Präposition 'für'

Hallo liebe Leute,

mir raucht schon der Kopf, weil ich über kniffelige Satzglieder nachdenke und zu keinem Ergebnis komme… also verzeiht mir auch, wenn ich das, was ich sagen will, nicht ganz so verständlich rüberbringe.

Es geht um eine Präpositionalgruppe mit ‚für‘.
Zum einen Sätze wie: Ich suche ein Mitglied für meine Gruppe.
-> Ist die Präp.gruppe ‚für meine Gruppe‘ hier ein präpositionales Attribut?

Zum anderen Sätze wie: Ist ein Elektriker für die Lösung meines Problems da?
-> Wie sieht es hier aus? Elektriker: Subjekt, ist: Prädikat; das ist klar. Aber ist ‚für die Lösung meines Problems‘ ein Präpositionalobjekt?
Oder irre ich mich, weil ich heut schon viiel zu viel nachgelesen und recherchiert habe? :expressionless:

LG
Melange

Hallo Melange,

a) für wen suche ich ein Mitglied? Für meine Gruppe -> Präpositionalobjekt
Ein Attribut kann es nicht sein, da du es vom Bezugswort trennen kannst: Für meine Gruppe suche ich ein Mitglied.
b) für wen ist der Elektriker da? Für die Lösung -> Präpositionalobjekt

Mein Standardbeispiel, um Schülern den Unterschied zwischen Präp.-O. und adv. Best. deutlich zu machen, lautet:
„Ich habe mich in Köln verliebt!“-„Aber warum denn? München ist doch viel schöner!“

LG Hahu

Die Antwort wurde ja bereits gegeben. In der Regel reicht eine einfache Frageprobe aus.

Ich suche ein Mitglied für meine Gruppe.

Wofür suche ich ein Mitglied?

Ist ein Elektriker für die Lösung meines Problems da?

Wofür ist ein Elektriker da?

Wozu ist ein Elektriker da?

Es ist nicht möglich, hier mit einfachen Adverb (wo, wie, was etc.) zu fragen, vielmehr bedarf es eines Präpositionaladverbs bzw. einer entsprechenden Präp.phrase.

Somit:

Ich sehne mich nach ihr.

Wonach / Nach wem sehne ich mich? --> Objekt

Ich laufe nach ihr.

Wo / Wann laufe ich? --> Adverbialie

Alternativ kann man sich auch einfach überlegen, wie austauschbar die Präposition ist. In Ihren Beispielen fällt mir kein Substituent für „für“ ein - das liegt daran, dass das Wort bereits strukturell so festgelegt ist. In „Sich nach jmdm. sehen“ lässt sich dies ebenfalls feststellen. Hingegen: In „Ich laufe nach ihr.“ lässt sich „nach“ problemlos durch hinter/vor/über/unter/neben ersetzen.

Hallo,

ich glaube, die Unterscheidung des Fragewortes in einfache Adverben/Präpositionaladverben hilft in vielen Fällen nicht, da man adv. Best. auch mit Präpositionaladverben erfragen kann.

Ich gehe „mit Gummistiefeln“ spazieren. -> womit? -> adv. Best. des Mittels

Ich gehe „mit Sabine“ spazieren -> mit wem? -> Präp.-Objekt

Ich stehe „auf Beton“ -> worauf stehst du -> adv. Best. des Ortes

Ich stehe „auf Melanie“ -> auf wen stehst du -> Präp. Objekt.

Hahu, die Unterscheidung funktioniert auch nur in die andere Richtung. Es geht darum zu zeigen, dass man nach Präp.objekten NICHT anders als durch Prä.adverb/Präp.phrase fragen kann, nach Adverbialien hingegen schon. Der Umkehrschluss ist nicht gültig, insofern gibt es bei Ihren Beispielen keine Schwierigkeiten.

Probleme kann es aber durchaus geben. Der Grammatik-Duden nennt den Fall „nach etw. riechen“ („Es riecht nach Sahne“), da hier zwar einerseits kein Gestaltungsspielraum in der Wahl der Präp. gegeben ist, andererseits aber in der Frageprobe auch das Fragewort „wie“ probat erscheint („Wie riecht es?“). Hier spricht der Grammatik-Duden schlussfolgernd von einer „Übergangszone“ (7. Aufl, Rn. 1304)