Hallo Jörg,
ob es einen solchen Konsens gibt, weiß ich nicht.
Doch glaube ich, Dein Kollege hat recht. Schlüssige Argumentation und klare Sprache ist die Basis, ohne die Dir die Folien nichts nützen.
Du mußt Deinen Zuhören entgegenkommen, ihnen eingängige sprachliche Bilder präsentieren, damit sie nicht im schlimmsten Fall von der Aufgabe überfordert sind, zuzuhören und zugleich das Gehörte auch noch in für sie verständlichen Text zu übersetzen. Solche sinnlose Übersetzungsarbeit mußt Du den Zuhören also ersparen, und Du darfst auch nicht ihr Kurzzeitgedächtnis überfordern.
Die zweite tragende Säule ist der Kontakt zu Deinen Zuhören, indem Du sie ansiehst. Dies hat zur Voraussetzung, daß Du halbwegs frei sprechen kannst. Dazu hilft es, das Vortrags-Manuskript in großer Schrift auszudrucken, weil dann jeweils ein kurzer Blick genügt, um die nächsten Sätze aufnehmen und frei sprechen zu können. Zwiegespräche mußt Du vermeiden, der Kontakt zum gesamten Publikum darf nicht abreißen.
Folien würde ich sparsam und überlegt einsetzen, und nur dort, wo sie für das Verständnis wirklich etwas bringen. Ich empfinde es als sehr unangenehm, wenn endlos eine Folie nach der anderen präsentiert wird.
Ich glaube, daß eine bildhafte Sprache oft auch alleine dem visuellen Kanal Genüge tun kann, weil sie im Zuhörer innere Bilder entstehen läßt.
Auch eine gute Sprechtechnik kommt den Zuhörern sehr entgegen.
Im Grunde ist das alles ziemlich banal. Die vorgenannten Punkte:
- Struktur und sprachlicher Ausdruck
- Kontakt zu den Zuhörern
- Hilfsmittel der Präsentation, wenn überhaupt, möglichst sparsam
- Sprechtechnik
helfen Dir, Deinen Zuhörern die Inhalte als „gute Gestalt“ im Sinne der Gestaltpsychologie nahezubringen.
Grüße,
I.