Im VIERTEN spielen sie immer diese alten Schinken, unlängst „Prinzessin Olympia“ von Casablanca-Regisseur Michael Curtiz aus dem Jahr 1960. Neben Sophia Loren und Maurice Chevalier spielt darin ein Oldtimer Marke Laurin & Klément Baujahr 1906 eine tragende Rolle, und der Chauffeur dieses Oldtimers war mein Schwiegervater. Das kam so: die Besitzerin, eine über achtzigjährige Dame, hatte den Oldtimer von ihrem Vater geerbt und jahrzehntelang in einer Wiener Garage eingemottet, als er 1960 von Carlo Pontis (Sophia Lorens Ehemann) Film-Produktionsfirma aufgestöbert und für die Dreharbeiten angemietet wurde. Kein Mensch hatte eine Ahnung, wie das alte Stück in Betrieb zu setzen war, sie wandten sich an den ÖAMTC (österr. Pendant zum ADAC) um Rat. Und mein Schwiegervater, damals junger Pannenfahrer beim Automobil-Club, wurde für die Sache abkommandiert, er besorgte sich technische Unterlagen, machte sich schlau und begann an dem verstaubten Ding in der Garage herumzufrickeln: nach einer Woche sprang er an und lief wie am Schnürchen. Er wurde auf einem Lkw in die Cinecittá-Filmstudios verfrachtet, mein Schwiegervater kriegte einen Vertrag von der Produktionsfirma und ein Flugticket nach Bella Roma.
Bei den Dreharbeiten fuhr er den Laurin & Klément souverän, schaut im Film recht schnittig aus. Regisseur Curtiz war zufrieden und klopfte ihm auf die Schulter. Bei den Essenspausen saß er neben den großen Filmstars. Sophia Loren sei sehr nett gewesen und habe ihm natürlich gefallen, erzählt er, aber: „Ich bin ja nicht so dumm, und fang mir was mit der Frau vom Produzenten an.“
cool
(owt)
owt…