Preiselastizität der Nachfrage

Hallo Leute,

vielleicht kennt sich ja einer von euch mit dem Thema Preiselastizität der Nachfrage gut aus…

Die Ausgangslage:
Ein Unternehmen (Unternehmen als Nachfrager) steht vor 2 Entscheidungen. Einmal das halten eines bestimmten Rohstoff und das einführen eines neuen Rohstoffs. Diese sind einzeln zu betrachtetn und haben keinen Zusammenhang. Als Entscheidungshilfe soll die Preiselastizität der Nachfrage dienen.

Die Einflussgrößen auf die Preiselastizität sind:

  • Substituierbarkeit
  • Wichtigkeit des Guts im Betrieb
  • Anteil des Guts am Budget
  • Zeithorizont (kurzfristig, langfristig)

Zu meiner eigentlichen Frage:
Nach meiner Überlegung müsste es ja zwei Ebenen geben. Einmal die Ebene des Markts: Substituierbarkeit von dem Produkt allgemein (bsp. Butter) etc. Diese Ebene sollte ja vor allem Interessant beim Preis sein. Das heißt ist beispielsweise ein Produkt sehr Preisunelastisch wird der Preis bei Verschiebungenen des Angebots überpropertional steigen.
Ein Unternehmer brauch diese Informationen also um abschätzen zu können, ob es womöglich zu starken Preissteigerungen kommen kann.

Auf der zweiten Ebene wäre dann die Unternehmung. Die selben Einflussgrößen sind ja trotzdem wichtig für die jeweilige Unternehmung, ob sie ein Rohstoff halten etc. Aber Preiselastizität ist nach meiner Auffassung ein Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf Marktebene. Kann man also auf dieser Ebene trotzdem von Preiselastizität der Nachfrage sprechen? Gibt es diese Ebene aus der Sicht der Nachfrageelastizität?

Wenn ihr jetzt kein Wort verstanden habt könnt ihr mir vielleicht trotzdem mit Tipps für gute Literatur in der Thematik helfen.

Hallo,

ich bin kein Experte für Preiselastizität der Nachfrage. Ich kenne diesen Begriff nur bzgl. des allgemeinen Marktes, wo die Nachfrage die Summe der Nachfrage aller Unternehmen/Konsumenten ist.
Ein Unternehmen muss die Preiselastizität eines Gutes als gegeben
hinnehmen, da die eigene Nachfragemenge zu gering ist um den Preis zu beeinflussen.

Also kann man vielleicht beide Ebenen strikt trennen. Also die Ebene des Marktes und die Ebene des Unternehmens. Das Unternehmen nimmt die Ebene des Marktes als gegeben hin. Die Nachfragekurve des Unternehmens kann sich aber von der Nachfragekurve des Marktes unterscheiden. PE (Preiselastizität des Gutes) kann anders sein als PE_U (Preiselastizität bzgl. Nachfrage des einzelnen Unternehmens). Ob man im letzten Fall aber noch von Preiselastizität spricht oder ob es evtl. einen anderen Fachbegriff gibt weiß ich nicht.

Als Literatur kenne ich nur die normalen VWL-Bücher und leider kein spezielles Buch, das diese Thematik behandelt.

Vielleicht konnte ich trotzdem etwas helfen,

Gruß
Andreas

Hallo,

ganz genau kenn ich Dir die Frage nicht beantworten, aber ich versuche es mal:

Zunächst: Die Preiselastizität der Nachfrage hat mit der Angebotskurve nichts zu tun. Es ist ein Mass dafür, wie sich die Nachfrage mit dem Preis ändert. Damit beschreibst Du also nur die Nachfragekurve.

Da man bei gegebener Kurve auch den umgekehrten Einfluss damit beschreiben kann (also die Preisänderung bei Nachfrageänderung), ist die Preiselastizität auch ein Mass, wie sehr sich der Preis bei schwankender Nachfrage verändert und das ist durchaus für ein Unternehmen interessant, vor allem wenn an sich von einem Rohstoff abhängig macht. Die Angebotskurve ist hier als Zusatzinformation nicht nötig. Die würde nur sagen, welcher Gleichgewichtszustand sich einstellt.

Das kann man nun auf die Einflussgrössen herunterbrechen:

Wichtigkeit des Guts/Anteil am Budget: Je kleiner diese Größen sind ist, desto weniger spielen Preisänderungen (und damit die Elastizität der Nachfrage) eine Rolle.
Ist der Anteil für alle Unternehemn gering, hat das auf die Elastizität den Einfluss, dass sich die Nachfrage bei Preisänderungen wenig ändert, da die Unternehmen dann wenig Anlass haben, auf Preisänderungen zu reagieren.

Substituierbarkeit: Das kann man sich mit Butter und Margarine erklären. Wird Butter teuer, steigen die Nachfrager auf Margarine und damit ist die Elastizität hier hoch (steigende Preise, stark sinkende Nachfrage). Das ganze kann man noch zwischen Kurz- und Langfristig unterscheiden. Öl kann kurzfristig kaum substituiert werden, langfristig in einigen Bereichen durchaus.

Ich hoffe, ich habe Dir damit geholfen.

ciao

fx

Vielen Dank schonmal für eure Antworten!

@Franz X. Ist der umgekehrte Effekt (Preisänderung bei Nachfrageänderung) in irgend einer Literatur zu finden? Ich hab dafür schonmal versucht passende Literatur zu finden, aber finde leider nix.
Ich muss im Rahmen meiner Arbeit leider alle Aussagen beweisen.

Viele Grüße,
Niklas

Hallo,

Literatur dazu kann ich Dir nicht nennen. Ich würde es mathematisch beweisen. Vielleicht als Skizze:

Bei der Abhängigkeit des Preises von der Nachfrage wird P als f(x) (x = Menge) dargestellt.

Ist P monoton fallend (nicht unbedingt streng monoton), dann ist die Funktion umkehrbar und es gilt x = g§.

Das Kriterium monoton fallend gilt fast immer.

Damit ist es möglich aus der Preiselastizität der Nachfrage eta (x,P) = dx/dP*(P/x) die Nachfragelastizität des Preises eta (P,x) = dP/dx (x/P) auszurechnen. Bei einfachen linearen Funktionen reicht da oft die Kehrwertbildung.

Das ist dann das, was mich als Unternehmen interessiert, nämlich wie stark meine Mitbewerber den Preis des Rohstoffs beeinflussen können.

Viele Grüße

fx

Hallo,

Hm, das ist nichts, was man mal eben beantworten könnte. Mir ist auch nicht klar, wie die Entscheidungen Halten Rohstoff und Einführen Rohstoff unabhängig voneinander sein können. Die Ebene des Marktes ist sicher im Ansatz nicht falsch dargestellt, bei der zweiten Ebene bin ich mir nicht sicher. Ich würde mal die einschlägigen VWL-Journals nach den entsprechenden Stichwörtern durchforsten.

Viele Grüße,
Tina