Preise seit EUR-Einführung

Ich habe heute mal wieder ein Artikel über die Deutschen und Ihre Meinung zum EURO entdeckt:
http://de.news.yahoo.com/050117/286/4dmkv.html
Wie immer wünschen sich die Deutschen die D-Mark zurück.

Mich würde mal interessieren:

Es herrscht ja allgemein die Meinung, der Euro hätte alles teurer gemacht. Wenn ich mir allerdings die Inflationsraten der letzten Jahre anschaue kann ich da aber nichts besorgniserregendes entdecken.
Wieso hält sich diese landläufige Meinung so hartnäckig, und womit könnte man dies belegen. Oder womit widerlegen ?

Also ich persönlich finde den Euro o.k. ! Klar merke ich, dass vieles teurer gewiorden ist. Aber das ist es doch mit der DM damals auch. Die normale Preissteigerung halt.
Auch ich habe damals festgestellt, dass zum Teil in der Gastronomie aufgeschlagen wurde. Das war aber meiner Meinung nach einfach auf die Unfähigkeit mancher Gastwirte zurückzuführen, weil vielleicht die Meinung herrschte 1500 EURO Gewinn im Monat sei weniger als 3000 DM, und deshalb aufgeschlagen wurde. Die habens dann gemerkt, weil sie weniger Gäste bekommen haben. Das hat sich aber denke ich inzwischen gelegt.
Ich habe in meinem Job mit so vielen eingefahrenen Denkweisen und Vorurteilen gegenüber dem EURO zu tun.
Also, wie kann man belegen, was uns der EURO effektiv gebracht hat ?
Ich lasse mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen.

Hallo Stephan,

ich schreibe hier ausdrücklich nicht als Experte, sondern als Otto Normaluser.

Mich würde mal interessieren:

Es herrscht ja allgemein die Meinung, der Euro hätte alles
teurer gemacht. Wenn ich mir allerdings die Inflationsraten
der letzten Jahre anschaue kann ich da aber nichts
besorgniserregendes entdecken.
Wieso hält sich diese landläufige Meinung so hartnäckig, und
womit könnte man dies belegen. Oder womit widerlegen ?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Preise im Herbst vor der Euro-Einführung stark stiegen, so dass man dann im Januar sagen konnte: „Die Preise sind gleich geblieben!“ *grunz*
Außerdem traue ich Inflationsstatistiken nicht. Meiner Dispo-Warnung schon.

Die normale Preissteigerung war das nicht, ich habe viele Bekannte, die als Handwerker arbeiten, und da rieben sich die Meister die Hände zur €-Einführung; einige haben sich wohl mit 1:1 Preisen die Nase vergoldet…

Auch ich habe damals festgestellt, dass zum Teil in der
Gastronomie aufgeschlagen wurde.

Und nicht nur da. Mal ehrlich: Ins Kino für fast 20 Mark?? Fünf Rosen für 25 Mark?? Hätte ich nie bezahlt. Aber in Euro hört sich das ja ganz anders an. Nur schade, dass ich jetzt nicht auch 3000€ netto habe, sondern immer noch den gleichen Hungerlohn nach Hause schleppe. Ach ja: gab ja grad 1,5% mehr Lohn. Super, danke! *ironie*

Ich habe in meinem Job mit so vielen eingefahrenen Denkweisen
und Vorurteilen gegenüber dem EURO zu tun.

Ich habe kein Vorurteil gegen den Euro. Ich finde es positiv und nett, im Ausland nicht mehr wechseln zu müssen. Aber dass er als Abzockmöglichkeit genutzt wurde, ist doch klar. Geldautomatengebührenerhöhungen, Gasrechnung, selbst die betriebsinterne Privatgesprächrechnung fürs Fon wird zu meinen Ungunsten gerundet.

So long

MainBrain

Hallo!

Anfangs Januar 2002 wurden einige Preise stark erhöht, die sich ins Bewusstsein der Bevölkerung besonders markant einprägten (wie zum Bsp. Preise in Restaurants, sowie bestimmte Nahrungsmittel - wie z.B aufgrund der außergewöhnlichen Kälteperiode Tomaten, natürlich auch gewisse Dienstleistungen… wie z.B. ein Schlüsseldienst (würde ich solche Stundensätze bei dieser relativ unqualifizierten Arbeit verlangen, wäre ich glücklich).

Aber diese Güter gehen eben in den Verbraucherindex nur unwesentlich ein. Mieten, z.B. wurden 1:1 umgestellt. Computer, Einzelhandelsketten wurden billiger.

So ist die tatsächliche Inflationsrate etwa im April 2002 1,5% gewesen.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.
Gruß

Hallo.

Am besten fragt man eine neutrale Instanz, z.B. das Statistische Bundesamt: http://www.destatis.de/presse/deutsch/pk/2003/vpi_pr…
(Seite 2ff) Aha: einige schwarze Schafe (oder Mathenieten) haben den Euro zur 1:1 Absahne genutzt…
Aber irgendwo kann man das Gefühl in der Bevölkerung ja auch verstehen: erst sind die Preise lt. Bild-Zeitung „ins Bodenlose“ gefallen und danach wieder gestiegen. Zudem war die Umrechnung ungewohnt.

HTH
mfg M.L.

man braucht keine Argumente gegen den euro. Man gehe einfach hin und rechne um:

ein Brötchen 50 - 95 Cent / Hätte ich früher 1, 80 für ein Mehrkorn bezahlt?

ein T-shirt 9,90n euro im Schlussverkauf / im Schlussverkauf gabs die für weit unter 5 Mark.

Miete: okay vorher 1200 jetzt 650 eher normal und moderat.

Blumen wurden schon erwähnt.

Curry/Pommes/weiss (Mantaplatte) früher unter 5 mark, jetzt nur noch 4, 80 euro.

bei aller Liebe aber nicht solche Sprünge in 5 Jahren.

gruss

Am besten fragt man eine neutrale Instanz, z.B. das
Statistische Bundesamt
http://www.destatis.de/presse/deutsch/pk/2003/vpi_pr…

Danke für den Link. Sehr hilfreich.
Dann ist es also wirklich „größtenteils nur“ eine gefühlte Inflation.

Zudem war die Umrechnung ungewohnt.

Das Gefühl habe ich bei vielen auch.
Man war es ja gewohnt, immer 500 Mark auf dem Girokonto als Reserve zu lassen. Jetzt seit dem Euro sind es „nur“ noch 250 (Euro) Oh Gott, nur noch die Hälfte !
Ein Beispiel, was ich oft erlebe !

Meinst Du, dass das Problem in anderen Ländern nicht ganz so massiv ist, in denen die Umrechnung nicht so „einfach“ war wie in Deutschland? Weil sich die Menschen einfach näher damit beschäftigen und richtig umrechnen mussten? Spanien oder Frankreich zum Beispiel. (Oder Griechenland) ?

Wie reagierst Du, wenn Du in Diskussionen über den Euro gerätst, und es mit zum Teil unwahren oder unbegründeten Meinungen zu tun hast ?

Nochmal hallo.

Man muss auch mal sehen, dass die Steuern & Abgaben mittlerweile etwas gestiegen sind und da macht es schon einen fühlbaren Unterschied aus, wieviel Geld man für eine Ware bezahlt und wieviel Geld man selbst behält. Daher vielleicht die Euro-Teuro Debatte…(*)
Was heisst „in anderen Ländern…nicht so massiv“ ? Also ich habe noch keinen Artikel darüber gelesen, dass ‚andere Länder‘ ähnliches empfinden. Vielleicht les’ ich doch die falschen Presseberichts :smiley:
Und in Debatten von wg. Euro und den Vorstellungen darüber war ich noch nicht richtig verwickelt, von daher würde ich schweres Geschütz (also konkrete Statistiken) auffahren um meine Position zu untermauern. Z.B. die, das der Euro nur für Leute mit Sinn für’s Geld gut ist… Oder dass eine schwache Währung die Arbeitslosigkeit verringern hilft (mit den richtigen Begleitumständen !). Noch ein Link gefällig ? http://de.news.yahoo.com/050119/295/4dq0h.html

(*) Ich vermute mal, dass bei einer hohen Geldmenge der konstante relative Anstieg als weniger hoch empfunden wird als bei einer umgerechneten geringeren Geldmenge. Hat evtl. mit Grenznutzen zu tun…?

mfg M.L.

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http://de.biz.yahoo.com/050119/330/4dq0s.html

Hallo,
auch beim Link des statis. Bundesamt den Preisindex auf
S 64 gesehen ??
Verbrauchsgüter von 1999 auf 2000 Preissteigerung +4,7 %

Und ein weiteres Phänomen, was ich mir als jemand der im Handel ist,
nicht erklären kann…:
In den DM Zeiten kosteten Produkte beim Discounter in der Regel
mit der Endung ,99 oder ,95 cent—
Nach Euro-Umrechnung hätten wir dann (wie in Frankreich wo es gesetzlich vorgeschrieben wurde) krumme Preise a la 0,34 Cent
0,42 Cent etc pp

Komisch wenn ich mir heute mal so die Discounter betrachte…

0,49 Cent, 0,89 Cent

Einige Produkte sind unverhältnismäßig hoch angestiegen,
andere haben sich reduziert…
daher kommt der statistische Preisindex zustande
(Interessanterweise werden dort auch zur Ermittlung solche Steigerungsraten wie Telegramm mit berücksichtigt…)

Der gefühlte Wert liegt höher und da in den letzten Jahren die meisten Einkommen in Höhe Inflationsrate gestiegen sind, sieht
es schlimmer aus als es ist.

Ach ja…und wer hat nicht Urlaubsgeldkürzungen, Weihnachtsgeldkürzungen etc hinnehmen müssen-…
Ergo fühlt es sich noch teurer an.

So sehe ich es…
Grüße
Christian