Praktikumszeugnis - bitte bewerten

Hi Leute,

ich bitte um ein kurzes Feedback meines Zeugnisses, würde mal gerne wissen, ob eure Bewertung damit übereinstimmen, was mir von der Personalabteilung mitgeteilt wurde. Danke!

Herr X, geboren am X in X, war vom 1. Januar 2008 bis
zum 29. Februar 2008 als Praktikant im Bereich XXX unserer
Niederlassung X tatig.
[…] --> kurze Firmenbeschreibung
Die Hauptaufgabe des Geschäftsbereiches X bei Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen sowie Organisationen des öffentlichen Sektors ist die Prüfung von Jahres- und Konzernabschlüssen nebst Lageberichten von mittelständischen und großen Unternehmen sowie deren prüfungsnahe Beratung.
Während seiner Zeit in unserem Unternehmen hatte Herr X Gelegenheit, sich einen Überblick über den allgemeinen Geschäftsablauf im Bereich X zu verschaffen. Dabei wirkte er - unter der berufsrechtlichen Aufsicht eines Wirtschaftsprüfers- im Wesentlichen bei der Prüfung folgender Prüfungsbereiche mit:
. Kasse/Bank
. Intercompany-Forderungen und -Verbindlichkeiten
. Unterstützung im Zusammenhang mit der Prüfung unfertiger Bauprojekte
. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
. Sachanlagevermögen
. Mitarbeit und Detailprüfungshandlungen im Bereich Industrievergütungen

Herr X hat von der ihm gebotenen Möglichkeit, sich mit allen Arbeiten sowie betrieblichen
Zusammenhängen der Abteilung vertraut zu machen, stets intensiv Gebrauch gemacht. Er besitzt eine sehr schnelle Auffassungsgabe und zeichnete sich durch ein sehr gutes Organisations-, Analyse- und Urteilsvermögen aus. Herr X interessierte sich für alle praktischen Lernmöglichkeiten und hat die mit seinem Praktikum verbundenen Lernanforderungen stets sehr gut erfüllt.
Er erwies sich als äußerst engagierter, gewissenhafter und selbstständig arbeitender Praktikant, der die ihm übertragenen Aufgaben jederzeit planvoll und systematisch erledigte.
Dabei zeigte er immer ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Seine Arbeitsergebnisse waren jederzeit von sehr hoher Qualität geprägt. Herr X erledigte die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.
Auf Grund seiner freundlichen und zuvorkommenden Art wurde Herr X von allen Gesprächspartnern sehr geschätzt. Er konnte sich jederzeit gut in das Team integrieren. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets einwandfrei.
Herr X verlässt unser Unternehmen nach Ablauf der vereinbarten Zeit. Wir danken ihm für die stets sehr gute und engagierte Mitarbeit und wünschen ihm für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Berlin, 29. Februar 2008

Guten Tag.

Herr X, geboren am X in X, war vom 1. Januar 2008 bis
zum 29. Februar 2008 als Praktikant im Bereich XXX unserer
Niederlassung X tatig.

Zwei Monate Praktikum insgesamt … und dann die (eigentlich gute bis sehr gute) Bewertung - für meinen Geschmack wird hier so dick aufgetragen, dass es schon wieder unglaubwürdig ist.

Du wolltest es ja kurz.

GEK

Urks
Um es kurz zu machen:
Einige Sätze am Schluß sind sehr positiv formuliert, aber ich würde kaum dazu kommen, das Zeugnis fertig zu lesen, denn der erste Eindruck ist dermaßen fad, dass es nach der Hälfte im Rundordner landet.
Und dann klingen nach allem, was vorne stand, die Sätze am Schluß eher wie Zynismus als wie eine Empfehlung.

[…] --> kurze Firmenbeschreibung
Die Hauptaufgabe des Geschäftsbereiches X bei Industrie-,
Handels- und Dienstleistungsunternehmen sowie Organisationen
des öffentlichen Sektors ist die Prüfung von Jahres- und
Konzernabschlüssen nebst Lageberichten von mittelständischen
und großen Unternehmen sowie deren prüfungsnahe Beratung.

Ein Zeugnis ist keine Litfaßsäule für unentgeltliche Firmenwerbung!
Hat das mit Deiner Tätigkeit zu tun oder soll diese Passage nur an den Nerven des lesenden Personalers zehren? Wenn Du Dich in einer ebensolchen Tätigkeit bewirbst, will ich nicht wissen, ob Firma X sich damit beschäftigt und blabla…, sondern was Du leistest!

Während seiner Zeit in unserem Unternehmen hatte Herr X Gelegenheit,

Es blieb aber bei der Gelegenheit.

sich einen Überblick über den allgemeinen Geschäftsablauf im Bereich X zu verschaffen.

Aber nur über den allgemeinen. Von Details hat er nämlich keine Ahnung. [X streichen wir geflissentlich noch raus, da es keinen Unterschied macht ob er den Putzfrauen beim Ausleeren der Putzeimer oder dem Aufsichtsrat bei der Jahresbilanz zugesehen hat?]

Dabei wirkte er - unter der berufsrechtlichen Aufsicht eines Wirtschaftsprüfers- im Wesentlichen bei der Prüfung folgender Prüfungsbereiche mit:

Wir schreiben mit Absicht diesen Disclaimer rein, damit wir sagen können „Er konnte gar nicht so viel Mist machen, wie er das sonst tut, da er ein Kindermädchen an der Hand hatte“

Was die Tätigkeitsbeschreibung angeht, das Übliche: Wichtig nach unwichtig, Expertise nach Allgemeinwissen, sonst: Murks. Und das Angegebene ist Letzteres.

Herr X hat von der ihm gebotenen Möglichkeit, sich mit allen Arbeiten sowie betrieblichen Zusammenhängen der Abteilung vertraut zu machen, stets intensiv Gebrauch gemacht.

Auf gut deutsch: Wann immer er die Wahl zwischen Arbeiten und Jemanden-Mit-Dummen-Fragen-Nerven-Ohne-Was-Zu-Tun hatte, nahm er das Zweite.

Er besitzt eine sehr schnelle Auffassungsgabe und zeichnete sich durch ein sehr gutes Organisations-, Analyse- und Urteilsvermögen aus.

Wendete diese Fähigkeiten aber nicht an.

Herr X interessierte sich für alle praktischen Lernmöglichkeiten und hat die mit seinem Praktikum verbundenen Lernanforderungen stets sehr gut erfüllt.

Also, die *Lernanforderungen* hat er erfüllt, praktisch gemacht hat er aber nichts?

Er erwies sich als äußerst engagierter, gewissenhafter und selbstständig arbeitender Praktikant, der die ihm übertragenen Aufgaben jederzeit planvoll und systematisch erledigte.

Nette Formulierung für „eigenbrödlerisch und lahm“!

Dabei zeigte er immer ein hohes Maß an Zuverlässigkeit.

Im Lesefluß würde ich an dieser Stelle noch sagen „Man konnte von vorne herein damit rechnen, dass nichts bei rumkommt.“

Seine Arbeitsergebnisse waren jederzeit von sehr hoher Qualität geprägt.

Die Arbeit selbst aber nicht. Außerdem bleiben wir vage, denn wenn wir genau drüber nachdenken, fällt uns auch nichts ein was er gut gemacht hat…

Herr X erledigte die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Ein positiver Satz macht noch keinen Sommer.

Auf Grund seiner freundlichen und zuvorkommenden Art wurde Herr X von allen Gesprächspartnern sehr geschätzt.

Siehe ein Zeugnis weiter unten: „Mit Vorsicht zu genießen“.

Er konnte sich jederzeit gut in das Team integrieren.

Das oder die Teams? Oder gab’s tatsächlich nur eines, mit dem er klar kam?

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets einwandfrei.

Er hatte Mitarbeiter?!! Wohl eher nicht für bare Münze zu nehmen der Satz.
Auch interessant, dass er keinen Kundenkontakt hatte in dieser Position. Oder war der so mies, daß man darüber besser schweigt?

Herr X verlässt unser Unternehmen nach Ablauf der vereinbarten Zeit.

Was wir nicht bedauern.

Wir danken ihm für die stets sehr gute und engagierte Mitarbeit

Aber nicht für die Ergebnisse…

und wünschen ihm für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Positiver Nachsatz.

Tut mir Leid, Mike
…aber hier liegst Du gnadenlos falsch!

Hi erstmal.

Komplett gelesen ist das Zeugnis im Gegenteil zu Deiner Bewertung so übermaßen gut, dass es schon wieder lächerlich wirkt.

Einerm so guten Praktikanten breite ich direkt den roten Teppich aus oder versuche ihn, von seinen sonstigen Ideen loszueisen und direkt einzustellen…

Ein Zeugnis ist keine Litfaßsäule für unentgeltliche
Firmenwerbung!

Es ist de facto EIN Satz, und das ist völlig in Ordnung.

Während seiner Zeit in unserem Unternehmen hatte Herr X Gelegenheit,

Es blieb aber bei der Gelegenheit.

Das ist doch Unsinn.
Zum Einen steht unten, WIE er gearbeitet hat, zum Anderen kann man bei einem 2-monatigen Praktikum kaum erwarten, dass er den Geschäftsführer vertritt.

sich einen Überblick über den allgemeinen Geschäftsablauf im Bereich X zu verschaffen.

Aber nur über den allgemeinen. Von Details hat er nämlich
keine Ahnung.

Ja, WIE auch?
Das ist kein Arbeitszeugnis für eine jahrelange Beschäftigung, es ist ein Praktikumszeugnis!

Die Tätigkeitsbeschreibung ist vollkommen in Ordnung - für einen Praktikanten.

Herr X hat von der ihm gebotenen Möglichkeit, sich mit allen Arbeiten sowie betrieblichen Zusammenhängen der Abteilung vertraut zu machen, stets intensiv Gebrauch gemacht.

Auf gut deutsch: Wann immer er die Wahl zwischen Arbeiten und
Jemanden-Mit-Dummen-Fragen-Nerven-Ohne-Was-Zu-Tun hatte, nahm
er das Zweite.

Nein, auf gut Deutsch:
Er hat seinen Auftrag, alles Erdenkliche zu tun um zu lernen, mit bestem Ergebnis wahrgenommen.

Er besitzt eine sehr schnelle Auffassungsgabe und zeichnete sich durch ein sehr gutes Organisations-, Analyse- und Urteilsvermögen aus.

Wendete diese Fähigkeiten aber nicht an.

Natürlich tat er das, was ja auch weiter unten steht.

Herr X interessierte sich für alle praktischen Lernmöglichkeiten und hat die mit seinem Praktikum verbundenen Lernanforderungen stets sehr gut erfüllt.

Also, die *Lernanforderungen* hat er erfüllt,

Hallo?
Es geht um einen Praktikanten - genau DAS ist seine Aufgabe.

praktisch
gemacht hat er aber nichts?

Doch, wie es unten ja auch steht…

Er erwies sich als äußerst engagierter, gewissenhafter und selbstständig arbeitender Praktikant, der die ihm übertragenen Aufgaben jederzeit planvoll und systematisch erledigte.

Nette Formulierung für „eigenbrödlerisch und lahm“!

Dagegen spricht das „Planvoll“ und „Systematisch“ aber nun mal völlig.

Dabei zeigte er immer ein hohes Maß an Zuverlässigkeit.

Im Lesefluß würde ich an dieser Stelle noch sagen „Man konnte
von vorne herein damit rechnen, dass nichts bei rumkommt.“

Nein, im Lesefluss heißt das, dass man wusste, dass er mit Sicherheit auch seine Aufgaben erfüllte.

Seine Arbeitsergebnisse waren jederzeit von sehr hoher Qualität geprägt.

Die Arbeit selbst aber nicht.

Das ist doch ein Widerspruch.
Wie soll das Ergebnis stimmen, wenn die Arbeit nicht stimmt?!

Herr X erledigte die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Ein positiver Satz macht noch keinen Sommer.

Das sind eigentlich ausschließlich positive Sätze.

Auf Grund seiner freundlichen und zuvorkommenden Art wurde Herr X von allen Gesprächspartnern sehr geschätzt.

Siehe ein Zeugnis weiter unten: „Mit Vorsicht zu genießen“.

Weiterlesen, nicht hier aufhören und dann den Kontext finden!

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets einwandfrei.

Er hatte Mitarbeiter?!! Wohl eher nicht für bare Münze zu
nehmen der Satz.

Das ist bisher eigentlich der erst Fehler, dass da Mitarbeiter und nicht Kollegen steht - aber das erkennt eigentlich jeder auch als „Fehler“, dem man keine Bedeutung schenken sollte.

Auch interessant, dass er keinen Kundenkontakt hatte in dieser
Position. Oder war der so mies, daß man darüber besser
schweigt?

Ich würde einen Praktikanten, der nur 2 Monate bleibt, auch nicht auf Kunden loslassen…

Herr X verlässt unser Unternehmen nach Ablauf der vereinbarten Zeit.

Was wir nicht bedauern.

Sagte ich schon, dass es sich um einen Praktikanten handelt?

Wir danken ihm für die stets sehr gute und engagierte Mitarbeit

Aber nicht für die Ergebnisse…

…weshalb ihm im gleichen Satz auch WEITERHIN viel Erfolg gewünscht wird?

und wünschen ihm für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Positiver Nachsatz.

Öhm - das ist nur ein Satz.

Sorry Mike, ich bin auch eher der Miesepeter bei Bewertungen, aber hier ist es völlig unangebracht.

VG
Guido

Frage
Hi Guido,

ist ein Zeugnis, bei dem man wegen „fast nichts“ derart wortreich über den grünen Klee gelobt wird, ein gutes Zeugnis?
Zumal hier rein gar nichts Konkretes genannt wird?
Gruss,
TR

Hi!

ist ein Zeugnis, bei dem man wegen „fast nichts“ derart
wortreich über den grünen Klee gelobt wird, ein gutes Zeugnis?

Kommt darauf an, würde ich sagen…
HIER geht es ja um ein Praktikum.
Da würde ich es als wirklich hervorragende Bewertung sehen.

Bei einem normalen Zeugnis bleibt natürlich immer die Frage, warum man einen solchen Mitarbeiter gehen lässt - also in der Regel klar: Nein!

Natürlich kann ein hervorragendes zeugnis auch ganz normal für einen hervorragenden Mitarbeiter ausgestellt werden - dann sollte man aber den Rest der Bewerbung GENAU sichten…

VG
Guido