Prevention von Gewalttaten: Was tun?

Hallo!
Ich habe mal wieder eine wichtige Frage zu einem Verwandten. Ich, sowie andere Verwandte verfolgen seine Entwicklung seit einiger Zeit.
Es handelt sich um eine männliche Person XY (jetzt ca 18).
Seine Kindheit war keine schöne: gewalttätige gestörte Eltern, ebenso gestörte Geschwister: Misshandlungen durch Mutter und Bruder, sexuell merkwürdige Konstellationen.
Irgendwann fing Person XY an seine kleine Schwester sexuell zu belästigen, paranoid und naiv an alles mögliche wie Laserstrahlen aus Personen zu glauben, Tiere heftig zu quälen, Kleintiere zu töten, den Mädchen in der Schule nackt hinterherzulaufen, Feuer zu legen, sehr viel zu lügen bzw mur noch- selbst unsere 90jährige Oma belästigte er sexuell.
An dieser Entwicklung hat sich nichts geändert. Sie zieht sich bis heute so fort.
Person XY heftet sich nun stark an eine männliche Person XY ca 60 und begleitet diese ÜBERALL hin- den GANZEN Tag und macht ALLES was diese Person sagt.
Leider haben sich die Eltern des Jungen nie etwas sagen lassen und wollten immer alles verdeckt halten.
Die meisten der Verwandtschaft wissen, dass der Junge irgendwann straffällig werden wird- der Junge redet auch stets davon „sich eine Frau zu kaufen/zu nehmen“ da er aufgrund seines Aussehens und seiner verminderten Intelligenz bei den heutigen Frauen keine Chance hat. Seine Störungen wachsen stetig weiter.
Doch leider wurde durch die Nichtkooperation der Eltern mit dem damaligen Psychologen eine Chance verspielt. Da hätte der Junge einen Kontakt mit Psychologen haben können.
Jetzt leider weigert er sich in Behandlung zu gehen!
Was sollen wir denn tun? Wir wollen nicht, dass irgendwann Leute in Mitleidenschaft gezogen werden.
Er gilt nicht als geistig behindert- hat normalen Realschulabschluss. Aber seelisch (behindert) so sagt auch mein Schwager, der Therapeut ist und ihm schon begegnet. Er ist eine tickende Zeitbombe.

Welche Möglichkeiten haben wir?

Hallo,

Die meisten der Verwandtschaft wissen , dass der Junge
irgendwann straffällig werden wird

abgesehen davon, daß niemand die zukünftige Entwicklung eines Menschen „wissen“ kann, bedeutet dieser Satz, daß die „Meisten der Verwandtschaft“ den Jungen bereits aufgegeben haben und nur noch darauf warten, daß er straffällig wird. Schlecht!!!

Grüße,

I.

Ja wir versuchen und versuchten ja alles aber wenn er keine Therapie machen will wir können ihn ja nixcht kidnappen und zwangseinweisen?!
Gespräche haben zu nichts geführt- auch von seiner Schwester nicht. Die ist genauso ratlos. Es wäre sinnvoller gewesen, wenn du einen Tipp gegeben hättest was man tun kann…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Es wäre sinnvoller gewesen,
wenn du einen Tipp gegeben hättest was man tun kann…

wie würdest Du Dich fühlen, wenn die ganze Verwandtschaft Dich nur negativ sehen würde, Dich merken ließe, daß sie mit Dir nichts anzufangen wissen, daß sie Dir nichts zutrauen, nicht an Dich glauben, Dich für häßlich und für minderbemittelt halten?

Ich finde den Hinweis auf die Haltung, in der Ihr zu ihm steht, sehr sinnvoll und kann ich Dir nur den Tip geben, genau diese - Eure und Deine - Haltung anzuschauen. Irgendwelche Tips, was Ihr mit dem Jungen machen sollt, würden - losgelöst davon - nicht funktionieren.

Grüße,

I.

Wenn ich persönlich ihn aufgegeben hätte, hätte ich logischerweise nicht einen solchen Artikel verfasst, sondern würde wegsehen, weil ich jetzt sowieso weggezogen bin. Stattdessen sprechen seine Schester und ich oft darüber was man tun kann.

Er ist kein hässlicher Junge aber schön ist er wirklich nicht- und das hat nichts mit Glaube zu tun es ist einfach so. Und dass er ziemlich viel wirres Zeug redet ist auch kein Glaube dass ist ein Fakt.

Wie wäre es wenn du stattdessen einen Tipp gibst wie man ihn an einen Psychologen vermittelte?

Hallo,

Wie wäre es wenn du stattdessen einen Tipp gibst wie man ihn
an einen Psychologen vermittelte?

ich glaube nicht, daß Du den Jungen zu einem Psychologen bringen kannst, wenn er sich weigert. Und wenn keine Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt, geht auch keine Zwangseinweisung. Aber Deinen Schwager, der Therapeut ist, hast Du sicherlich dazu bereits befragt, wie man ihn einer Therapie zuführen könnte.

Der Junge kann vielleicht kriminell und gewalttätig gegen andere werden, sich eine Frau „nehmen“, weil er sich nicht zutraut, auf normale Weise eine Freundin zu finden. Oder er kann zu einem normalen Leben finden, mit der Fähigkeit zur einer Beziehung mit einer Frau, auf gleicher Ebene, ohne Gewalt, mit ausreichendem Selbstvertrauen auf sich und auf seine Fähigkeiten. Bis dahin mag einiges an Entwicklung notwendig sein und eine Therapie wäre da sicherlich äußerst wünschenswert.

Grundsätzlich gibt es beide Möglichkeiten für sein weiteres Leben.

Vielleicht schafft es jemand, wenn er mit ihm redet, die zweite Möglichkeit als sein Potential im Auge zu behalten, wie ein guter Lehrer es bei seinen Schülern tut. Dieser Jemand müßte dem Jungen mit einem grundsätzlichen Respekt begegnen. Dazu gehört, daß ein solches Gespräch auch offen hinsichtlich des Ergebnisses sein muß.

Hingegen mit dem Jungen reden zu wollen und dabei im Hinterkopf zu denken, der ist eine tickende Zeitbombe, die zur Entschärfung unbedingt in eine Therapie muß - das kann einfach nicht funktionieren.

Es gibt nicht nur die „Fakten“, die Du beschreibst (z. B. nicht gut aussehend, wirres Zeug redend usw.). Das Mögliche an künftiger positiver Entwicklung ist mindestens so wichtig. Der Umstand, daß er die Realschule abgeschlossen hat, spricht eigentlich dafür, daß seine Intelligenz im normalen Rahmen ist, und „wirres Reden“ reicht nicht aus, um auf ein Intelligenzdefizit schließen zu können.

Ich weiß es ein bißchen aus eigener Erfahrung, wieviel die Erwartungshaltung der Umgebung ausmacht. Negative Erwartung macht es einfach sehr mühsam. Aus diesem Grunde ist mir dieser eine Satz aus Deinem Ursprungsposting („die Meisten der Verwandschaft wissen, daß er irgendwann straffällig wird“) so ins Gesicht gesprungen.

Grüße,

I.

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Hallo!

Person XY heftet sich nun stark an eine männliche Person XY ca
60 und begleitet diese ÜBERALL hin- den GANZEN Tag und macht
ALLES was diese Person sagt.
Leider haben sich die Eltern des Jungen nie etwas sagen lassen
und wollten immer alles verdeckt halten.
Die meisten der Verwandtschaft wissen, dass der Junge
irgendwann straffällig werden wird- der Junge redet auch stets
davon „sich eine Frau zu kaufen/zu nehmen“ da er aufgrund
seines Aussehens und seiner verminderten Intelligenz bei den
heutigen Frauen keine Chance hat. Seine Störungen wachsen
stetig weiter.
Doch leider wurde durch die Nichtkooperation der Eltern mit
dem damaligen Psychologen eine Chance verspielt. Da hätte der
Junge einen Kontakt mit Psychologen haben können.
Jetzt leider weigert er sich in Behandlung zu gehen!
Was sollen wir denn tun? Wir wollen nicht, dass irgendwann
Leute in Mitleidenschaft gezogen werden.
Er gilt nicht als geistig behindert- hat normalen
Realschulabschluss. Aber seelisch (behindert) so sagt auch
mein Schwager, der Therapeut ist und ihm schon begegnet. Er
ist eine tickende Zeitbombe.

Welche Möglichkeiten haben wir?

Wenig! Psychiater könnten vielleicht helfen, sind sich jedoch darin einig, dass das, was in der Kindheit passiert ist, später nur noch sehr schwer korrigiert werden kann.
Viele Psychiater sind der Meinung, dass man etwa ab 8 oder neun Jahren bei einem Kind erkennen kann, ob es später zum Verbrecher wird oder nicht.
Sie sagen es allerdings nicht, weil es keine Möglichkeit zur Korrektur gibt.
Menschen, die noch nicht straffällig geworden sind, kann man auch nicht prophylaktisch einsperren.

Gruß, Nemo.

Team: Ferndiagnose entfernt