Preisgestaltung bei Fahrradzubehör

Hallo,

ich habe ein Angebot eines asiatischen Herstellers dessen Produkt, eine Beleuchtung fürs Fahrrad, in Deutschland zu vertreiben.
Da ich die Margen in der Fahrradbranche nicht kenne folgende Frage:
Kann mir jemand eine ungefähre Kalkulationsgröße nennen wenn ich meinen Einkaufspreis kenne und nun einen Großhandelspreis, einen Einzelhandelspreis und den Endkundenpreis kalkulieren möchte?

Danke für jede Hilfe,

Klaus

Da ich die Margen in der Fahrradbranche nicht kenne folgende
Frage:
Kann mir jemand eine ungefähre Kalkulationsgröße nennen wenn
ich meinen Einkaufspreis kenne und nun einen Großhandelspreis,
einen Einzelhandelspreis und den Endkundenpreis kalkulieren
möchte?

Hallo Klaus,

Grundlage jeder Kalkulation ist die Kenntnis aller Kosten. Das ist mehr als nur der Einkaufspreis. Wieviel Kapital wird gebunden? Wie häufig wird das Lager umgeschlagen, also wie lange bindest Du das Kapital? Welche Zahlungsfristen gewährt Dir der Lieferant, innerhalb welcher Zahlungsfrist zahlen Deine Kunden? Welche Lagerkosten entstehen? Personalkosten? Verwaltung? Kosten der Abwicklung des Imports? Kosten für Werbung und Bemusterungen (kann beträchtlicher Teil der Gesamtkosten sein)? Wie ist die Gewährleistung geregelt?

Ohne genaue Kenntnis dieser Kosten fällst Du schmerzhaft auf den Bauch. Ohne diese Kenntnisse hast Du nicht die geringste Chance, auch nur ein einziges Gespräch mit einem Einkäufer durchzustehen. Mit irgendwelchen Faktoren (Einkaufspreis mal soundsoviel) kommst Du nicht weiter. Bei diesen Gesprächen wird eben nicht wie auf dem Basar nur um den Betrag gefeilscht. Da wird vielmehr an den Kostenstellschrauben gedreht. Du gibst z.B. beim Preis nach, verkürzt dafür aber die Zahlungsfrist.

Außerdem muß bekannt sein: Wettbewerbssituation, Marktgröße, welcher Anteil des Segments kann realistisch angestrebt werden. Ferner wirst Du mit nur einem einzigen importierten Zubehörprodukt einen sehr schweren Stand bei Großhändlern haben, sofern es überhaupt gelingt, einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Aus Deiner Fragestellung ergibt sich ohne weiteres, daß Dir genaue Branchenkenntnis und kaufmännisches Wissen fehlen. Das sind die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für jede Art von Geschäft (übrigens auch für Kredit). Deshalb kann der dringende Rat nur lauten: Lasse die Finger davon! Ein Newcomer, der die Branche nicht kennt und sein Geschäft nicht versteht, geht gnadenlos unter. Wer das vorher nicht glauben wollte, dem stehen 7 magere Jahre bevor. So lange dauert die Entschuldung über ein privates Insolvenzverfahren nämlich mindestens.

Gruß
Wolfgang

Nicht gleich so negativ

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Was soll an einer realistischen Sichtweise negativ sein?
Fehlende Informationen, fehlende Sachkenntnisse, unzutreffende Einschätzungen, enttäuschte Hoffnungen, das sind echte Negativmerkmale.
Eine Warnung zur rechten Zeit, mit Fakten belegte Bedenken, Öffnen der Augen, Aufdeckung gefährlicher Fallen - das halte ich für unbedingt positiv.

Wenn ich deutlich sehe, daß jemand im Begriff ist, sich aus Unkenntnis palettenweise für ihn nicht absetzbare Teile ans Bein zu binden, bei denen er hinterher froh sein kann, wenn ihm ein Restpostenverwerter das Zeug weit unter Einkaufspreis abnimmt, dann sollte das vorherige Aufzeigen der Problematik ein Grund zur Freunde sein!

Ohne kaufmännisches Wissen und ohne Branchenkenntnis fährt man jede Selbständigkeit binnen kürzester Frist an die Wand. Wenn jemand diese Binsenweisheit mißachtet, hat er an den finanziellen Folgen Jahre zu tragen. Regelmäßig gesellt sich zum Wissensdefizit auch noch fehlendes Eigenkapital. Das Ganze wird von vornherein eine Totgeburt ohne die geringste Chance.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang
Hatte auch einen schönen Artikel geschrieben aber irgendeine
rote Schrift wollte meinen Artikel nicht.
Du kennst noch nicht einmal die Umstände und rätst ab.
Wollte vorschlagen das er mal zu IHK geht und die Umstände
prüfen läßt,den die haben den nötigen Sachverstand und sagen ihm schon wenn sie es negativ sehen.
Zum größten Teil gebe ich dir Recht aber wo bliebe das Unternehmertum ohne Risiko den jedes Geschäft birgt seine
Risiken oder?

Gruß Peter

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Du kennst noch nicht einmal die Umstände und rätst ab.
Wollte vorschlagen das er mal zu IHK geht und die Umstände
prüfen läßt,den die haben den nötigen Sachverstand und sagen
ihm schon wenn sie es negativ sehen.
Zum größten Teil gebe ich dir Recht aber wo bliebe das
Unternehmertum ohne Risiko den jedes Geschäft birgt seine
Risiken oder?

Hallo Peter,

stimmt ganz sicher: Ohne Kenntnis der Umstände kann man nichts beurteilen.

Es gibt aber ein paar Voraussetzungen, die stets gegeben sein müssen. Dazu gehören nun einmal u. a. kaufmännisches Wissen und Branchenkenntnis. Wenn es an dieser Stelle hapert, kann von unternehmerischer Risikobereitschaft keine Rede mehr sein. Dann ist das Handeln irgendwo im Dreieck zwischen Naivität, Dummheit und Leichtsinn einzuordnen.
Es gibt schon noch genug verbleibende Risiken, vom Währungsrisiko, über Forderungsausfall bis zu Qualitätsmängeln.

Und was Fragen an die IHK oder irgendwelche anderen Berater, einschließlich Steuerberater, angeht: Das Risiko, bzw. die Folgen bei Eintritt des Risikofalls trägt der Unternehmer und nicht der Berater. Grundlage für jegliche Handlungen (insbesondere des persönlich haftenden Unternehmers) kann immer nur die eigene Sachkenntnis sein. In den Dienstzimmern der IHK sitzen Angestellte einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Oder anders ausgedrückt: Würdest Du einen katholischen Pfarrer fragen, welche Stellung beim Sex den meisten Spaß macht?

Gruß
Wolfgang

Hallo,

eigentlich sollte er bereits beim Beantragen des Kredits bei der Bank scheitern - mittlerweile gibt es aber auch Banken, die jeden Scheiss finanzieren, ohne die Existenzgründung überhaupt zu prüfen. Desshalb denke ich, dass es wichtig ist, dass diese Existenzgründer auf die Risiken hingewiesen werden !

Grüsse

Sven

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Hallo Wolfgang
Im Prinzip gebe ich dir Recht.
Ich muß aber sagen das mir die Leute von der IHK sehr
hilfreich waren.
Das ging soweit das sie zu uns kamen (80Km) und ein halber Tag
das Für und Wieder mit uns besprochen haben.(Einzelhandel)
Natürlich kann man nicht genug warnen, aber man sollte nicht gleich nein sagen.
Und nun zu deiner Aussage in Richtung kat. Pfarrer, wie!! die
Pfarrer kennen sich in Sache Sex nicht aus, woher kommen dann die viele schwangere Pfarrköchinnen.
Gruß Peter

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Und nun zu deiner Aussage in Richtung kat. Pfarrer, wie!! die
Pfarrer kennen sich in Sache Sex nicht aus, woher kommen dann
die viele schwangere Pfarrköchinnen.

Das kommt genau daher, daß die kath. Pfarrer keine Ahnung von Sex nur so zum Spaß haben. Die denken an den Papst und dann kommt „…mehret euch“ dabei heraus.

Gruß
Wolfgang

Hi!

Es gibt aber ein paar Voraussetzungen, die stets gegeben sein
müssen. Dazu gehören nun einmal u. a. kaufmännisches Wissen
und Branchenkenntnis. Wenn es an dieser Stelle hapert, kann
von unternehmerischer Risikobereitschaft keine Rede mehr sein.
Dann ist das Handeln irgendwo im Dreieck zwischen Naivität,
Dummheit und Leichtsinn einzuordnen.
Es gibt schon noch genug verbleibende Risiken, vom
Währungsrisiko, über Forderungsausfall bis zu
Qualitätsmängeln.

…was hier v.a. genau betrachtet werden muß.
Ich würde mir vorher 3 mal im Abstand von 1 Monat Musterkollektionen schicken lassen.
Denke nur an evtl. Haftungsansprüche wenn es um beispielsweise Fahrradbremsklötze geht…
Schließlich bist Du zu Anfang höchstwahrscheinlich eine Personengesellschaft, was bedeutet, daß Du mit Deinem gesamten Privtvermögen haftest.

Und was Fragen an die IHK oder irgendwelche anderen Berater,
einschließlich Steuerberater, angeht: Das Risiko, bzw. die
Folgen bei Eintritt des Risikofalls trägt der Unternehmer und
nicht der Berater. Grundlage für jegliche Handlungen
(insbesondere des persönlich haftenden Unternehmers) kann
immer nur die eigene Sachkenntnis sein. In den Dienstzimmern
der IHK sitzen Angestellte einer öffentlich-rechtlichen
Körperschaft. Oder anders ausgedrückt: Würdest Du einen
katholischen Pfarrer fragen, welche Stellung beim Sex den
meisten Spaß macht?

Ich bin ja fast abgebrochen, als ich das las!!!
Herrlich, Wolfgang!
Allerdings angeschts unseres Pfarrers hier in der Gemeinde…
Von dem kann man(n) eher noch was lernen…

Was Deine übrigen Statements betrifft, hast Du völlig recht.
Spätestens wenn es an die Steuererklärung oder an Personalfragen geht, ist Fachwissen völlig unabdingbar.

Allerdings ist bzgl. Existenzgründung die IHK durchaus eine Anfrage wert, denn die Leute dort sind entgegen der landläufigen Meinung nicht alles beamtenähnliche Schnarchsäcke, sondern vielmehr sehr daran interessiert, leistungsfähige neue Zwangsmitglieder zu kreieren. Was auch immer man von der modernen Version des deutschen Zünftewesens halten mag - für einen Existenzgründer bieten die Jungs gute Hilfen.
Irgendwie müssen die Leute es ja auch lernen. Es gibt schließlich genügend Unternehmen, die von nicht BWLern gegründet wurden.

Grüße,

Mathias