Hallo,
ich werde mich zwei Wochen in Prag und Umgebung aufhalten und suche noch nach einer passenden Urlaubslektüre. Kein Reiseführer o.ä. - damit bin ich versorgt. Nachdem mir ein erster Google-Versuch vor allem das Ansinnen eingebracht hat, bei *m*zon doch bitteschön Konsaliks ‚Bluthochzeit in Prag‘ käuflich zu erwerben, wende ich mich jetzt doch lieber an Euch.
Als Hinweis, was mir so vorschwebt, mal zwei Beispiele: bei einer Tour durch Burgund und an die Loire hatte ich mit Huizingas ‚Herbst des Mittelalters‘ einen sehr inspirierenden Begleiter und bei Italienreisen ist natürlich Goethes ‚Italienische Reise‘ dabei.
Bislang habe ich Leo Perutz’ ‚Nachts unter der steinernen Brücke‘ ins Auge gefasst. Noch weitere Vorschläge?
Hallo Ralf,
ich würde an Deiner Stelle mit Egon Erwin Kisch reisen.
Z.B.: http://www.amazon.de/Gesammelte-Prager-N%C3%A4chten-…
Und dann auf Kischs Spuren versuchen, den Golem doch noch zu finden.
Schölne Reise
Barbara
Der Golem
Hi, ich wollte hier gerade genau dieses Buch erwähnen, bzw genauer gesagt erwähnen, dass man gar keine Reiselektüre mitzunehmen braucht, sondern mal in Prag Ausschau hält:
So bin ich nämlich ganz zufällig in den Besitz eben dieses Buches gelangt. Ich war in Prag und bilde mir ein, in einem jüdischen Museum, und im bookshop davon gab es eben genau diese jüdischen Sagen. Und auch vieles andere.
Ich hab das Buch seltsamerweise auf Deutsch, ich war zweimal in Prag, aber als ich noch in Irland lebte. Da hätte ich mir das eigentlich eher auf Englisch gekauft. Nun, vielleicht gab es es nur auf Deutsch…
Jedenfalls lustig, dass genau das hier vorgeschlagen wird.
Wenn du von der U Bahn aus den Wenzelsplatz hinunterläufst, auf der Linken Seite von diesem ist erstmal ein Plattenladen (damals noch viele Raubkopien) und daneben ein großer Buchladen, die untere Etage ist international.
nicht zu vergessen „Die Tante Jolesch“ von Friedrich Torberg, die allerdings den Kreis in die alte Donaumonarchie hinaus erweitert. Allerdings war Torberg Redakteur des Prager Tagblatts und ist insofern ein intimer Kenner der Szene vor 1938.
Gruß,
Andreas
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Das den noch jemand kennt, rührt mich doch zutiefst jetzt.
Ich find halt bloß, wenn schon, dann eher die „Walpurgisnacht“. Is knackiger geschrieben. Und es kömmt nen lupenreiner Zombie drin vor.
„Des deutschen Spießers Wunderhorn“ war in meiner Jugendzeit ne echte Bibel, die anderen haben immer bloß diesen schweineöden Hesse mit seinem „Narziss und Goldmund“-Schwurbel gelesen.
Das Setting zur vollen Gänze in Prag zudem, bloß wurde der jüdische Friedhof wohl 1924 geschleift, leider gips das Pferd von Karl dem Großen auch nimmer, die Trommel aus Menschenhaut habick auch nicht gefunden.
Hallo,
herzlichen Dank und *sternchenverteil* für eure Vorschläge. Einiges kannte ich schon - Hasek natürlich und Torberg, Meyrinks Golem auch (dafür aber ‚Walpurgisnacht‘ nicht, das kommt mit). Nerudas ‚Kleinseitener Geschichten‘ und den Wagenbach hat leider meine Provinzbibliothek nicht und für die Fernleihe reicht die Zeit nicht.
Es wird also auf den Kisch, Meyrink und Perutz hinauslaufen. Laut Online-Katalog sind sie ausleihbar und heute nachmittag werde ich sie abholen. Danke auch an Kate speziell für den Tip mit dem Bücherladen!