Praktikumszeugnis okay?

Hallo zusammen,

ich habe ein Zeugnis für mein 4,5-monatiges Praktikum im Recruiting
Office einer großen deutschen Firma erhalten, dass m.E. „nicht so
gut“ ist (sowohl vom Umfang als auch vom Inhalt).
Auf Internetrecherchen möchte ich mich jedoch nicht verlassen und
möchte deshalb um Hilfe bitten; könntet ihr das hier bitte mal
beurteilen:

  • Name, Vorname, Geb.datum, Dauer, Funktion, Bereich
  • Aufgabenbereiche nach meinen textlichen Vorgaben
  • und
    "Herr B. hatte während seines Praktikums Gelegenheit, sich mit allen
    anfallenden Aufgaben des Recruiting Office vertraut zu machen.
    Aufgrund seiner sehr guten Auffassungsgabe und seiner selbstständigen
    Arbeitsweise hat sich Herr B. schnell in die Aufgabenstellungen
    eingearbeitet. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war
    einwandfrei.

Wir wünschen Herrn B. für seinen weiteren beruflichen Werdegang alles
Gute und viel Erfolg."

  • Ort, Datum, Unterschriften

Ist sowas denn umfassend genug? Ich hab ja den Eindruck, andere
Zeugnisse enthalten mehr Beurteilungen… Oder ist das der übliche
Rahmen eines Praktikumszeugnisses?
Und was sagen denn die o.g. Sätze „auf deutsch“ aus?
Merkwürdig finde ich auch, dass lediglich von Vorgesetzen und
Kollegen gesprochen wird, wo ich doch auch viel Kontakt zu Bewerbern,
internen Kunden (eigene Abteilungen) und Externen
(Personalmarketingagenturen etc.) hatte.
Wie soll ich das alles einschätzen?

Ich gehe davon aus, daß die Firma insoweit mit
Zeugnisstandards/-sprache vertraut ist, denn schließlich hat sie
mehrere tausend Mitarbeiter und zudem etwa 40 Praktikanten im Jahr.

  1. Für mich liest sich der erste Beurteilungssatz ("…hatte während
    seines Praktikums Gelegenheit…") wie eine „mangelhafte“ Bewertung
    meiner Lern- und Arbeitsbereitschaft (nachdem, was mir auch
    http://www.jobworld.de/artikel/arbeitszeugnis/ übersetzt hat,
    bestätigt sich das).

  2. Mit den fehlenden Angaben zu Kunden/Bewerbern sehe ich das aber
    so: Wenns fehlt, ist eine negative Tendenz zu unterstellen…
    Ebenso genauso, dass keinerlei Dankesformel und Leistungsformel
    enthalten ist: Laut meinem Zeugnisbuch spiegelt das eine mangelhafte
    bis ungenügende Leistung wider… Oder?!

In meinen bisher anderen Praktikumszeugnissen werden auch noch
einzelne Erfolge aufgezählt bzw. Punkte, in denen ich die Abteilung
wirklich unterstützen/voranbringen konnte bzw. besondere Kenntnisse.
Sollte sowas nicht auf jeden Fall auch immer vorhanden sein, um sich
noch etwas „abzuheben“?

Und wie gehe ich vor, wenn das Zeugnis korrigiert werden sollte?
Eventuell führt mich mein Weg ja mal wieder in den Personalbereich
und da möchte ich natürlich ein entsprechend gutes Zeugnis auch
vorweisen können…

Vielen Dank schonmal im Voraus und
viele Grüße,
MAIK

Hallo Maik

Die Formulierung von Zeugnissen fällt von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich aus. Viele benutze Standardformulierungen die im Streitfall nicht anfechtbar sind.
Grob geschätz würde ich dein Zeugnis mit einer 3 bewerten.
Einige Aussagen (sehr gute Auffassungsgabe!) sind recht ordentlich und andere (sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war einwandfrei) nicht so super toll.
Aber vom Ausdruck her sind sie meiner Meinung nach nicht anzufechten.
Für ein Praktikum ist deine angegebene Formulierung auch ausreichend, immerhin warst du nicht jahrelang in diesem Unternehmen beschäftigt.

Hoffe das hilft dir weiter?

Schönen Abend noch :wink:
Gruß
Nelsont

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