Presseausweise

Hallo, liebe Leute,

ich bin noch Student und möchte als freier Journalist etwas nebenbei verdienen. Wie stell ich das am geschicktesten an? Ich habe mir das in der Richtung gedacht, dass ich zu Veranstaltungen (Messen, Konzerte, Sportereignisse, PKs usw.) gehe und darüber berichte. Wie gelange ich an einen Presseausweis? Benötige ich so einen überhaupt? Und welche Vorteile bietet er mir bzw. was kostet er mich?

Vielen Dank im Voraus für alle guten Tipps!!

LG Jesse

Hallo Jesse,

dafür, daß Du - zumindest laut ViKa - als Journalist arbeitest, ist es mit dem Recherchetalent nicht sonderlich weit her, was? *fg*

Hier http://www.dfjv.de/leistungen/presseausweis.html findest Du jedenfalls sämtliche Infos (ganz nach unten scrollen und auf ‚Hier finden Sie die genauen Voraussetzungen‘ klicken.

Grüße
Renee

Hallo Jesse,

was du brauchst, ist kein Presseausweis, sondern ein Blatt, was dir deine Artikel auch abkauft, bzw. dir idealerweise Aufträge gibt, über dieses und jenes zu schreiben.

Einen PA, der nicht nur so heißt, sondern der auch was kann, gibt’s für dein Tätigkeitsprofil (fachunspezifischer Gelegenheitsjournalist) nicht. Aber wenn du magst, druck dir ein Papierle aus, wo „Presseausweis“ und dein Name danebensteht. Wobei Visitenkarten da etwas seriöser aussehen würden.

Davon abgesehen: nicht jede Organisation, die PAs ausstellt, ist auch von denjenigen anerkannt, die (d)einen PA sehen wollen.
Manche Organisationen verdienen auch einfach ihr Geld damit, PAs auszustellen, ohne das man eine echte Gegenleistung dafür bekäme.

Einen PA zu haben, ist ganz süß, aber du darfst damit weder Verkehrsregeln übertreten noch wirst du alleine aufgrund deines Ausweises Vorteile beim ausüben deines Nebenjobs haben.

Grüße, Simon

Vielen Dank, Renee, und vielen Dank, Simon!
Harte Worte, aber das hilft mir schon sehr viel weiter!

Ich dachte jedoch, dass es eine staatliche Behörde oder Verinigung von Verlegern gibt, die einem offizielle Ausweise zuteilt, die einem bei seiner Unternehmung auch tatsächlich weiterhelfen. Ich dachte da an Zugang zu Terminen und Veranstaltungen, wohin sich nicht jeder Geisteskranke verirren darf.

Aber wenn das so ist, woran erkenne ich dann seriöse „Organisationen“?

Hallo Jesse,

Harte Worte, aber das hilft mir schon sehr viel weiter!

hart finde ich das nicht, es ist halt die Realität.

Ich dachte jedoch, dass es eine staatliche Behörde

wir leben hier in keinem totalitären Staat. Journalismus in China mag so
funktionieren, hier gilt die Freiheit des Wortes.

Ich dachte da an Zugang zu Terminen und
Veranstaltungen, wohin sich nicht jeder Geisteskranke verirren
darf.

Zunächst: Pressetermine sind meistens öffentlich.

Davon abgesehen, spricht aus diesem Satz deutliche Arroganz gegenüber
nicht-Journalisten. Also nimm es hin: Jeder Kreti und Pleti darf zu
Presseterminen, so er nett fragt, und darf hinterher drüber schreiben. Und
Kreti und Pleti nehmen diese Möglichkeit freudig wahr und schreiben für
Wochenblätter, Boulevardmedien und ähnlichen Käse.

Etwas anderes sind natürlich Termine von deutlich überregionaler bzw.
(inter)nationaler Bedeutung, wo schon aus Platzgründen nur akkreditierte
Journalisten zugelassen werden. Akkreditieren kann man sich, wenn man einen
entsprechend honorigen PA vorlegt.
Drastisch gesagt: jemand, der in der Verlegenheit ist, Fragen ähnlich der
deinen zu formulieren, ist von diesem Level noch recht weit entfernt.

Aber wenn das so ist, woran erkenne ich dann seriöse
„Organisationen“?

Vergiss es, in die kommst du als Gelegenheitsschreiber nicht rein. Das meine
ich nicht negativ, aber ohne hauptberufliche Anstellung hast du einen PA quasi
nicht nötig. Es sei denn, du magst damit ein paar mickrige Journalistenrabatte
bekommen (womit manche Aussteller von PAs werben). Das wiederspricht m.E. einer
seriösen Berichterstattung und hat mit dem Thema nichts zu tun.

Wenn du einen gut gemeinten Rat willst: lies viel (große, überregionale
Zeitungen) und schreib viel (für lokale Blätter). Dann hast du die Chance, was
zu werden. Mehr brauchts nicht.

Grüße,
Simon