutlicher: Wir MÜSSEN unsere
eigene entwicklung zwangsläufig beeinflussen. Philosophisch
betrachtet tun wir das ja auch dann, wenn wir uns BEWUSST
entscheiden, NICHT einzugreifen.

Gruß
Jochen

Gruß

Christoph

Hallo Jump,

Das ist aber doch nur eine Seite. Vielen Menschen koennte
geholfen werden, oder war das nur ein Marketingtrick ?

Vielleicht könnte vielen Menschen sehr geholfen werden.
Vielleicht wird einigen Menschen etwas geholfen, was mehr den Erfahrungen mit neuen Therapien entspricht.

Puh, das ist wirklich ein schwieriges Thema.

Genau das ist der Punkt. Wer bei diesem Thema sagt, dass es eine klare und einfache Lösung gibt, liegt falsch.

Es stellt sich die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt darf
menschliches Leben aussortiert werden, wenn überhaupt.

Vor dem Einnisten im Mutterkuchen - PID
Während der Schwangerschaft - Abtreibung
Nach der Geburt - Überflüssige Mädchen in Indien z.B.

Wenn menschliches Leben heilig ist, was für jeden Christen
gelten sollte, wird man in allen Fällen mehr oder weniger
Bauchschmerzen haben.

Ich selbst bin kein Christ, daher auch meine vielen
Fragen :wink:
Was meinst du mit Heilig ? Unantastbar ?

Das Leben ist ein Geschenk von Gott. Er gestattet uns Tiere zu töten, um ihr Fleisch zu essen. Aber Menschen dürfen nicht getötet werden, (es sei denn sie haben selber getötet).

Aber abgesehen davon, gibt es ‚nach der Geburt‘ wirklich ?

Ja, vorausgesetzt du bist nicht auf einen Esoterik-Trip.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos.

Das Leben ist ein Geschenk von Gott. Er gestattet uns Tiere zu
töten, um ihr Fleisch zu essen. Aber Menschen dürfen nicht
getötet werden, (es sei denn sie haben selber getötet).

Wenn nur alle Gottglaeubigen so denken wuerden.
Ich sehe irgendwie mit Sorge in die Zukunt mancher Religionen.
Ich meine, viele sind der Meinung fuer ihren Gott
die ‚Unglaeubigen‘ zu toeten. Nicht alle, gewiss, aber
wer wird diese Fehlgeleiteten kontrollieren koennen,
wenn ein Relionsbedingter Weltkrieg beginnt ?
Oder sehe ich hier zu schwarz ?

Ja, vorausgesetzt du bist nicht auf einen Esoterik-Trip.

Weiss ich nicht genau. Ich bin auf der Suche, aber kann
mich leider keiner Religion zuordnen.
Ich mag dieses Forum hier. Soviele verschiedene Betrachtungen.
Ich freue mich ueber jegliches Feedback, was mich ein
Stueck auf meiner Suche weiterbringt.

Aber was ist denn ein ‚Esoterik-Trip‘ ??
Ich bin fuer alles offen, aber glaube nicht alles.
*GRR* Jump weiss gar nicht, wo er einzuordnen waere…

Gruss,

Jump

Ihr schreibt von der schöpferischen Tätigkeit des Menschen.

Ich sage es mal ganz provokativ: Im Grunde genommen greift der
Mensch doch schon mit der Wahl des Sexualpartners in den
Schöpfungsakt ein. Denn damit wird das zu vererbende
Gen-Material eingegrenzt.

GENAU !!!

Genau da liegt das Problem, das ich neben den vielen Chancen
sehe. Die Frage ist doch, aus WESSEN Sicht die Auswahl
getroffen wird.

Wie oben von dir selbst angesprochen: Auch ein Sexualpartner wird dir ja nicht von „der Natur“ zugeteilt, sondern DU wählst ihn aus.

Wenn wir aus der Sicht der bereits
lebenden diese Auswahl treffen, kann die Antwort auf diese
Frage nur „Nein“ lauten. Wir dürfen nicht anfangen, möglichst
willfährige Konsumenten, goldmedaillenverdächtige
Hochleistungssportler, oder am allerschlimmsten, bestimmte
Rassen zu züchten. Über die Möglichkeiten, die das Militär in
dieser neuen Technik entdecken könnte, will ich lieber gar
nicht erst nachdenken.

Sehr grundsätzlich möchte ich dazu folgendes sagen: Wenn die gezielte „Zucht“ von Individuen mit derart spezialisierten Fähigkeiten zu einem bestimmten gesellschaftlichen Zweck deren Gesellschafts- und Selbst-Bewußtsein nicht gleichzeitig ausschaltet, wird es zwangsläufig zu „Rassen“-Unruhen o.ä. kommen. Gesellschaftlich ist das also langfristig weder erfolgversprechend noch verantwortbar. Wenn man aber u.a. die o.g. kognitiven Fähigkeiten mit „wegselektioniert“, erhält man Karikaturen des Menschen, aber eben keine Menschen. Stark überzeichnet, sind unsere ganzen TECHNISCHEN Ansätze, Maschinen für bestimmte Zwecke zu bauen, aber auch Tiere zu züchten, nichts anderes.

Anders sieht es dagegen aus, wenn wir die Sache aus der Sicht
des zukünftigen Lebewesens betrachten. Die Züchtung
irgendwelcher Schönheitsideale ist natürlich ganz klar
abzulehnen.

Warum ? Das Aussehen ist schon seit der Erfindung der Mustererkennung ein ganz wesentliches Entscheidungskriterium bei der Partnerwahl und damit der Nachkommengeneration gewesen.

Beim Thema Krankheit muss sich jeder fragen, ob er
persönlich bereit wäre, mit einer solchen Krankheit zu leben.
Aber auch hier sollte nicht das Ziel sein, Menschen
auszusortieren, …

Hier hat - so sehe ICH das - die (christliche?) Kirche immer dafür plädiert, Kranke anzunehmen, sie als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft zu sehen. Diese in Einzelfällen sicher richtige Aussage wurde generalisiert und pauschalisiert und ist in dieser Form Teil unserer Ethik geworden. Ich frage mich, ob die Notwendigkeit dieser Einstellung von dem Grad der Mündigkeit der Gesellschaft abhängt.

Viel wird auf
eine strenge Reglementierung ankommen. So muss zum Beispiel
ausgeschlossen sein, dass ein Unternehmen, das in irgendeiner
Form mit PID befasst ist, in anderen Wirtschaftszweigen tätig
ist.

Sowas ist prinzipiell unmöglich.

Ich fürchte allerdings, dass sich solch eine Regelung zu
leicht austricksen ließe. Auch die Annahme von Aufträgen zur
Züchtung eines Menschen mit bestimmten Merkmalen oder der Gang
an die Börse müssten tabu sein. Die Beratung der Eltern dürfte
niemals in die Hände von nichtstaatlichen oder
nichtkirchlichen Organisationen kommen.

Vor allem: Es muß eine globale Übereinkunft geben. Aber wir sind ja nicht mal in der Lage, unsere Lebensgrundlagen global zu erhalten. Wenn ich mir die Politik so ansehe, scheinen internationale Konzerne die zukünftige globale (wirtschafts-)Politik zu bestimmen und sie dürften die einzigen sein, die überhaupt die Mittel und Chancen haben, globale Verantwortungen zu übernehmen und diesen gerecht zu werden.

Ich persönlich sehe langfristig massive Änderungen underer Gesellschaft auf uns zukommen - wir werden keine Wahl haben, das aufzuhalten, wohl aber, der Weg dorthin zu modulieren. Als Lektüre bietet sich hierzu übrigends das Stück „Die Physiker“ von Dürrenmatt an !

Beste Grüße,
Jochen

Christoph