Prämie statt Gehaltserhöhung?

Hallo,

komme grad von einer Besprechung mit meinem Chef und seinem Gesellschafter. Habe vor ca 1 Woche nach einer Gehaltserhöhung gefragt, da ich nun schon knapp 2 Jahre in diesem Betrieb bin, allerdings war der zwischendurch 1 Jahr insolvent und seit 01.04. haben wir eben einen neuen Chef (er arbeitet allerdings schon 20 Jahre hier) und einen neuen Gesellschafter (total neu) und es geht mit den Aufträgen steil bergauf.
Nun meinten diese bzw der neue Gesellschafter, dass ohne einer Leistungssteigerung keine Gehaltsverhandlung gäbe bzw er dafür wäre, am Jahresende eine gewinnorientierte Prämie an mich auszuzahlen. Dafür müsste ich (bin als Sekretärin bzw kfm. Angestellt hier eingestellt) mehr innovative Ideen einbringen und die komplette Verantwortung für das bald neu eingeführt Warenwirtschaftsprogramm übernehmen, sprich auf Schulungen gehen und dann für die Firma 1. Ansprechpartner werden. (zur Info, es arbeiten hier ca 5 Leute im Büro einschließlich Chef und Gesellschafter).
Was soll ich davon halten? Mein momentanes Gehalt ist wirklich nicht viel, gehe mit knapp über 1000 Euro netto monatlich nach Hause und arbeite 37,5 Std.
Bin um jede Meinung dankbar!

Hallo kl_diva,

(zur Info, es arbeiten hier ca 5 Leute im Büro einschließlich Chef
und Gesellschafter).

Ist das die ganze Firma? Wenn das „nur“ die Bürobesatzung ist, wie viele Mitarbeiter hat die ganze Firma denn?

Was soll ich davon halten?

Vermutlich wird die Alternative nur die Suche nach einer anderen Stelle sein. Einen Anspruch auf Gehaltserhöhung gibts nur, wenn das vertraglich/tarifvertraglich so geregelt wäre (was bei dir nicht der Fall zu sein scheint). Du schreibst auch nichts darüber, ob du jetzt schon vollkommen ausgelastet/am limmit/überlastet bist mit deinen jetzigen Aufgaben … und ob eine neue Aufgabe (inkl. der Verantwortung) für dich denkbar, völlig indiskutabel oder nur unter den Bedingungen X, Y, Z machbar ist.

MfG

Hallo,
sorry ich bin noch total konfus und durcheinander… Also es ist eine kleine Maschinenbaufirma, es gibt hier 2 festangestellte Monteure, 1 Chef, 1 Gesellschafter, 1 Techn. Zeichnerin, mich als Sektretärin und 1 kfm. Mitarbeiter, macht ergo = 7 Personen.
Ich hab damals eben noch einen Vertrag vom ehemaligen Chef bekommen, total banal aufgesetzt, nix mit Gehalterhöhung festgelegt etc pp muss auch dazu sagen, habe sehr wenig von korrekten ausgebufften Arbeitsverträgen. Der ehemalige Chef hat halt die Firma runtergewirtschaftet und hätte mich eigentlich gar nicht einstellen dürfen, da damals schon die Firma mehr oder weniger Insolvent war.
Nun ja zur Auslastung wäre zu sagen, ich könnte mir schon noch vorstellen eine Aufgabe zu übernehmen, noch dazu dass hier noch nicht wirklich alles so läuft wie es sollte, d.h. man hat doppelten und dreifachen Arbeitsaufwand um eine einfache banale Sache korrekt zu erledigen.
Was soll ich dem Gesellschafter nun nächste Woche sagen?

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Hallo,

Also es
ist eine kleine Maschinenbaufirma, es gibt hier 2
festangestellte Monteure, 1 Chef, 1 Gesellschafter, 1 Techn.
Zeichnerin, mich als Sektretärin und 1 kfm. Mitarbeiter, macht
ergo = 7 Personen.

Kündigungsschutzmäßig wohl nur 5 (da der Chef nicht mitzählt und der Gesellschafter - vielleicht - auch nicht). Könnte also sein, dass du keinen Kündigungsschutz hast.

Nun ja zur Auslastung wäre zu sagen, ich könnte mir schon noch
vorstellen eine Aufgabe zu übernehmen, noch dazu dass hier
noch nicht wirklich alles so läuft wie es sollte, d.h. man hat
doppelten und dreifachen Arbeitsaufwand um eine einfache
banale Sache korrekt zu erledigen.
Was soll ich dem Gesellschafter nun nächste Woche sagen?

Das kommt letztendlich darauf an, für welche Variante du dich entscheidest.
Variante 1: Alles bleibt wie es ist = keine zusätzlichen Aufgaben und keine Verantwortung -> keine Prämie
Variante 2: Zusätzliche Aufgaben und zusätzliche Verantwortung = (hoffentlich) dann mehr Geld

Bei der letzten Variante sollte man dann aber schon „Nägel mit Köpfen“ machen (= schriftlicher Vertrag dazu) und sich nicht abspeisen lassen, nach dem Mal-sehen-was-wird-Motto. Von irgendwelchen mündlichen Vereinbarungen wie „Wir zahlen Ihnen dann X € mehr, wenn Ziel Y erreicht ist“, weiß dann nach paar Monaten vielleicht plötzlich keiner mehr was.

MfG

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Hallo,

Incentives (http://dict.leo.org/ende?lp=ende&p=/gQPU.&search=inc…) sind bei fortschrittlichen Firmen an der Tagesordnung. So kann man direkt am Erfolg der Firma teilhaben und man sollte auch etwas motivierter sein.

Incentives können durchaus dazu beitragen, Geschäftsführer und Unternehmer nicht mehr als kapitalistische Schweine, Heuschrecken, Abzocker oder Sklaventreiber zu bezeichnen oder zu betrachten. Man wird Teil des Systems, selber Unternehmer, erhält selber mehr Verantwortung, setzt sich selber für das Wohlergehen der Firma ein.

Hi

…sind bei fortschrittlichen Firmen an der Tagesordnung. So kann
man direkt am Erfolg der Firma teilhaben und man sollte auch
etwas motivierter sein.

Da verwechselst Du aber was. Incentives sind einmalige (meist) Sachprämien, die nichts mit einem leistungsbezogenen Gehaltsanteil zu tun haben, von dem ursrünglich die Rede war.
(Und was an Incentives besonders fortschrittlich sein soll, versteh ich auch nicht. Nicht alles was aus USA kommt ist fortschrittlich.)

Incentives können durchaus dazu beitragen, Geschäftsführer und
Unternehmer nicht mehr als kapitalistische Schweine,
Heuschrecken, Abzocker oder Sklaventreiber zu bezeichnen oder
zu betrachten.

Mag ja Deine naive Meinung sein, aber Du meinst sicher wieder Erfolgsbeteiligungen in Form von leistungsbezogenen Gehaltsanteilen.

Man wird Teil des Systems, selber Unternehmer,
erhält selber mehr Verantwortung, setzt sich selber für das
Wohlergehen der Firma ein.

Goldig. Das ist die positivistische Theorie der Erfolgsbeteiligung :wink:

Die andere Meinung ist die, dass das unternehmerische Risiko z.T. auf die Mitarbeiter abgewälzt wird.
Sinn machen Erfolgsbeteiligungen in jedem Fall nur dann, wenn

  1. die Ziele klar und eindeutig definiert sind und
  2. der Mitarbeiter die Erfüllung der Ziele auch wirklich selbst beeinflussen kann und
  3. die Prämie zusätzlich zum angemessenen Grundgehalt gezahlt wird.

Gruß bobesch

Hallo,

Da verwechselst Du aber was. Incentives sind einmalige (meist)
Sachprämien, die nichts mit einem leistungsbezogenen
Gehaltsanteil zu tun haben, von dem ursrünglich die Rede war.
(Und was an Incentives besonders fortschrittlich sein soll,
versteh ich auch nicht. Nicht alles was aus USA kommt ist
fortschrittlich.)

Nein, verwechsle ich nicht. Einige amerikanische UNternehme in Deutschland (z.B. aus dem Raum Freising) arbeiten nach dieser Methode, die sich sehr gut bewährt hat. Incentrives können wirkungsvoll als Motivationsmittel gebraucht werden, um zu verhindern, dass sich manch einer nur die Zeit absitzt.

Nicht alles, was es in Deutschland gibt, ist fortschrittlich.

Hallo,
Nein, verwechsle ich nicht.

Incentives haben dennoch nichts mit der Ausgangsfrage zu tun:

…er dafür wäre, am Jahresende eine gewinnorientierte Prämie an mich auszuzahlen.

Einige amerikanische UNternehme in
Deutschland (z.B. aus dem Raum Freising) arbeiten nach dieser
Methode, die sich sehr gut bewährt hat. Incentrives können
wirkungsvoll als Motivationsmittel gebraucht werden, um zu
verhindern, dass sich manch einer nur die Zeit absitzt.

Nicht alles, was es in Deutschland gibt, ist fortschrittlich.

dieses „fortschrittlich“ hast Du eingeführt. Fortschrittlich sind für mich von vornherein weder Incentives noch Leistungsprämien, fortschrittlich wäre für mich ein durchschaubares, dem jeweiligen Arbeitsplatz angepasstes und dadurch motivierendes Gehaltssystem.

Gruß bobesch