Kann mir ein Sachkundiger die oben genannten Titel erklären und wie sie zustande gekommen sind ?
danke.
Kann mir ein Sachkundiger die oben genannten Titel erklären und wie sie zustande gekommen sind ?
danke.
Nicht nur die, sondern gleich ein paar mehr:
_ Rangliste royal
Kaiser oder König, Fürstin oder Freifrau, Graf oder Herzog: Welcher Titel zählt mehr in der Adelshierarchie? Die Rangliste gibt einen Überblick.
Kaiser
Er steht an oberster Stelle. Julius Cäsar war der erste und sein Name - römisch/griechisch. „Kaisar“ - steht seitdem für diese Form, die Welt zu beherrschen. Der letzte Vertreter dieser Art auf deutschem Boden war Wilhelm II.
König
Eine Stufe weiter unten steht der König. Unsere germanischen Vorfahren nannten ihn noch „Chunni“ und wählten ihn normalerweise. Später wurde der König ernannt oder der Titel vererbte sich. Die Anrede war „Eure Majestät“.
Herzog
Diese Bezeichnung leitet sich vom römischen Wort „dux“ ab. Der Herzog war ursprünglich Heerführer, wurde in Germanien noch gewählt, vermittelte später zwischen König und Graf und vertrat den König vor dem Volk. Wurde er besonders mächtig, so stieg er zum Großherzog auf.
Fürst
Tatsächlich war er das schwächste Mitglied der so genannten Fürstengruppe. Es gab geistliche und weltliche Fürsten, aber nur der Kurfürst durfte den Kaiser wählen. Es gibt sie noch, die Fürstenhäuser, aber regiert wird heute woanders.
Graf
Zunächst ernannte der König Vertraute, die seine Güter und Ländereien verwalten. So entstand der Graf, der selbst über bestimmte Bezirke herrschte, genauso wie der Fürst. Er wurde aber später dem Fürst untergeordnet. Schließlich wurde der Titel auch ohne dazugehöriges Amt vergeben. Um die Verwirrung komplett zu machen, konnte ein Graf aber auch „gefürstet“ werden.
Freiherr
Nun befinden wir uns in den Rängen des niederen Adels. „Freie Herren“ waren unabhängige Familien, die das Recht hatten, ein eigenes Wappen zu vererben und sich mit „Hochwohlgeboren“ anreden zu lassen. In Frankreich hießen sie Baron, in England Lord. Die Ehefrau des Freiherren war die Freifrau, seine Tochter die Freiin. Die Erben dieser Familien durften sich als Jungherren oder Junker bezeichnen.
Ritter
Der unterste Titel, der verliehen werden konnte, war der des Freiherren. Die titellosen Adligen hießen nur „von“. Dazwischen standen die „Ritter“, „Edlen“ oder auch „edlen Ritter“. Sie stellten Turnierritter und Kreuzfahrer, aber unter ihnen waren auch Straßenräuber und Söldner. In Süddeutschland waren diese Bezeichnungen üblicher als im Norden.
Die „von“ Familien
Auf dieser untersten Stufe des Adels findet sich die Mehrzahl der Adligen. Statt „von“ konnte auch „von und zu“, „zu“, „am“ oder „zum“ stehen. Aber nicht jeder, der „von“ heißt, ist adlig, und nicht jeder Adlige heißt „von“. Adlig ist nur, wer ein Nobilitierungsdiplom oder einen Adelsbrief besitzt oder wer nachweisen kann, dass er schon vor 1400 adlig war._
Der Prinzregent ist einer, der nicht in der königlichen Erbfolge an nächster Stelle steht und deshalb nicht selber König ist, aber aus der königlichen Familie stammt, und stellvertretend für einen unmündigen, unfähigen oder sonstwie gehinderten König dessen Aufgaben wahrnimmt.
Gruß Fritz
…
MOD.: Satz über Wittelsbacher auf User-Wunsch entfernt
Ähem, kleine Berichtigung
Kaiser
Er steht an oberster Stelle. Julius Cäsar war der erste und
sein Name - römisch/griechisch. „Kaisar“ - steht seitdem für
diese Form, die Welt zu beherrschen. Der letzte Vertreter
dieser Art auf deutschem Boden war Wilhelm II.
Gruß Fritz
Gaius Julius Cäsar war kein Kaiser! Vielmehr wurde ja sogar das Attentat auf ihn
verübt, weil man fürchtete, dass er sich zum Monarchen aufschwingen wolle.
Allerdings war seine Herrschaft (als Diktator) so legendär und populär, dass
sich seine Nachfolger seinen Namen als Titel zufügten; in der Tat entwickelte
sich daraus unser Wort ‚Kaiser‘ - auch wenn dies sachlich falsch ist. Richtiger
wäre ‚Imperator‘ oder ‚Augustus‘ (der Erhabene) gewesen - der Titel, den der
Senat Octavian (Cäsars Nachfolger) verlieh, der ebenfalls noch kein ‚Kaiser‘ in
unserem Sinne war, sondern selber den Titel ‚Princeps‘ führte; sich wohl
erinnernd, dass Cäsar sein Liebäugeln mit der Kaiserwürde mit dem Leben büssen
musste.
Mit klgschrgm Gruß
T
noch eine Korrektur zu bayer. Prinzregenten
Der Prinzregent ist einer, der nicht in der königlichen
Erbfolge an nächster Stelle steht und deshalb nicht selber
König ist, aber aus der königlichen Familie stammt, und
stellvertretend für einen unmündigen, unfähigen oder sonstwie
gehinderten König dessen Aufgaben wahrnimmt.
Hier muss ich eine Lanze für die Wittelsbacher brechen. Mir ist eigentlich nur ein Fall eines Prinzregenten bekannt, und das ist dann gleich DER Prinzregent (dem auch die leckere Torte gewidmet ist). Wahr ist, dass damals König Otto noch umnachteter war als sein Bruder Ludwig. Aber ein Normalfall in der Wittelsbacher Geschichte ist das nicht.
Vielmehr haben sich die Wittelsbacher sehr um die Entwicklung Bayerns verdient gemacht, indem sie konsequent fortschrittliche Beamte und Regierungen beriefen, ehe die Parlamentarisierung zu Anfang des 20. Jh eine mehrheitsgemäße konservative Regierung erforderte (jaja, schon damals war der Landtag konservativ).
Außerdem sollte man den Einsatz der Wittelsbacher gegen die Nazis, einmal direkt vor der Gleichschaltung 1933, würdigen, den viele Familienmitgleider am Ende mit KZ-Haft bezahlten. Da liefen manche Preußenprinzen noch stramm in dieser berüchtigten schwarzen Uniform herum.
Gruß vom Nichtbayern
Andreas
…
MOD.: Zitat aus dem Originalposting entfernt
Edith
Zu den kleinen Berichtigungen
Hallo, Tilman,
Gaius Julius Cäsar war kein Kaiser!
Streng genommen hast du Recht, aber wenn man so redet, wie man halt so redet, so ist Caesar DER KAISER par excellence, weil auf ihn der Titel zurück geht. Auch wenn du den Titel „Imperator“ vorziehst, so ist doch im Französischen und Englischen der „emperor“ bzw. der „empereur“ auf Deutsch eben der Kaiser.
Aber derhalben keinen Zwist. 
Hallo, Andreas,
ich werde die von dir beanstandete Stelle aus meinem Artikel streichen, wenngleich ich deiner doch recht positiven Einschätzung der Wittelbacher nicht vorbehaltlos zustimmen kann.
Aber derhalben keinen Zwist! 
Gruß Fritz