wer hat diesen Artikel geschrieben und wann hat er (sie) ihn geschrieben?
„Der individualistische Geist hatte England innerlich an den Rand des Abgrunds gebracht. Eine Reaktion mußte kommen. Sie kam: ein neuer Geist begann sich in England Bahn zu brechen. Seine Vorkämpfer waren die Theoretiker des Chartismus, waren die christlichen Sozialisten, waren die Führer der Genossenschaftsbewegung , … vor allem Carlyle. Die Gedankenrichtung, die sie vertraten, war die soziale, historische, organische; was dasselbe bedeutet: die militaristische, die deutsche. … das beherrschende Erlebnis im Leben dieses großen Schotten (Carlyle) war die innere Überwindung der individualistischen französischen Aufklärungsphilosophie, der atomistischen englischen Nationalökonomie und die Entdeckung der organischen, synthetischen deutschen Philosophie. Carlyle war begeisterter Bewunderer deutschen Wesens, glühender Anhänger der Ideen der deutschen Philosophie. Alle Männer und Richtungen im England des 19. Jahrhunderts, die von schöpferischer Bedeutung sind, stehen unter dem Einflus Carlyles, unter dem Einfluß deutschen Geistes… Wäre dieser Prozeß friedlich weitergegangen, er hätte schließlich mit der völligen Überwindung des alten individualistischen Geistes geendet; die Vertreter dieses Geistes spürten es sehr wohl. Als sie friedlich ihre Position nicht mehr wahren konnten, entfesselten sie den Krieg, der Deutschland und den militärischen Geist vernichten sollte. … Die Parole: Nieder mit dem Militarismus! verkörpert in diesem Kriege das rückschrittliche Element, ein Sieg der Parole wäre ein Sieg des 17. und 18. Jahrhunderts über das 19. und 20. Weil Deutschland das fortschrittliche Prinzip verkörpert, ist es des Sieges sicher. Deutschland wird siegen, und die Welt wird vom militaristischen Geiste beherrscht werden. Wer Lust hat, mag es bedauern und Klagelieder anstimmen; es hindern zu wollen, ist eine Torheit und ein Verbrechen gegen den Genius der Geschichte, das begangen zu haben England und Frankreich noch schwer werden büßen müssen.“
Bin gespannt, ob das jemand rausbekommt! 
Grüße
Raimund
Carlyle
moin Raimund,
wer hat diesen Artikel geschrieben und wann hat er (sie) ihn
geschrieben?
keine Ahnung, aber das:
Carlyle war begeisterter
Bewunderer deutschen Wesens, glühender Anhänger der Ideen der
deutschen Philosophie. Alle Männer und Richtungen im England
des 19. Jahrhunderts, die von schöpferischer Bedeutung sind,
stehen unter dem Einflus Carlyles, unter dem Einfluß deutschen
Geistes…
ist schon recht amüsant. Wer auch immer das geschrieben hat, hatte nicht allzuviel Ahnung von Carlyle oder dem Stellenwert, den Carlyle mit seinen Ideen in der englischen Gesellschaft einnahm.
Carlyle war im Wesentlichen ein Übersetzer und Deuter der Werke Goethes und Schillers (ich vermute mal, damit sind die „deutschen Philosophen“ gemeint). Später kam er über ein paar abstruse, an den Sozialisumus erinnernde Ideen zu einem eher despotischen Weltbild. Hier dürfte allerdings eher seine strenge, puritanische, schottische Erziehung beigetragen haben, als der „Einfluss des deutschen Geistes“ *gg*. Carlyle war immer sehr religiös und glaubte an einen persönlichen Gott.
Es sollte daher kaum verwundern, dass Carlyle Preussen und das, was Preussen verkörpert, klasse fand.
In England war er jedoch eher als Literaturwissenschaftler und Historiker bekannt. Insbesondere seine Werke zu Goethe und Schiller, sowie über die Französische Revolution fanden dort Beachtung.
Nun ja, dein (noch) unbekannter Autor kann natürlich auch eine gehörige Portion Wunschdenken in Cyrlyle und die englische Gesellschaft hineininterpretiert haben 
Gruss
M.
hallo Marion,
ich warte noch bis Morgen. Dann löse ich das Rätsel auf.
Dir wird die Kauleiste runterfallen, wenn Du ließt, wer dieser Verehrer deutschen Geistes war (er/sie lebt nicht mehr).
Grüße
Raimund
Auflösung: Nahum Goldmann, 1915
Präsident des Jüdischen Weltkongresses!
Hättet Ihr es gedacht?
Grüße
Raimund
Präsident des Jüdischen Weltkongresses!
Hättet Ihr es gedacht?
Warum denn nicht ???
Was war denn das für ein Landsmann ? Deutscher ?
Gruss
Marion
Goldmann, Nahum
(1895-1982) Zionistischer Politiker. In Litauen geboren, in Deutschland aufgewachsen, 1933 in die Schweiz emigriert. Goldman setzte sich in verschiedenen Positionen für das Judentum ein. Er versuchte die Anwendung antijüdischer NS-Maßnahmen in Oberschlesien zu verhindern, rief zum Schutz der Juden und zum Boykott der Nationalsozialisten auf. Er versuchte die Öffentlichkeit zu motivieren, den Juden in Europa zu helfen und stellte 1944 das erste umfassende Programm für die Rehabilitation von Juden nach dem Krieg vor, einschließlich der Forderung nach Reparationen und Entschädigungen durch Deutschland und die Bestrafung der NS-Verbrecher. Bei Kriegsende kämpfte Goldmann um Einreisegenehmigungen für die Überlebenden nach Israel und um den Wiederaufbau der zerstörten jüdischen Gemeinden. Goldmann war einer der Initiatoren und jüdischen Vertreter bei den Wiedergutmachungsverhandlungen zwischen Israel und der Bundesrepublik.
Grüße
Raimund
moin Raimund,
und ? wo ist die Pointe ?
fragt
etwas ratlos
Marion
hallo Marion,
die Pointe liegt darin, dass ein Oberzionist eine Lobeshymne über die deutsche, zukunftsträchtige Lebensart schreibt.
Grüße
Raimund
moin Raimund
die Pointe liegt darin, dass ein Oberzionist
anhand der von dir hier geposteten Informationen kann ich nicht erkennen, dass Goldmann ein „Oberzionist“ war. Mir kommt es eher so vor, als wäre er ein fähiger und weitsichtiger Politiker gewesen.
eine Lobeshymne
über die deutsche, zukunftsträchtige Lebensart schreibt.
In dem Text ging es wohl vornehmlich um den Militarismus Preussens und des Kaiserreiches. Vielleicht ist dir nicht bekannt Raimund, dass auch jüdische Deutsche bei der Verteidigung ihrer deutschen Heimat im ersten Weltkrieg militärisch ausgezeichnet wurden. Dies hat die Nazis ein paar Jahre spätter denoch nicht daran gehindert, diese Deutschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit in die Gaskammern zu schicken.
Falls du allerdings hier andeuten willst, die Todesmaschinerie der Nazis befände sich in irgendeiner Tradition der „preußischen Tugenden“ und der Kaiserlichen Armee, dann frag mal einen von Staufenberg, ob der das genau so sieht.
Gruss
Marion