Preisdiskriminierung allgemein

im skript steht, dass eine wichtige Bedingung für jede erfolgreiche Preisdiskriminierung allgemein ist, dass dir verbilligten Produkte nicht weiter veräußert (verkauft) werden können! bei Dienstleistungen ist deshalb Preisdiskriminierung leichter möglich als bei Gütern…

kann mir das vielleich jemand genauer erklären…
ich steig da irg. nicht durch.

mfg

Bitte bei der Auswahl eines Experten dessen Fachgebiete beachten. Ich bin kein BWLer.
Gruß, Jens

Hallo,
das mit der Preisdiskriminerung ist eine relativ einfache Sache:

Nehmen wir an, ich erziele auf dem Markt für das Gut, das ich verkaufe einen bestimmten Preis. Damit kann ich aber nur eine gewisse Menge meines Gutes verkaufen.

Es gibt aber Käufer, die würden das Produkt gerne kaufe, wollen (oder können) aber weniger dafür zahlen.
Eine Lösung dafür ist, dass ich diesen Leuten mein Produkt billiger verkaufe, während ich es den restlichen Marktteilnehmern zum normalen Preis verkaufe. Das ist die Preisdiskriminierung. Im täglichen Leben sieht man das bei Autos, die in anderen Ländern billiger verkauft werden oder bei Aldi, wo Markenanbieter ihre Produkte unter anderen Namen anbieten.

Das Problem dabei ist die Arbitrage: Die „ärmeren“ Marktteilnehmer können ihre billiger erworbenen Produkte an die anderen Marktteilnehmer zum Marktpreis verkaufen. Das funktioniert natürlich bei Gütern leichter als bei Dienstleistungen: Meinen Haarschnitt kann ich nicht so einfach weiterverkaufen. Bei Autos funktioniert es relativ gut, wie die EU-Reimporte zeigen.

Die Unternehmen versuchen natürlich die Arbitrage zu unterbinden. So werden die billiger verkauften Produkte unter anderen Namen verkauft (siehe Aldi) oder verbilligte Taschenbuchausgaben kommen erst später auf den Markt.

Ich hoffe, das hat Dir geholfen

ciao

fx

aber doch ein vwl oder nicht?
Mikro ist ja schließlich ein volkswirtschaftliches fach

also versuchen die Unternehmen ihre Marke zu „verschleiern“, damit die güter nicht weiterverkauft werden können?
warum ist jetzt bei Dienstleistungen eigentlich leichter möglich… irgendwie bin ich verwirrt.
aber wenn die unternehmen zb. ein und das selbe produkt (normalerweise kostet es zb 6 euro) nun für 2 euro verkaufen, dann machen sie doch auch weniger gewinn oder nicht?

ach ich bring alles durcheinander…
über eine antwort würde ich mich freuen…

Hallo BWL_Frager,
ich weiß nicht, was andere in meinen Profil lesen können, aber ich bin E-Technik Ing, habe Ahnung von Mikrocontrollern,…, sorry kein BWL, kein VWL

Hallo,

also versuchen die Unternehmen ihre Marke zu „verschleiern“,
damit die güter nicht weiterverkauft werden können?

Preisdifferenzierung funktioniert dann gut, wenn man die Märkte voneinander trennen kann, um die Kunden voneinander abzuschotten. Dann kann ich mein Produkt den einen Kunden teuer verkaufen und dem anderen billiger. Damit mache ich insgesamt mehr Gewinn, als wenn ich es allen zu einem mittleren Preis verkaufe.

Ich muss allerdings die Kunden daran hindern, selbst zwischen den Märkten hin und her zu wandern oder dass sie das Produkt von den Kunden des billigeren Marktes kaufen, da sich sonst ein mittlerer Marktpreis bildet, bei dem ich insgesamt weniger Gewinn mache.

Das Weiterverkaufen ist eher Thema bei Reimporten von Autos. Hier kann man die Märkte (Inland/Ausland) gut trennen. Es ist für die Käufer umständlicher, ins Ausland zu fahren, um schnell mal eben ein Auto zu kaufen. Allerdings entstehen dann Firmen, die von diesen Reimporten leben.

Bei einem Produzenten, der bei Aldi verkauft werden die Märkte (Markenkäufer/Discounterkunde) über das Verschleiern der Marke getrennt. Die Kunden würden sonst die Arbitrage selber machen, weil sie nicht einsehen würden, dass sie wo anders für exakt das gleiche Produkt mehr bezahlen sollen.

warum ist jetzt bei Dienstleistungen eigentlich leichter
möglich… irgendwie bin ich verwirrt.

Wenn VW sich entscheidet, seine Autos im Ausland billiger zu verkaufen, dann gibt es Firmen, die daran verdienen, diese Autos nach Deutschland zurück zu importieren und sie hier billiger zu verkaufen.
Wenn eine Frisörkette sich entscheidet, die Haarschnitte im Ausland billiger zu verkaufen als in Deutschland, wird das nicht so einfach funktionieren. Auch werden die Kunden nicht so schnell ins Ausland fahren, nur um sich die Haare schneiden zu lassen

Anderes Beispiel:

Gebe ich als Buchhändler Studentenrabatt, kann ich als Nicht-Student einen Studenten hinschicken und mir danach mit dem Studenten den Rabatt teilen.
Gebe ich als Frisör einen Studentenrabatt, dann bekommen die Haarschnitte auch nur Studenten. Einem Nicht-Studenten würde es wenig nützen, einen andern hinzuschicken.

aber wenn die unternehmen zb. ein und das selbe produkt
(normalerweise kostet es zb 6 euro) nun für 2 euro verkaufen,
dann machen sie doch auch weniger gewinn oder nicht?

Eine Firma verkauft ihr Produkt (sagen wir mal Kaffee) auf dem Markt „Markenkunde“ für 10 €. Dieser Markt und dieser Gewinn bleibt ihr. Verkauft die Firma dann ihren Kaffee unter anderen Namen bei Aldi für 8 €, ist das ein zusätzlicher Gewinn, weil sie dann mehr Kaffee verkauft. Andernfalls würde eine andere Firma den Kaffee bei Aldi verkaufen.

klar?

fx

ja vielen dank für deine geduld und deine vielen beispiele… jetzt hab ichs verstanden

Es tut mir leid, aber darauf weiß ich keine Antwort.
Mfg