Preisverhandlung Haus

Hallo zusammen!

Wir (mein Freund und ich) möchten ein Haus kaufen. Jetzt haben wir auch eins gefunden, dass evtl. in Frage kommt. Heute werden wir es uns ein zweites Mal genau ansehen. An dem Haus ist noch einiges zu machen: z.B. muss das Dach neu gedeckt werden, die Terasse ist noch eine Baustelle und einige Kleinigkeiten (Verkleidungen etc.) im Haus sind noch zu tun. Wir haben eine genaue Aufstellung gemacht und wissen ziemlich genau welche Kosten noch auf uns zu kommen würden.

Daraus ergibt sich für uns ein Preis den wir bereit sind zu zahlen. Der liegt allerdings um etliches unter dem Wunschpreis des Verkäufers (der Makler deutete allerdings an, dass unser Preis nicht unrealistisch ist). So, lange Rede - kurzer Sinn:

Wie geht man am besten in so eine Preisverhandlung? Wieviel Prozent sind üblicherweise „rauszuholen“? Ist es besser um jede Reparatur zu schachern, oder einfach unseren Preis nennen und etweder er geht mit oder nicht. Habt ihr ERfahrung? Was würdet ihr uns raten?

Gruß, Claudia

Hallo Claudia,

Daraus ergibt sich für uns ein Preis den wir bereit sind zu
zahlen.

Wie geht man am besten in so eine Preisverhandlung? Wieviel
Prozent sind üblicherweise „rauszuholen“?

es ist schlicht so, daß es da keine allgemeinen Ratschläge gibt.
Der Verkäufer möchte möglichst viel für sein Haus kriegen, ihr wollt möglichst wenig zahlen, soweit klar.
Details wären z.B.
Muß der Verkäufer verkaufen, oder will er nur.
Hat er andere Interessenten, oder seid ihr (momentan) die einzigen.
Wie lange bietet er das Haus schon an.
Gibt es in der Umgebung vergleichbare Objekte, die zum Verkauf stehen.
Wie ist in der Gegend allgemein das Angebot / die Nachfrage.

Wir haben damals ein Haus gesehen, einen Preis geboten gekriegt, der uns zusagte, haben dann aber etwas mehr zahlen müssen, weil ein anderer mehr zahlen wollte als der ursprünglich inserierte Preis.

Wenn ihr das Haus unbedingt haben wollt, solltet ihr nicht zu sehr pokern, es kann was brigen, kann aber auch nach hinten los gehen.

Am besten ihr erkundigt euch, wie lange das Haus schon angeboten wird und haltet mit dem Verkäufer dann ein ehrliches Gespräch ab.
Das sind wir bereit zu zahlen, kriegen wir das Haus dafür oder nicht.
Etwas tiefstapeln ist OK, damit ihr etwas entgegenkommen könnt und dann verhandeln.

Wenn er z.B. sagt, daß er 250.000 Euro haben will, ihr aber nur 200.000 Euro bietet, (und das auch begründet) werdet ihr euch vielleicht bei 220.000 Euro treffen (oder bei 210.000 oder bei 230.000). Es läßt sich eben nicht sagen, wieviel drin ist.

Im schlechtesten Fall habt ihr dann Erfahrung gesammelt.

Hallo Gandalf,

danke für Deine nette und schnelle Antwort. Wir haben uns das Haus am Freitag nochmals genau angesehen und dabei einen alten Oeltank im Garten entdeckt. Jetzt haben wir uns über legt wir bieten ihm einen Preis und er muss den Oeltank noch entsorgen.

Im Laufe der Woche wird sich alles entscheiden! Drück uns mal die Daumen! :smile:

Gruß, Claudia

Hallo,

Wenn es sich nicht schon erledigt hat: ?
Meine Erfahrung von letztem Jahr.
Ich hab ein Haus angesehen, das 69 000 kosten sollte. Absolut bewohnbar, aber eben alles veralteter Standard und null Luxus.
Verkäufer war ein Erbe (Neffe der ehemaligen Besitzer).

Ich bot dem Makler 60 000, woraufhin der mich ansah als wär ich nicht ganz richtig im Kopf. „Da muß ich mit dem Eigentümer reden, aber ich hab ihn schon überzeugen müssen unter die 70 000 zu gehen.“

Der Makler durfte 3-4x antanzen zu Besichtigungen (einmal mit nem Architekten der bedeutungsschwanger im Dachstock rumpopelte).
Noch ein paar lästige Telephonate und hin und her, bis ich ein Limit setzte. 60 000 und es muß alles noch im Jahre 2003 über die Bühne gehen (Argument Eigenheimzulage, Immobilienmarktsituation…), also Einzug spätestens im Dezember (da war es Ende Oktober).

Nun wohne ich da und alles lief super.
Mich hat es auch gewundert, aber ich denke mit den 13% lag ich eigentlich im Verhandlungsrahmen.
Vorher hat mir auch keiner was sagen wollen. Aber handeln lohnt immer.
Natürlich solltet ihr es davon abhängig machen wie sehr ihr DIESES Haus wollt. Richtige Schmuckstücke gehen nämlich doch gut weg.

Ich denke wichtig ist: Wer verkauft? Warum? Wer interessiert sich sonst dafür? (Nicht den Makler fragen, lieber die neuen Nachbarn!)Und sicher schachert ein Makler bei einem teuren Haus länger als bei einem billigen, wenn er die Möglichkeit hat (er bekommt 3,9% und die können entscheiden ob er nochmal zum Objekt fahren will, inserieren und verhandeln oder ob er nicht lieber ein schnelles Geschäft macht und dem Verkäufer zuredet).
Viel Glück!!!

Andrea

Hallo,

bei diesem Geschäft gibt es immer zwei Dumme:
Derjenige der kaufen will und der, der verkaufen will.
Die Frage ist, wer mehr will.

Solange das Objekt zu haben ist, ist wohl kein anderer Interessent da.
Gehe ein Risiko ein und biete nur Deinen Höchstpreis, den Du bereit bist zu zahlen.
Es wird sich schon zeigen, ob der Verkäufer nachgibt, wenn er keinen anderen Kunden hat.
Der Makler möchte ja auch eine höchstmögliche Provision rausschlagen. Diese hängt ja vom VkPreis ab.

Es gibt genügend andere Objekte.
Die Zeit arbeitet immer für den Käufer!

Gruss
Roman

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Hallo!

Der Makler möchte ja auch eine höchstmögliche Provision
rausschlagen. Diese hängt ja vom VkPreis ab.

Nein, der Makler will möglichst schnell einen Kaufvertrag abschließen und wird auf den Verkäufer einwirken, daß er das abgegebene Angebot akzeptiert (sofern es realistisch ist). Jede Woche, die der Makler das Objekt weiter bewerben und besichtigen muß, kostet mehr als die 3 %, die er beispielsweise aus einem 5.000,-- € höheren Kaufpreis erhält.

Viele Grüße

Armin