Hallo Anne,
Venedig ist sehr zu empfehlen, und März ist keine schlechte Reisezeit, da ist es noch nicht so überlaufen. Ich habe zweimal im Hotel Giardinetto auf der Insel Lido gewohnt,
http://www.hotelgiardinetto.com/
Nichts Besonderes, aber günstig und ordentlich. Außerdem wirklich nur einen Steinwurf vom Anleger der Linienschiffe auf der Insel Lido entfernt, ebenso nicht weit von der Hauptstraße dieser Insel entfernt, und dennoch nicht unbedingt laut. Etwa einen guten Kilometer entfernt liegt das berühmte „Hotel des Bains“, von dem man dann auch einmal träumen kann, direkt am Strand von Lido, wo man auch einen schönen Blick auf das offene Meer hinaus hat.
Mit den Linienschiffen ist man in fünf bis zehn Minuten am Markusplatz, also auch keine Entfernung. Ich würde das normale Linienschiff („Vaporetto“) als Transportmittel sowieso empfehlen. Da kann man ein Drei-Tages-Ticket kaufen, und dann braucht man sich um nichts mehr zu kümmern. Der alte Stadtkern ist sowieso fußläufig zu erschließen, mit dem Ticket kommt man auch nach Murano und Burano. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob man eventuell einen kleinen Zuschlag bezahlen muss, wenn man den ganz großen Bogen durch die Lagune fährt, aber das lässt sich vor Ort leicht ermitteln. Die gängigen Strecken sind jedenfalls überhaupt kein Problem.
Ebenso stressfrei ist die Anreise von den Flughäfen, sei es Treviso, sei es Venezia Marco Polo. Von beiden aus führen direkte Zubringerdienste per Bus nach Venezia-Mestre (zugleich Hauptbahnhof und zentrale Vaporetto-Station). Von dort aus geht es dann mit besagtem Vaporetto-Ticket weiter durch das venezianische Liniennetz, zum Beispiel mit der Linie 1, die sogleich durch den Canale Grande fährt. Allerdings ist dies nicht die schnellste Verbindung nach Lido, es gibt einige Linien, die eine weniger attraktive, dafür schnellere Strecke fahren. Alles leicht zu ermitteln, wie ein ganz normaler Busfahrplan.
Die Preise sind nicht so schlimm wie man befürchten könnte. Die Busse und Vaporetti ganz normal, die Restaurants auf Lido sind auch zumeist schlicht, aber gut, man muss leider mit den in Italien nicht vermeidbaren Nebenkosten („coperta“ für das Gedeck) rechnen, auch können Gressini oder Brötchen („panini“) schon einmal extra berechnet werden, aber es hält sich alles noch im Rahmen. Natürlich muss man, wie stets in romanischen Ländern, beim Einkehren bedenken, dass Getränke an der Bar (stehend) billiger sind als im Café sitzend, und diese wiederum sind billiger als draußen sitzend. Da können die Unterschiede allerdings ganz heftig ausfallen, hier werden Touristen schon einmal geneppt, zumal Italiener sich in der Regel sowieso nicht für einen Kaffee nach draußen setzen würden. Auch bei Kitsch und Kunst (Glasbläsereien auf Murano, Spitzenklöppler auf Burano) ist zumindest Wachsamkeit geboten. Man kann den Glasbläsern häufig bei der Arbeit zusehen, manchmal ist es danach aber nicht ganz leicht, sich den Fängen eines eifrigen Verkäufers zu entziehen. Letztlich gelingt das aber immer… Abraten würde ich auf jeden Fall von Wassertaxis. Die bringen einen in Murano direkt zu einem „befreundeten“ Glasverkäufer. Natürlich sind auch Gondeln sündhaft teuer - aber das muss man natürlich selbst entscheiden, ob man sich das leisten möchte. Nahe der Rialto-Brücke gibt es eine Gondel-Fähre für kleines Geld, da kann man zumindest einmal einen kleinen Eindruck davon bekommen. Steht sicher im Reiseführer. Eintrittspreise können mitunter ins Geld gehen, manchmal gibt es Kombi-Tickets für mehrere Sehenswürdigkeiten. Das kann sich bei entsprechendem kulturellen Interesse lohnen. Lästiger sind da eher Wartzeiten, etwa bei der Turmbesteigung des Campanile auf dem Markusplatz. (Empfehlenswert ist hier sowieso der auf der anderen Seite des Kanals gelegene Kirchturm - Name leider im Moment nicht parat -, wo weniger Betrieb ist und von wo aus man eben auch den Campanile selbst sehen kann.)
Ansonsten - viel Spaß! Ich selbst hätte nicht gedacht, wie problemlos sich Venedig erschließt und wie „glimpflich“ man letzten Endes davonkommt. Man wird bei halbwegs wachem Bewusstsein den Amerikanern und Japanern sowieso nicht in jede Falle hinterher tappen…
Viele Grüße!