Hallo,
unser Sohn (14) macht ein Praktikum in einem Supermarkt. Er kommt sich dabei immer mehr ausgenutzt vor, wobei ihm durchaus bewußt ist, dass er sich nicht die Rosinen aus dem Kuchen picken kann.
Den Knall hätte es heute beinahe geben, als er eine 10 (!) Jahre alte Mikrowelle saubermachen musste - blitzblank -, die wohl schon sehr lange nicht mehr gereinigt worden war.
Wo ist denn eine Grenze zu ziehen, was er machen muss, und was nicht ? Irgendwann ist ja mal Schluss mit lustig. Er fand es auch nicht gut, dass sich das Personal zur Einweihung es neuen Supermarktes (Umzug in einen Neubau) an Sekt und belegten Brötchen gütlich tat, während er arbeitete und nichts bekam.
Er muss 6 Monate lang jeweils dienstags in diesen Laden, jetzt noch 5 Mal.
Gruss
Andreas
Hallo Andreas,
wo die Grenzen liegen, das ist sicher im Einzelfall schwierig festzulegen. Da es sich bei Deinem Sohn um ein Schulpraktikum handelt, muß es doch einen Lehrer / eine Lehrerin geben, die dafür zuständig ist (Arbeitslehre?). Den / die würde ich hinzuziehen.
Sinn eines Praktikums ist es, einzelne Arbeitsabläufe kennenzulernen und nicht eine Putzkraft zu ersetzen.
Was wurde denn im Vorgespräch als Lernziel/e abgesprochen`?
Was hat er bis jetzt kennengelernt und eingeübt?
Viele Grüße
Iris
Hallo,
da würde ich mich bei der entsprechenden Betreuungsperson beschweren. In der Firma müßte es, so war das bei meine Praktika immer, auch eine Art Betreuungsperson geben.
Sinn eines Praktikums ist es ja den betreffenden Beruf näher kennen zu lernen. Natürlich gehört in einem Supermarkt auch die Reinigung dazu. So wie sich das anhört hat der Herr Sohn sich entweder nicht benommen (wird mit langwierigen arbeiten beschäftigt, damit er nicht stört) , oder die Leute im Supermarkt wissen nicht so recht was sie mit ihm anfangen sollen.
Da Dein Sohn ja offensichtlich unglücklich ist, würde ich umgehend das Gespräch mit den verantwortlichen Personen suchen. Zur Not muß man sich halt einen anderen praktikumsplatz suchen. Das ist zwar blöd, hilft aber auch.
Ich mußte bei einem Praktikum mal tausende (!!!) Aderendhülsen sortieren. Das war wie bei Aschenputtel. 5 Stunden lang sortieren gehört bestimmt nicht zum Alltag eines Elektrikers… Das Schulpraktikum war nach zwei Tagen halt vorbei.
Gruß
Kuddenberg
Hallo, warum muss er denn das Praktikum machen ?
Den Knall hätte es heute beinahe geben, als er eine 10 (!)
Jahre alte Mikrowelle saubermachen musste - blitzblank -, die
wohl schon sehr lange nicht mehr gereinigt worden war.
Meine Güte, es gibt schlimmeres. Im Berufsleben und in einer Lehre muss man auch solche Sachen machen, immer wieder. Wenn er jetzt schon eine solche Haltung etwickelt und von zuhause diesbezüglich auch noch bedauert wird, hat er keine gute Ausgangsposotion.
Augen zu und durch.
…
Wo ist denn eine Grenze zu ziehen, was er machen muss, und was
nicht ? Irgendwann ist ja mal Schluss mit lustig. Er fand es
auch nicht gut, dass sich das Personal zur Einweihung es neuen
Supermarktes (Umzug in einen Neubau) an Sekt und belegten
Brötchen gütlich tat, während er arbeitete und nichts bekam.
Ja, der Praktikant. Nicht schön, aber halt der Praktikant.
Er muss 6 Monate lang jeweils dienstags in diesen Laden, jetzt
noch 5 Mal.
Das ist ja fast vorbei. Besser, er baut sich jetzt nicht noch mehr schlechtes Gefühl auf. Arbeit ist nicht immer Zuckerschlecken und solche Situationen gibt es immer wieder .
Gruss
Kosmokatze
Meine Güte, es gibt schlimmeres. Im Berufsleben und in einer
Lehre muss man auch solche Sachen machen, immer wieder. Wenn
er jetzt schon eine solche Haltung etwickelt und von zuhause
diesbezüglich auch noch bedauert wird, hat er keine gute
Ausgangsposotion.
Augen zu und durch.
Sagst du das auch wenn DU das Büro deines Chefs putzt, während die Kollegen Frühstücken???
Ja, der Praktikant. Nicht schön, aber halt der Praktikant.
Praktikum = praktisches erfahren des Berufes, nicht billige Putzkraft
Arbeit ist nicht immer
Zuckerschlecken und solche Situationen gibt es immer wieder .
Muss das stillschweigend Toleriert werden?
ICH bin ARBEITNEHMER kein Sklave!!!
LG
Benny
Hallo,
Meine Güte, es gibt schlimmeres. Im Berufsleben und in einer
Lehre muss man auch solche Sachen machen, immer wieder. Wenn
er jetzt schon eine solche Haltung etwickelt und von zuhause
diesbezüglich auch noch bedauert wird, hat er keine gute
Ausgangsposotion.
Ob das Praktikum wechseln eine gute Alternative ist, wenn er nur noch 5mal hin muss, weiß ich nicht. Das kann man aber mit dem Lehrer klären.
Generell verstehst du aber den Sinn eines Schulpraktikums falsch.
Leider gibt es auch während der Schulzeit eine Praktikumsinflation (meine Söhne: 1 Woche in der 8. Klasse, einmal wöchentlich in der 9., dann 2x14 Tage in der 10. (berufsorientierte) Schule, und nun für Nr. 2, wöchentlich 1-2 Tage).
Gute Praktikumsstellen sind also begehrt und die Firmen werden zurückhaltender mit der Vergabe, denn wenn sie es richtig machen, ist ein Praktikant eben keine Putzhilfe und erfordert die Aufmerksamkeit eines Praktikumsbetreuers. Das Ergebnis davon ist, dass immer mehr der Schüler bei Lebensmittelmärkten und Discounter ihre Praktikumszeit „abreißen“, nicht weil sie sich für diesen Beruf interessieren, sondern weil es nicht anderes gibt, weil es meist nahe des Wohnorts eine Stelle gibt und weil man sich das locker vorstellt. Allerdings sind das die schlechtesten Stellen, denn gerade dort gibt es selten kompetente Betreuer, viele der dort Arbeitenden sind nur angelernt und hinzukommt, dass es für einen Praktikanten gerade in einem Supermarkt kaum Tätigkeiten gibt (außer Putzen, Regale auffüllen und abladen). Da kommt man sich schnell als billige Arbeitskraft vor, vor allen Dingen, wenn eben kein Versuch gemacht wird, etwas Sinnvolles zu vermitteln.
Wenn dann noch ein Ausgrenzen hinzukommt, hat die Praktikumsstelle meist nur einen (eventuell guten) Effekt: der Schüler wird seine Energie dransetzen, gute Noten zu bekommen, damit er so einen Job später nicht machen muss.
Gruß
Elke
PS: Nochmal deutlich für den UP: Der Lehrer ist der richtige Ansprechpartner. Es ist seine Aufgabe, sich darum zu kümmern, dass der Schüler das Praktikum sinnvoll ausfüllt (was nicht heißt, dass man bei einem Praktikum nur „schöne“ Aufgaben machen soll) und er besucht in der Regel den Betrieb und spricht auch mit den Praktikumsbetreuern vor Ort.
Meine Güte, es gibt schlimmeres. Im Berufsleben und in einer
Lehre muss man auch solche Sachen machen, immer wieder. Wenn
er jetzt schon eine solche Haltung etwickelt und von zuhause
diesbezüglich auch noch bedauert wird, hat er keine gute
Ausgangsposotion.
Augen zu und durch.
Sagst du das auch wenn DU das Büro deines Chefs putzt, während
die Kollegen Frühstücken???
Sorry, erstens hab ich eine Ausbildung(nein zwei) und zweitens habe nicht ICH mich beschwert. Übrigens: ich putze mein Büro selber. Dabei fällt mir kein Zacken aus der Krone, weil ich beizeiten gelernt habe, dass auch unangenehme Arbeiten zum Berufsalltag gehören.
(Zudem helfe ich auch meinen drogenabhängigen Klienten dabei, ihre Wohnungen zu putzen, das gehört SICHER nicht zu meinen Aufgaben)
Ja, der Praktikant. Nicht schön, aber halt der Praktikant.
Praktikum = praktisches erfahren des Berufes, nicht billige
Putzkraft
Aber trotzdem : auch das.
In dem Ursprungsposting stand nicht drin, dass er AUSCHLIESSLICH soche Arbeiten machen muss.
Wenn nicht der Praktikant oder der Lehrling die Arbeiten macht, wer soll sie denn sonst machen ? Der Meister? Der Chef? Mit xx € Stundenlohn?
Arbeit ist nicht immer
Zuckerschlecken und solche Situationen gibt es immer wieder .
Muss das stillschweigend Toleriert werden?
ICH bin ARBEITNEHMER kein Sklave!!!
Ja,aber der Weg dahin ist lang. Schüler müssen VOR ALLEM Demut lernen, damit sie später in der Ausbildung keine dumme Überraschung erleben und meinen, man kommt von der Schulbank nahtlos auf den Chefsessel.
„Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.“
Der fließt hier halt mal beim Microwellenputzen.
Ich bleibe dabei.
Ich finds ok.
Übrigens: ich habe drei erw. Söhne. Die haben sich viel schlimmere Sachen angetan um sich ihr Studium zu finanzieren. Ohne Gejammer.
Kosmokatze
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Hallo,
Übrigens: ich habe drei erw. Söhne. Die haben sich viel
schlimmere Sachen angetan um sich ihr Studium zu finanzieren.
Ohne Gejammer.
Das ist aber eine ganz andere Ausgangslage wie bei einem Schülerpraktikum. Und wenn ich das UP richtig gelesen habe, geht es ja nicht (nur) um das Putzen, sondern dass der Eindruck entsteht, dass hier Sachen zum Putzen gefunden werden, die in Dreck und Speck weitergelebt hätten, wenn es nicht diesen günstigen Praktikanten gegeben hätte, den man ja beschäftigen muss (möglichst ohne sich darüber Gedanken zu machen) und dann noch, dass er bewusst vom normalen Personal ausgegrenzt wird. Letzteres kann natürlich mit seiner Art dort zu tun haben, aber auch dann ist der Lehrer da, um regulierend einzugreifen.
Gruß
Elke